Vorlesungsverzeichnis
Veranstaltungen von Hannes Loichinger
Appropriation Art und die Pictures Generation (Seminar)
Termin/e:
wöchentlich | Dienstag | 14:15 - 15:45 | 02.04.2013 - 14.05.2013 | C 6.316
Inhalt:
1977 realisierte der Kunstkritiker Douglas Crimp im Artists Space in New York die Ausstellung „Pictures“, an der die Künstler/innen Troy Brauntuch, Jack Goldstein, Sherrie Levine, Robert Longo und Philip Smith beteiligt waren. Nicht die Arbeit in einem spezifischen Medium verband diese Gruppe an Künstler/innen. Es war ihre Beschäftigung mit bereits existierendem Bildmaterial („Pictures“). Dieses wurde als Palimpsest verstanden, auf dem sich eine komplexe Schichtung aus Bildtradition, Repräsentation und Autorschaft überlagert.
„Pictures“ bezog sich dabei nicht ausschließlich auf die Bilder der Kunstgeschichte, sondern auf alle Bilder, die durch Magazine, Bücher, Filme und andere Formen der visuellen Massen- und Alltagskultur im Umlauf waren und deren Bedeutung durch verschiedentliche Re-Kontextualisierungen („Appropriationen“ – Aneignungen) aktualisiert wurde. Heute werden u.a. auch Künstler/innen wie Louise Lawler, Cindy Sherman, Barbara Kruger und Richard Prince zur „Pictures Generation“ gerechnet und werden aus kunsthistorischer Perspektive als exemplarische Vertreter/innen des Postmodernismus interpretiert.
Im Seminar werden künstlerische Fallbeispiele und die mit der „Pictures Generation“ verbundenen Theorien und Texte diskutiert. Der Bezugsrahmen reicht dabei von Momenten der Aneignung am Beginn des 20. Jahrhunderts bis hin zu Ausstellungen jüngeren Datums, wie beispielsweise „So machen wir es. Techniken und Ästhetiken der Aneignung“ (2011) im Kunsthaus Bregenz oder „Frozen Lakes“ (2013) im Artists Space in New York.
Ziel:
Erschließung einer der einflussreichsten künstlerischen Strömungen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts unter Berücksichtigung der kunsthistorischen und kunsttheoretischen Referenzen sowie der bis heute anhaltenden Diskussion der aufgeworfenen Fragestellungen.
SWS:
1
Zuordnungen:
Sonstiges:
Vorläufige Literatur:
Benjamin Buchloh, „Appropriation und Montage in der Gegenwartskunst“, in: Alexander Alberro und Sabine Breitwieser (Hrsg.), Art After Conceptual Art, Verlag der Buchhandlung Walter König, Köln 2006, S. 31-57.
Douglas Crimp, „Pictures“, in: Committee for the Visual Arts (Hrsg.), Pictures, Ausstellungskatalog, Artists Space, New York 1977, S. 3-29.
David Joselit, „Conceptual Art 2.0“, in: Contemporary Art, Alexander Dumbadze und Suzanne Hudson (Hrsg.), Wiley-Blackwell, Chichester 2013, S. 159-168.
Louise Lawler and Douglas Crimp, „Prominence Given. Authority Taken“, in: Grey Room, Nr. 4, Cambridge 2001, S. 70-81.
Stefan Römer, Fake als Original, AICA, Köln 1999.
Texte zur Kunst, Appropriation Now, Nr. 46, Berlin 2002.
Zum Abschluss des Moduls Moderne und zeitgenössische Kunst ist ein Seminar mit 2 SWS (Hinterwaldner) und ein Seminar mit 1 SWS (Loichinger) zu belegen.
Kunst und Politik: Anatomie einer Konjunktur (21. Jahrhundert) (Seminar)
Termin/e:
wöchentlich | Dienstag | 14:15 - 15:45 | 21.05.2013 - 02.07.2013 | C 6.316
Inhalt:
Die Geschichte des Begriffspaars Kunst und Politik ist mindestens ebenso alt, wie sie facettenreich ist. Was könnte das Politische an Kunst sein und in welchem Verhältnis zueinander stehen Kunst und Politik? Und welche Differenz besteht zwischen politischer Kunst und dem Versuch, Kunst politisch zu machen?
