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Forschung & ProjekteFORSCHUNG & PROJEKTE

Prof. Dr. Rainer Höger

Die Projekte sind auf dem Gebiet der Arbeits- und Ingenieurpsychologie angesiedelt und befassen sich mit psychologischen Aspekten in den Bereichen Arbeit und Technik. Ein Arbeitsschwerpunkt beschäftigt sich mit der Erforschung der psychologischen Ursachen von Unfällen (u.a. auch im Straßenverkehr) und der Entstehung von menschlichen Fehlern im Arbeitsprozess. In einem weiteren Schwerpunkt wird versucht, psychologische Erkenntnisse auf technische Systeme zu übertragen. Dieser Ansatz wird als Psychobionik bezeichnet. Im Rahmen dieses Forschungsansatzes wurde bislang ein Simulationsmodell für Aufmerksamkeitsprozesse entwickelt, das in der Lage ist, ein Kamerasystem anzusteuern und dieses zu autonomen Kameraschwenks zu veranlassen. Weitere Forschungsaktivitäten innerhalb der Psychobionik beschäftigen sich mit der automatischen Analyse und Interpretation des emotionalen Ausdrucks.

Forschungsschwerpunkt Psychobionik

Der interdisziplinäre Ansatz der Psychobionik (Psychologie, Informatik, Automatisierungstechnik) versucht psychologische Gesetzmäßigkeiten der Steuerung menschlichen Verhaltens auf Maschinen zu übertragen und damit Maschinen mit menschenähnlichen „psychischen“ Eigenschaften auszustatten. Die Psychobionik darf dabei nicht mit künstlicher Intelligenz verwechselt werden, da neben kognitiven Prozessen ebenso motivationale und emotionale Prozesse Berücksichtigung finden. Die Entwicklung von technischen Systemen mit psychologienahen Komponenten führt einerseits zu einer anpassungsfähigen Teilautonomie dieser Systeme und erleichtert andererseits die Interaktion zwischen Mensch und Maschine, da sich der „Interaktionscode“ dem der zwischenmenschlichen Interaktionen annähert. Ein wesentlicher Fokus innerhalb des Schwerpunkts liegt auf der Implementierung emotionaler Prozesse in Maschinensysteme.

Präventionsprogramm zur Vermeidung menschlicher Fehler in gefahrenintensiven Industrien

Die Ursachen von Unfällen und Katastrophen in gefahrenintensiven Industrien können einerseits aus technischen Defekten und andererseits aus menschlichem Fehlverhalten resultieren. Bedingt durch die ständigen Fortschritte im Bereich der Ingenieurswissenschaften nimmt das Gefahrenpotential durch technisches Versagen von Anlagen in vielen Industriebereichen ab, während durch die zunehmende Komplexität von Anlagen die Möglichkeiten von fehlerhaften Eingriffen des Menschen steigen. So wird in aktuellen wissenschaftlichen Studien davon ausgegangen, dass zwischen 70 - 90 Prozent aller Industrieunfälle auf menschliches Versagen zurückzuführen sind. Das Ziel des Forschungsvorhabens besteht darin, ein Präventionsprogramm zur Vermeidung menschlicher Fehler zu entwickeln, mit dem Unfälle in gefahrengeneigten Industrien reduziert werden können. Ausgehend von ingenieurpsychologischen Klassifikationen menschlicher Fehler soll ein Diagnosesystem erarbeitet werden, das Aussagen über typische menschliche Fehler in unterschiedlichen Industrien und den jeweiligen Arbeitsprozessen ermöglicht. Ziel ist die Erstellung einer Matrix, aus der sich ablesen lässt, welche typischen menschlichen Fehler in welchem Arbeitsprozess bei welcher Industrie zu erwarten sind. Aufbauend auf diesen Diagnosen sollen spezifische Trainings zur Vermeidung menschlicher Fehler für unterschiedliche gefahrenintensive Industrien entwickelt werden. mehr

Entwicklung eines Trainings zur Gefahrenwahrnehmung im Straßenverkehr (abgeschlossen)

Eine Zusammenfassung des Projekts kann am Ende der Seite als PDF-Datei heruntergeladen werden.

07.05.2009, Long Duong Binh