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Trauer um Professor Colla

08.09.2017 Lüneburg. Im August dieses Jahres ist Professor Dr. Herbert Ernst Colla-Müller verstorben. Der Emeritus hatte bis 2009 die Professur für Allgemeine Sozialpädagogik inne.

Prof. em. Dr. Herbert E. Colla-Müller (†)

Herbert Colla wurde 1941 in Koblenz geboren. Er studierte Pädagogik/Sozialpädagogik mit den Nebenfächern Evangelische Theologie, Psychologie, Kinder- und Jugendpsychiatrie und Jugendrecht an der Georg-August-Universität Göttingen, arbeitete danach als wissenschaftlicher Angestellter am Institut für Erziehungswissenschaft der Eberhard-Karls-Universität Tübingen bei Prof. Dr. Andreas Flitner und Prof. Dr. Dr. h. c. Hans Thiersch. Zum Dr. phil. promovierte er 1973. Seine Dissertation erschien unter dem Titel: Der Fall Frank.

Herbert Colla wurde 1974 als Professor für Allgemeine Sozialpädagogik an die damalige Pädagogische Hochschule berufen. Mit seinem Namen verbinden sich Aufbau und Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Sozialpädagogik am Standort Lüneburg. Über drei Jahrzehnte prägte der national und international anerkannte Wissenschaftler und engagierte Hochschullehrer Forschung und Lehre in diesem Bereich. Auch nach seiner Emeritierung im Jahr 2009 setzte er seine Arbeit fort.

Zu den Schwerpunkten seiner Forschungs- und Publikationstätigkeit zählten: Allgemeine Sozialpädagogik, Sozialpädagogische Kasuistik, Suizidprophylaxe, Altenhilfe, Stationäre Fremderziehung, Aidsprävention, Demographischer Wandel und Hospizarbeit. In der Lehre konnte er Studierende nicht nur für die Strenge wissenschaftlichen Arbeitens, sondern auch für die Leidenschaft der Intellektualität begeistern. Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses war ihm immer ein wichtiges Anliegen.

Als Dekan und Institutsleiter wirkte er auch lange Jahre in der akademischen Selbstverwaltung und engagierte sich in der Hochschulpolitik. Außerhalb der Universität war Colla als Sachverständiger gefragt. Von 1999 bis 2002 gehörte er der Enquete-Kommission „Demografischer Wandel – Herausforderungen unserer älter werdenden Gesellschaft an den Einzelnen und die Politik“ des Deutschen Bundestages an.

Jahrzehntelang war er darüberhinaus in sozialen Organisationen ehrenamtlich tätig.

Die Leuphana Universität Lüneburg gedenkt seiner in Dankbarkeit für seine große Leistung und seinen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung der Hochschule.