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Gender und NachhaltigkeitGENDER UND NACHHALTIGKEIT

Ein Erlebnisbericht vom 26.03.2009

Geschlecht und Nachhaltigkeit ©

Für mich begann die Konferenzwoche 2009 mit der Frage „Was hat Geschlecht mit Nachhaltigkeit zu tun?“ Gender – allgemein ein wichtiges Thema für den Mann von heute. Wenn unsereins zukünftig in der Küche steht, putzt und Kinder erzieht während die Herrin des Hauses als unabhängige, starke Frau das Geld nach Hause bringt, erinnern wir uns auf diese Weise zumindest daran, wer damit angefangen hat. Aber zurück zum Vortrag: Er begann unter anderem damit, dass das Publikum auf seine Beteiligungsmöglichkeit hingewiesen wurde: ein Mikro würde herumgereicht „wie bei Deutschland sucht den Superstar“. Zum Glück blieben uns trotzdem schiefes Singen und vernichtende Kommentare (die sich vor allem seltsamer Vergleiche bedienen) erspart. Zuerst ging es um Energie. Dabei fand man zum Beispiel heraus, dass männliche Studenten einfach den ganzen Tag durchlüften, allerdings Studentinnen öfter waschen (eine kurzlebige Theorie dazu begründete dies in der Nutzung der Wäscherei „Mutti“ durch die Herren der Schöpfung; eine zweite damit, dass Frauen nach Farben sortieren „und son Quatsch“).  Letztlich musste jedoch eingestanden werden, dass die 32 befragten Studenten keine repräsentative Gruppe darstellten.
In den weiteren Vorträgen ging es um Bildung, d.h.: Bildung an Grundschulen.
Durch einen „Brubbelbrei von Nebengesprächen“ erfuhren die Zuhörer vom Verhalten der Schüler in der 3. und 4. Klasse. Wiederum taten sich die Mädchen hervor, allerdings fiel eines auf: die Bildung zur Nachhaltigkeit in der Grundschule war „zum größten Teil fast nur komplett müllorientiert“. Handlungsbedarf? Man schien sich uneinig: Nachhaltigkeit hört nicht bei Müll auf, ist durch den Umgang mit diesem aber wohl am einfachsten erlernbar.   
Im letzten Vortrag, der in einem Rollenspiel inszeniert wurde, kam heraus, dass auch die Lehrer im Bezug auf Nachhaltigkeit gebildet werden müssen. Was die Schüler anging, schien die Sache allerdings keinen Unterschied zu machen: es wurden zwei Grundschulen untersucht, von denen sich eine das Thema Umwelt auf die Flagge geschrieben hat. Die Schüler ließ das unbeeindruckt. Bei den Lehrern merkte man es schon mehr.
Das Fazit: Jungen sind weniger nachhaltig! Aber wie repräsentativ waren die vorgestellten Studien wirklich? Und muss man in der Grundschule tatsächlich schon nachhaltig sein? Meine Antwort: Nicht unbedingt, aber wir werden uns doch nicht von Mädchen schlagen lassen, oder?! Ähem. Also, an meine Jungs da draußen: Zeigt es ihnen! In der heutigen Zeit, in der Männlichkeit immer seltener und fragwürdiger wird, müssen wir auf allen Fronten zurückschlagen – selbst wenn das heißt, Müll zu trennen, das Licht auszumachen und unsere Fabrikarbeiter weniger auszubeuten.  Seid den Grundschülern ein Vorbild.

(Korbinian Obermann)

28.03.2009, konferenzstudium