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Der 1. Deutsche Baubetriebs- und Baurechtstag im neuen Zentralgebäude der Universität

20.09.2017 Ob Elbphilharmonie, Berliner Flughafen oder Stuttgart 21 – Großbauprojekte finden sich immer wieder im Schlaglicht der Öffentlichkeit und nur selten werden die dafür veranschlagten Bauzeiten und –kosten eingehalten.

Seit 2012 werden in Lüneburg mit dem Masterprogramm Baurecht und Baumanagement Young Professionals aus der Baubranche berufsbegleitend dazu ausgebildet, diesen Problemen dort entgegenzutreten, wo die Lösungen zu suchen sind: an der Schnittfläche von Baurecht, Baubetriebslehre und Bautechnik.

Anlässlich des zum 1.1.2018 in Kraft tretenden neuen Bauvertragsrechts im BGB §§ 650 b und c rief der Studiengang Baurecht und Baumanagement unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Ralf Schottke am 1. und 2.9.2017 zum 1. Deutschen Baubetriebs- und Baurechtstag zusammen, um gemeinsam neue Lösungswege zu beschreiten. Dem Aufruf folgten mehr als 240 Fachleute aus den Disziplinen Baubetrieb, Baurecht und Entwurf sowie Baupraktikerinnen und Baupraktiker von Auftraggeber- wie Auftragnehmerseite. Sie diskutierten im von Daniel Libeskind entworfenen neuen Zentralgebäude der Leuphana über die historische Chance, welche die nach über 100 Jahren erstmalig gelungene Integration des zivilen Baurechts in das BGB ohne Zweifel darstellt.

„Das neue Gesetz muss aber noch mit Leben gefüllt werden und damit es zu einem wirksamen Werkzeug bei der Bewältigung der bekannten Missständen in der Baubranche werden kann, bedarf es des Zusammenwirkens aller am Bauprozess Beteiligten“, so Prof. Schottke.

Nach einführenden Worten von mit dem neuen Gesetz maßgeblich Befassten wurden am Freitag in zehn Workshops unter der Leitung von 35 namhaften Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis inter- und transdisziplinäre Ansätze zur Lösung der zentralen praktischen Problemstellung entwickelt. Diese wurden am Samstag im Plenum unter der Beteiligung von am Gesetzentwurf direkt Beteiligten sowie ehemaligen Richtern am OLG vorgestellt und diskutiert. Die Themen der Workshops reichten dabei von Störungen des Bauablaufs über Projektmanagement und außergerichtliche Streitbeilegung bis zum auf Englisch unter der Mitwirkung von internationalen FIDIC-Experten gehaltenen Workshop „Internationaler Ansatz für die Behandlung von Bauablaufstörungen“. 

Bei der Vorstellung der Workshop-Ergebnisse am Samstag und der anschließenden Diskussion wurde schnell deutlich, dass es sich auszahlte, dass Prof. Schottke darauf geachtet hatte, die Workshops möglichst paritätisch disziplinenübergreifend zu besetzen. Durch das Zusammenspiel von allen am Baugeschehen beteiligten Gruppen ergab sich eine lebhafte Debatte in einer Atmosphäre, die von den Teilnehmenden als äußerst fruchtbar und konstruktiv wahrgenommen wurde, obwohl durchaus kontroverse Positionen vertreten wurden. „Ich freue mich am meisten darüber, dass der DBB auf erfolgreiche Weise aufgezeigt hat, dass den hochkomplexen Problemstellungen im Bauwesen, insbesondere bei Großprojekten, mit trans- und interdisziplinären Kompetenzen sowie einer engen Verzahnung von Wissenschaft und Praxis -und ganz allgemein: kooperativ- begegnet werden muss“, schloss ein sichtlich zufriedener Prof. Schottke. Das Zentralgebäude bot einen mehr als angemessenen Rahmen für Plenum, Workshops, Empfang und Abendveranstaltung eines seiner ersten wissenschaftlichen Kongresse überhaupt. Am Ende waren sich alle Beteiligten einig: Dieser erste DBB war ein voller Erfolg! 

Um die Tiefe und den Austausch in der Debatte am Leben zu erhalten, sind schon erste anknüpfende  wissenschaftliche Projekte und Veröffentlichungen begonnen worden, bevor im September 2019 mit dem 2. Deutschen Baubetriebs- und Baurechtstag eine Fortsetzung -natürlich wieder in Lüneburg- stattfinden wird. 


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Autor: Leon Lubomirsky, Redaktion: Jula Hoffmeister, Universitätskommunikation. Neuigkeiten aus der Universität und rund um Forschung, Lehre und Studium können an news@leuphana.de geschickt werden.