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dies academicus: Leuphana begeht das Fest der Universität

10.07.2017 Es war ein würdiger Abschluss des akademischen Jahres: Am vergangenen Mittwoch feierten rund 750 Gäste im Libeskind Auditorium des Zentralgebäudes den dies academicus. In festlicher Atmosphäre wurden Ehrenpromotionen an herausragende wissenschaftliche Persönlichkeiten vergeben sowie Lehr-, Forschungs- und Wissenstransferpreise für Angehörige der Leuphana. Außerdem zeichnete die Universität besonderes studentisches Engagement aus. Der Tag stand ganz im Zeichen des akademischen Austauschs und ging in ein stimmungsvolles Sommerfest über.

Der Lüneburger Oberbürgermeister Ulrich Mädge freute sich, zum dritten Mal im Zentralgebäude sprechen zu dürfen: „Ich stehe hier nach zehn Jahren harter Arbeit, die wir gemeinsam geleistet haben.“ Den Kritikern rief er zu: „Ich bin überzeugt in zehn oder zwanzig Jahren werden alle sagen: ,Ihr habt es richtig gemacht.‘“ und fügte hinzu: "Die Hansestadt Lüneburg ist stolz auf ihre Universität.“

Ulrich Mädge

AStA-Sprecherin Susanna Dedring brachte ihre Erwartung zum Ausdruck, dass das Gebäude auch eine „produktive Feedback-Kultur“ und ein Miteinander auf Augenhöhe hervorbringe. 

Ehrenpromotionen

Der erste akademische Höhepunkt des Abends war die Verleihung der vier Ehrenpromotionen. Prof. Dr. Dr. Ann-Kristin Achleitner wurde für ihr wissenschaftliches Werk im Bereich Entrepreneurial Finance ausgezeichnet; Prof. Helen Nissenbaum, Ph.D. für ihre Arbeit zur Privatsphäre in einer vernetzten Welt. Prof. Dr. Manfred Prenzel wurde als bedeutender Vertreter der Empirischen Bildungsforschung geehrt, der Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Hans Ulrich Gumbrecht von der Universität Stanford für seine Leistungen in Wissenschaft und Wissenstransfer. 

Es war ein Abend, der das Andersdenken propagierte. Präsident Sascha Spoun rief in seiner Festrede zur „Revolte in der Sache“ auf, und das meine ein begründetes Infragestellen der disziplinären Paradigmen und Regeln: „Seien Sie voller inhaltlicher und methodischer Zweifel. Ecken Sie dafür an, entzünden Sie darüber Kontroversen. Das bringt die Wissenschaft voran!“, sagte Spoun. 

Sascha Spoun

Lehrpreise

Vizepräsident Prof. Dr. Markus Reihlen begann die Vergabe der Lehrpreise mit kritischer Selbstreflexion: „Wir gaukeln den Studierenden vor, lernen mache Spaß und sei leichtgängig. Aber eigentlich ist es ein schmerzhafter Prozess, denn wir müssen uns verändern“. Er rief zu einem scheinbar ungewöhnlichen Konzept auf: „Teach what you don’t know!“ Denn nur so könne Neues entstehen. Für ihre herausragende Lehre und neue didaktische Konzepte wurden Dr. Brit-Maren Block (Institut für Produkt- und Prozessinnovation), Dr. habil. Henning Friege und Prof. Dr. Daniel Pleissner (Nachhaltigkeitswissenschaft), Jonathan Reus (Digital Media), Dr. Lydia Kater-Wettstädt und Prof. Dr. Matthias Pelster, Juniorprofessur für Finance, ausgezeichnet. 

Markus Reihlen

Forschungspreise

Die Abhängigkeit von Forschung und Lehre fasste der Forschungspreisträger Prof. Dr.-Ing. Paolo Mercorelli treffend zusammen: „Es gibt keine gute Lehre ohne gute Forschung“, sagte er. Wie Preisträger Prof. Dr. Jens Newig wurde er für seine konstant herausragende Publikationsleistung geehrt. Den vom Leuphana Förderkreis gestifteten Promotionspreis nahmen Dr. Anne Burmeister (Psychologie) und Dr. Robert Peper (Kultur- und Medienmanagement) entgegen. Der Fundraising-Preis ging an Prof. Dr. Claus Pias und Prof. Dr. Martin Warnke, denen es gelang, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Kolleg-Forschergruppe „Medienkulturen der Computersimulation“ in die zweite Förderphase zu führen. Die Wichtigkeit von Gleichstellung betont der Sonderpreis für Geschlechter- und Diversitätsforschung, den in diesem Jahr hat ihn Prof. Dr. Sabine Hofmeister erhielt. Sie stellte den Zusammenhang zwischen nachhaltiger Entwicklung und Geschlechtergerechtigkeit heraus. „Selbst in einem reichen Land wie Deutschland ist es bisher nicht gelungen, Frauen und Männer gleichzustellen“, sagt die Professorin für Umweltplanung. 