Die anhaltende Diskussion um Definition und Relation des Begriffspaares wird durch zahlreiche Themenhefte, Publikationen, Veranstaltungen und Ausstellungen kontinuierlich mit Nachschub versorgt. Und gerade in den letzten Jahren lässt sich von der 7. Berlin Biennale (2011) über die documenta 13 in Kassel (2012) bis zur Veranstaltungsreihe „Phantasma und Politik“ (2013) im Hebbel am Ufer in Berlin ein Ungenügen am und eine Befragung des rein Ästhetischen der Kunst feststellen.
Ziel:
Im Seminar wird eine Auswahl aus denjenigen Texten, Kunstwerken und Ausstellungen diskutiert, die zur anhaltenden Konjunktur des Begriffspaares im künstlerischen und kunstkritischen Diskurs sowie im Ausstellungswesen beigetragen haben. Ziel des Seminars ist ein Verständnis des Politischen in der Kunst des 21. Jahrhunderts, das sich nicht in der Abbildung politischer Themen und der Bebilderung von Missständen erschöpft, sondern die Möglichkeiten und Grenzen künstlerischen Handelns zur Disposition stellt.
SWS:
1
Zuordnungen:
- Leuphana Bachelor - Major Angewandte Kulturwissenschaften (auslaufend) - KKO 07 Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts
- Leuphana Bachelor - Major Kulturwissenschaften (ab WiSe 2010/2011) - Moderne und zeitgenössische Kunst
- Leuphana Bachelor - Major Angewandte Kulturwissenschaften (auslaufend) - KKO 10 Theorien der zeitgenössischen Künste
Sonstiges:
Vorläufige Literatur:
Claire Bishop, „Antagonism and Relational Aesthetics“, in: October, Nr. 110, Cambridge 2004, S. 51-79.
Helmut Draxler, „Der Fluch der Guten Tat“, in: Texte zur Kunst, Politische Kunst?, Nr. 80, Berlin 2010, S. 34-41.
John Kelsey, „The Hack“, in: Daniel Birnbaum und Isabelle Graw (Hrsg.), Canvases and Careers Today, Sternberg Press, Berlin 2008, S. 65-73.
Oliver Marchart, Hegemonie im Kunstfeld, Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln 2008.
Rosa Perutz, „Immun gegen die Freiheit“, in: Jungle World, Nr. 17, 26. April 2012, siehe online: http://jungle-world.com/artikel/2012/17/45322.html.
Jacques Rancière, Die Aufteilung des Sinnlichen, B-Books, Berlin 2006.
Zum Abschluss des Moduls Moderne und zeitgenössische Kunst ist ein Seminar mit 2 SWS (Hinterwaldner) und ein Seminar mit 1 SWS (Loichinger) zu belegen.
Filling the weak points - Ausstellungsprojekt mit Urban Subjects (Projektseminar)
Termin/e:
wöchentlich | Dienstag | 12:15 - 13:45 | 02.04.2013 - 21.05.2013 | Kunstraum
Einzeltermin | Sa, 01.06.2013, 10:15 bis Sa, 01.06.2013, 19:45 | Kunstraum
Einzeltermin | Do, 06.06.2013, 10:15 bis Do, 06.06.2013, 13:45 | Kunstraum
Einzeltermin | Sa, 01.06.2013, 10:15 bis Sa, 01.06.2013, 19:45 | Kunstraum
Einzeltermin | Do, 06.06.2013, 10:15 bis Do, 06.06.2013, 13:45 | Kunstraum
Inhalt:
Seit 1993 arbeiten die in Wien und im kanadischen Vancouver lebenden Künstler/innen Sabine Bitter und Helmut Weber an Projekten zu Stadt, Architektur sowie Politiken des Raumes und der Repräsentation. Ihre Foto- und Videoarbeiten wie „Caracas, Hecho en Venezuela“ (2003–2005) und „NEW Novi Beograd 1948–1986–2006“ (2007) verhandeln spezifische Momente und Logiken des globalen urbanen Wandels und deren Niederschlag in sozialen Beziehungen, Architektur und dem urbanen Alltag. 2004 gründeten sie zusammen mit dem an der Simon Fraser University in Vancouver tätigen Schriftsteller und Theoretiker Jeff Derksen die künstlerische Forscher-Gruppe Urban Subjects.
