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Verzahnung von Wissenschaft und Praxis – Leuphana und Jesteburg weiten Partnerschaft aus

13.09.2017 Die Leuphana und die Samtgemeinde Jesteburg rücken im Bildungsbereich enger zusammen. Seit etwa fünf Jahren gibt es bereits mit der Oberschule eine konstruktive Kooperation. Nun wird die gesamte Kommune mit ins Boot geholt.

In der Oberschule Jesteburg hat sich der enge Schulterschluss bewährt: Sie steht seit 2012 mit der Fakultät Bildung der Lüneburger Universität in regelmäßigem Kontakt, ein Fokus liegt dabei auf innovativen Unterrichtskonzepten. „Beide Seiten unterstützen sich gegenseitig zum Beispiel bei Schulentwicklungsprozessen“, erklärt Cornelie Dietrich, Professorin für Allgemeine Erziehungswissenschaft, die von Seiten der Leuphana federführend die neue Kooperation mit der Samtgemeinde begleitet. Konkret bedeutet das, dass Studierende und Dozierende in Videokonferenzen Fachunterricht in der Oberschule beobachten und sich anschließend mit der Lehrkraft darüber austauschen. Allgemeines Ziel ist neben der beiderseitigen Weiterentwicklung von Unterrichtsmethoden die Verzahnung von Wissenschaft und Schulpraxis in der Lehrer_innenbildung.

Die erfolgreiche Umsetzung der Campusschule schlägt nun Wellen: Die Gemeinde Jesteburg im nördlichen Niedersachsen wird „Campus Community“. Am 12. September reiste eine Jesteburger Delegation nach Lüneburg, um an der Leuphana einen Vertrag für eine zukunftsweisende Kooperation zu unterzeichnen: Beide Seiten verständigten sich darauf, die Zusammenarbeit jetzt auch auf andere Bereiche und Orte auszudehnen, Lehr- und Forschungsprojekte der Universität werden sich künftig zusätzlich in einem weiteren Sinne mit Bildungsthemen der Samtgemeinde beschäftigen. „Dabei geht es beispielsweise um Inklusion, Ganztagsentwicklung, die enge Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfe oder die Gestaltung der Übergänge zwischen  KiTa und Grundschule“, so Dietrich. Bei all diesen Herausforderungen müsse man zukünftig stärker von Netzwerken und Beziehungen aus denken, als in den Logiken der Einzelinstitutionen zu verharren und dabei alle beteiligten Akteure mit einbeziehen. Diesen innovativen, aber auch schwierigen Prozess des community development zu begleiten und zu beforschen, ist Anliegen der Kooperation.

Warum von Seiten der Samtgemeinde die Verbindung mit der Leuphana von großer Bedeutung ist, erklärt Bürgermeister Hans-Heinrich Höper aus seiner Perspektive: „Es ist nicht neu, dass vielen Ortschaften die Kinder, und damit der Nachwuchs fehlt. Kommunen in Niedersachsen gehen deshalb schlichtweg den Bach runter“, beklagt er und betont: „Bildungseinrichtungen sorgen hingegen dafür, dass sich Menschen niederlassen. Damit ist Bildung ein wichtiger Standort- und Wirtschaftsfaktor.“ Diesen Leitgedanken hat Jesteburg fest vor Augen, benötigt aber mit Unterstützung der Leuphana „mehr Fahrt“, wie Höper feststellt. Jesteburg habe schon viel erreicht, findet er. Aber: „Wir sind bei Weitem noch nicht am Ende.“


Kontakt

Prof. Dr. Cornelie Dietrich
Universitätsallee 1, C1.220
21335 Lüneburg
Fon +49.4131.677-1622
Fax +49.4131.677-1688
cornelie.dietrich@uni.leuphana.de


Autorin: Urte Modlich, Universitätskommunikation. Neuigkeiten aus der Universität und rund um Forschung, Lehre und Studium können an news@leuphana.de geschickt werden.