Wissenstransferpreis

Auch der Wissenstransfer-Preis stellte genderorientiertes Engagement in den Vordergrund. Für das Projekt „Transformation, Kultur, Geschlecht“ wurde Dr. Steffi Hobuß ausgezeichnet. Sie arbeitet mit zwei Universitäten, aber auch lokalen Institutionen zur Frauenförderung in Tunesien zusammen und untersucht Geschlechterverhältnisse im Land und im deutsch-tunesischen Vergleich. Das zweite geehrte Projekt heißt „Stadt als Möglichkeitsraum“. Die Ausgezeichneten sind Antoniya Hauerwaas, Dr. Sacha Kagan und Annette Grigoleit. Ihre transdisziplinäre Forschung ist ein Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung. „Wir ehren hier Projekte, die mutig über Grenzen gehen. Das ist für mich Transfer im besten Sinne. Diese Forschung zeigt wie Wissenschaft in Gesellschaft wirken sollte“, sagte Vizepräsident Prof. Dr. Jörg Philipp Terhechte in seiner Laudatio.

Jörg Philipp Terhechte

DAAD-Preis

Auch Silvia Rojas Castro überschritt Grenzen. Die junge Kolumbianerin kam 2015 aus Lateinamerika zum Studium an die Leuphana. „Obwohl sie alles hatte“, wie Terhechte in seiner Laudatio sagte: „Sie studierte Jura mit dem Schwerpunkt Völkerrecht und war wissenschaftliche Mitarbeiterin und Rechtsanwältin in Kolumbien.“ Doch Silvia Rojas Castro möchte helfen, ihrem Land nach jahrzehntelangen Konflikten eine friedlichere Zukunft zu sichern. Deshalb studiert sie an der Leuphana Public Economics, Law and Politics im Master und engagiert sich für Gendergerechtigkeit. „Der Kampf gegen Diskriminierung ist mir sehr wichtig“, erklärte die junge Frau. Dafür wurde sie mit dem DAAD-Preis für ausländische Studierende ausgezeichnet.

SCHUB-Preis

„Ich möchte die Wichtigkeit betonen, dass an solch einem Abend auch die Studierenden gewürdigt werden“, sagte Laudatorin Prof. Dr. Jantje Halberstadt und unterstrich damit die Bedeutung des dies academicus: Es ist ein Tag, an dem die ganze Universitätsgemeinschaft zusammenkommt und sich austauscht. Für ihr ehrenamtliches Engagement wurden verschiedene Initiativen mit dem Schubladendenkende-Award ausgezeichnet, dem Preis für Andersdenkende: Kulturgarten e.V., Lunatic e.V., das Policy Lab und das Bündnis „Hochschule ohne Grenzen“ sowie die No-Border-Akademie. 

Jantje Halberstadt

Die Initiativen setzen sich beispielsweise für Geflüchtete ein. „Ich bin stolz, dass wir dieses tolle studentische Engagement an der Universität haben“, sagte die Juniorprofessorin für Social Entrepreneurship, Jantje Halberstadt. Alle Ausgezeichneten dieser Kategorie haben ein Wochenende mit Coaching und Workshops gewonnen. Das Wissen soll sie bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit unterstützen.

Preis für ehrenamtliches Engagement

Zudem stiftete der Alumni Verein den Preis für ehrenamtliches Engagement von Studierenden, der dieses Jahr an die Regionalgruppe Lüneburg der Vereinigung „Zugvögel“ ging. Der Verein organisiert Freiwilligendienste für junge Menschen aus dem globalen Süden. 

Das anschließende Sommerfest gab allen Gästen die Gelegenheit, in der besonderen Atmosphäre des Zentralgebäudes auf das akademische Jahr zurückzublicken und im Dialog Ideen für das kommende zu entwickeln.

Weitere Eindrücke des dies academicus 2017

Organisation

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21335 Lüneburg
Fon +49.4131.677-1498
maria.majewski@leuphana.de


Autorin: Marietta Hülsmann, Redaktion: Morgaine Struve, Universitätskommunikation. Neuigkeiten aus der Universität und rund um Forschung, Lehre und Studium können an news@leuphana.de geschickt werden.