Im Wintersemester 2012/13 waren Urban Subjects für einen Workshop zu Gast im Kunstraum der Leuphana Universität Lüneburg. Daraus resultierte das künstlerisch-wissenschaftliche Projekt „Filling the Weak Points“ (Arbeitstitel) mit verschiedenen Rechercheschwerpunkten in Hamburg, Lüneburg und im Wendland, die von Studierenden bearbeitet werden. Aufbauend auf den Ergebnissen bisheriger und weiterer Recherchen u.a. wird eine Ausstellung im Kunstraum realisiert.
Zu ihrer Vorbereitung werden im Seminar einige grundlegende Texte zu kuratorischen Prozessen und verschiedenen künstlerischen Ausstellungs- und Displayformaten behandelt, über die ein Verständnis aktueller künstlerischer Praktiken und Denkweisen vermittelt wird. Neben den wöchentlichen Sitzungen in der ersten Hälfte des Semesters, findet am 1. Juni 2013 ein weiterer Workshop mit Urban Subjects statt. Im Anschluss daran wird gemeinsam mit den Künstler/innen die Aussstellung realisiert. Geplanter Eröffnungstermin ist der 6. Juni 2013.
Ziel:
Die Studierenden erarbeiten sich einen Zugang zu aktuellen Formen künstlerischer und wissenschaftlicher Forschung in Kooperation mit den Foto- und Videokünstler/innen Sabine Bitter und Helmut Weber. Sie begleiten und beteiligen sich an Recherchen sowie der Entwicklung eines Ausstellungsformats für den Kunstraum der Leuphana Universität Lüneburg. Sie lernen wie Ausstellungen im zeitgenössischen Kunstfeld vorbereitet und wie professionelle künstlerische Arbeiten unter Berücksichtigung kultur- und sozialwissenschaftlicher Diskurse produziert werden und wie das Wechselverhältnis von Produktion, Diskurs und Kommunikation bzw. Vermittlung sich gestaltet. Sie üben sich in das Recherchieren und die Herstellung von Texten gemäß den Konventionen des künstlerischen Feldes ein. Es erfolgen Vernetzungen in das Praxisfeld Kunst. Neben kognitiven und methodischen Kompetenzen werden auch Sozialkompetenzen wie Teamfähigkeit ausgebildet.
SWS:
2
Zuordnungen:
Sonstiges:
Das Seminar erfolgt in enger Verbindung mit dem von Ulf Wuggenig geleiteten zweiten Seminar des Moduls, in dem gleichfalls Aspekte dieses Projekt behandelt werden, aber auch praktische Erfahrungen mit der Vorbereitung und Verleihung eines Kunstpreises – dem Daniel Frese Preis 2013 – gemacht werden können.
Vorläufige Literatur
Reesa Greenberg, Bruce w. Ferguson und Sandy Nairne (Hrsg.), Thinking About Exhibitions, Routledge, New York 1996.
Jennifer John, Dorothee Richter und Sigrid Schade (Hrsg.), Re-Visionen des Displays, jrp|ringier, Zürich 2008.
Live like This!, Ausstellungskatalog zur gleichnamigen Ausstellung von Sabine Bitter und Helmut Weber im Kunsthaus Graz, Edition Camera Austria, Graz 2005.
Paul O’Neill, The Culture of Curating and the Curating of Culture(s), MIT Press, Cambridge 2012.
Mary Anne Staniszewski, The Power of Display, MIT Press, Cambridge 1998.
http://www.lot.at/Urban_Subjects_US/index.html
http://urbansubjects.blogspot.de/
Urban Subjects sind seit 2012 Residenzkünstler/innen des Leuphana Arts Program.
http://www.leuphana.de/leuphana-arts-program.html



