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Video oder Vorlesung - Welchen Weg geht die Leuphana in Zeiten der Digitalisierung?

10.11.2017 Die Leuphana bietet beides: Veranstaltungen, in denen Dozierende und Studierende direkt miteinander in Kontakt sind, aber auch Online-Begegnungen, bei denen sich die Beteiligten im virtuellen Raum gegenüberstehen. Im Dialogforum „Leuphana Salon“ tauschten sich verschiedene Akteure der Hochschule darüber aus, welches Format dem universitären Lernen im 21. Jahrhundert gerecht wird.

Knapp 10.000 Kilometer Luftlinie liegen zwischen der Leuphana Universität Lüneburg und der Arizona State University in den USA. Trotz dieser Distanz arbeiten die Partnerhochschulen in Forschung und Lehre eng zusammen – dank digitaler Technik. Als konkretes Beispiel dafür präsentierten die beiden Referent_innen Beatrice John und Dr. Guido Caniglia in dieser Woche zu Beginn der Veranstaltung ihr Handbuch „The Glocal Curriculum – A Practical Guide to Teaching and Learning in an Interconnected World“. Darin werden Ressourcen und ein digitalisiertes Lehr- und Lernumfeld vorgestellt. Die Inhalte wurden von einem transnationalen Forschungsteam entwickelt, um die Bildung von change agents zu unterstützen, die kritisch und kreativ zu Nachhaltigkeitstransformationen beitragen wollen. Im deutsch-amerikanischen Austausch nutzten die Wissenschaftler_innen Live-Konferenzschaltungen oder das didaktische Konzept „Flipped Classroom“, das Lerninhalte zum Beispiel als Videos zur Verfügung stellt. Außerdem förderten sie den Umgang mit unterschiedlichen Formen des Online-Publizierens. „Sinnvoll und wirksam ist in diesem Zusammenhang das Blended Learning“, erklärte Beatrice John und meint damit die Kombination von virtuellen und nicht-virtuellen Lernsettings und Methoden.

Welche Vor- und Nachteile digitale bzw. präsenzbasierte Lernräume haben, diskutierten die Teilnehmenden des Leuphana Salons, den das Qualitätspakt-Lehre-Projekt „Leuphana... auf dem Weg!“ (LadW) initiiert hat, anschließend in kleineren Gruppen. „Bewertung und Kritik – das muss persönlich mit den Studierenden ablaufen“, merkte ein Dozent an. „Ich muss während meiner Veranstaltung auf die Atmosphäre vor Ort reagieren können“, unterstrich ein anderer die Notwendigkeit von Präsenzveranstaltungen. Gleichzeitig ermögliche Digitalität Flexibilität, war man sich einig. Das gelte für individuelle Lerngeschwindigkeiten der Studierenden, zeitliche oder geographische Räume. „Letztlich gibt es kein Entweder-Oder“, fasste eine Teilnehmerin zusammen und griff damit das auf, was Vizepräsident Prof. Markus Reihlen eingangs betonte: Es gehe um die Wertschätzung beider Formate, um ein Nebeneinander und vor allem darum, „Bildungsprozesse zu verbessern“.

Gegen Ende der Veranstaltung konnten die Teilnehmenden die Möglichkeit des digitalen Austausches konkret erfahren: Die einzelnen Diskussionsgruppen, die sich in verschiedenen Räumen zusammengesetzt hatten, wurden per Videokonferenz zusammengeführt. In diesem Forum trugen sie zusammen, welche Wünsche sie mit der Digitalisierung im universitären Alltag verbinden. Vor allem müssten die technischen Voraussetzungen stimmen, damit ein reibungsloser Ablauf stattfinden könne, hieß es. Wichtig sei außerdem, dass die notwendigen Kompetenzen im Umgang mit der digitalen Technik geschaffen werden. Diesen Wunsch greift die Leuphana bereits in Kürze auf: Im Rahmen des Lehrzertifikats findet am 24. November 2017 ein offener Workshop statt. In der Veranstaltung steht die praktische Anwendung von Adobe Connect für Online-Besprechungen im Vordergrund.


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Autorin: Urte Modlich, Universitätskommunikation. Neuigkeiten aus der Universität und rund um Forschung, Lehre und Studium können an news@leuphana.de geschickt werden.