Vorlesungsverzeichnis
Veranstaltungen von Dr. des. Holger Kuhn
Kunst- und bildwissenschaftliche Methoden (Seminar)
Termin/e:
wöchentlich | Donnerstag | 16:15 - 17:45 | 04.04.2013 - 04.07.2013 | C 12.101 a
Inhalt:
Ein Bild scheint ein evidenter Gegenstand zu sein. Um es zu verstehen, muss keine Sprache erlernt werden, jede_r kann es herstellen, benutzen, und seinen Sinn durchschauen – so eine Reihe von populären Vorurteilen.
Doch Bilder unterliegen eigenen Regeln: Die Arten, wie sie Sinn erzeugen oder unsere Affekte und Emotionen ansprechen, wie sie ihre Rezipient_innen einbeziehen, unterscheiden sich beispielsweise von der der Sprache. Sie erschöpfen sich auch nicht im Abbilden von Wirklichkeit, sondern erschaffen eigensinnig Wirklichkeiten. Dies gilt nicht nur für gezeichnete, gedruckte oder in Öl, Tempera oder Acryl gemalte Bilder, sondern auch für photographische und filmische Bilder. Stets greifen die Bilder ein in das, was sie darstellen, und verändern unser Wissen vom dargestellten Gegenstand.
Doch wie soll und kann man eigentlich über Bilder sprechen und schreiben?
Die Kunstgeschichte und in jüngerer Zeit die Bildwissenschaften haben ein vielfältiges Spektrum an Methoden entwickelt, mit denen sich jeweils unterschiedliche Aspekte von Kunstwerken und Bildern beleuchten lassen. Im Seminar werden einerseits Texte gelesen, die jeweils programmatisch stilanalytische, ikonographische, ikonologische oder rezeptionsästhetische Aspekte in den Vordergrund rücken. Andererseits werden neben diesen eher kunstwissenschaftlichen Methoden auch neuere Zugänge der Bildwissenschaften und der Visual Culture erschlossen.
Ziel:
Es werden Prämissen, Argumentationslinien und Erträge der programmatischen Texte gemeinsam erarbeitet. Dabei werden konkrete Bildbeispiele zum Prüfstein für unterschiedliche Methoden gemacht. Ziel ist es, ein Gespür dafür zu vermitteln, welche Methode welcher Fragestellung und welchem Gegenstand angemessen ist, und wie unterschiedliche Methoden in einer Bildanalyse verknüpft werden können.
SWS:
2
Zuordnungen:
Theorien der Bildwissenschaft (Seminar)
Termin/e:
wöchentlich | Donnerstag | 10:15 - 11:45 | 04.04.2013 - 04.07.2013 | C 5.325
Inhalt:
Mit den Schlagworten des iconic und des pictorial turn wurden große Projekte ins Auge gefasst. Manche sahen in dieser Wende und der Begründung von Bildwissenschaften die Chance, auf eine angebliche Bilderflut zu reagieren, die die globalen Grundlagen der Kommunikation, der Argumentation und Information umwälzen würde. Die Bedeutung der Bilder, zumal derjenigen, die digital verteilt und archiviert werden konnten, schien seit den 90er Jahren unermesslich groß zu werden. Rhetoriken von der Macht des Bildes wurden gängige Münze. Die Begründung der Bildwissenschaften versprach Antworten darauf, was ein Bild sei, bzw. was Visualität und Sehen ausmache. Ob diese Antworten aus Disziplinen wie der Kunstgeschichte stammen sollten, die sich seit jeher mit Bildern beschäftigte, oder aus einer umfassenden Mega-Disziplin, blieb offen; der privilegierte Zugang zu den Bildern (ob semiotisch, hermeneutisch, anthropologisch, medienphilosophisch, etc.) ist nach wie vor umstritten.
Im Seminar werden wir die prägnantesten Positionen lesen und an den jeweils aufgerufenen Bilderwelten – aus Popkultur, Wissenschaft und Kunst – prüfen.
Ziel:
Ziel ist es, die aktuellen Diskussionen kennen und differenzieren zu lernen. Diskurse und Rhetoriken wie die 'Macht des Bildes', 'Bilderflut' oder 'Verdrängung des Realen' sollen als historisch wiederkehrende Topoi erkannt werden, die jede Bildtechnik (und sei es die Ikonenmalerei im 8. Jahrhundert) begleiten können.
SWS:
2
Zuordnungen:
Sonstiges:
Zum Abschluss des Moduls Kunst und visuelle Kultur ist ein Seminar mit 2 SWS und ein Seminar mit 1 SWS zu belegen.
Das Seminar Fotografie als Mittel der Kriegsberichterstattung. Medialer Status, Narrative, Funktion von Wolfgang Brückle kann sinnvoll mit dem Seminar Theorien der Bildwissenschaft von Holger Kuhn kombiniert werden.



