Forschungsbereiche

Vier zentrale Themen liegen unserer interdisziplinären Forschung zugrunde:

Potenziale und Chancen städtischer Möglichkeitsräume liegen vor allem in der Möglichkeit permanenter Wertereflektionen. Nachhaltige Entwicklung bedarf als regulative Idee immer wieder der Konkretisierung und Verständigung über orientierende Sichtweisen und Werte. Zudem sind sie Inkubatoren von Kompetenzen; in städtischen Möglichkeitsräumen wird die Suche und Bewertung kreativer, ästhetischer und kultureller Kompetenzen für eine nachhaltige Stadtentwicklung gefördert und gewünscht.

Praktiken und Umsetzungen städtischer Möglichkeitsräume finden sich in der kreativen Praxis wieder: Kreativität ist hierbei der Moment einer nachhaltigen Stadtentwicklung, der künstlerische Inpulse ernst nimmt. Wir fragen uns dabei, welche individuelle und kollektive Kreativität in Möglichkeitsräumen Bestand hat und wachsen kann und welche Bedeutung der kulturelle Entrepreneur dabei für die nachhaltige Stadt hat. Zu den Praktiken gehören auch unterschiedliche Formen der Kooperation: Wie kooperieren Akteure der Möglichkeitsräume miteinander und mit den Institutionen der Stadt? Welche städtischen Netzwerke stärken und schwächen die Umsetzung einer nachhaltigen Stadtentwicklung, mit welchen Akteuren befindet man sich in welxchen Macht- und Abhängigkeitsrelationen? Weiter interessieren und die Formen der Partizipation und Teilhabe: welche Formen gibt es bei und für die nachhaltige Stadtentwicklung, und welche Formen der Kritik und des Protestes an nichtnachhaltigen Stadtentwicklungen finden statt?

Personen und Institutionen sind die Akteure und Schlüsselfiguren des Wandels hin zu einer nachhaltigen Stadt:  Institutionen bieten Akteuren einen Handlungsrahmen mit Regeln, Ritualen, Vertrautheiten und (Eigen-) Logiken. Diese Institutionen wirken in den Möglichkeitsräumen hinein und auf die Akteure. Welches sind die Mechanismen, durch die Wissen und Kompetenzen für eine nachhaltige Entwicklung aufgebaut und genutzt werden? Wie entstehen tragfähige soziale und ökonomische Strukturen? Wie wird dabei ein Bewusstsein und eine Kultur des Zusammenlebens für die nachhaltige Entwicklung in der Stadt entwickelt und weitergegeben? Wie können trotz (oder wegen) dieser institutionellen Pfade Innovationen für nachhaltige Stadtentwicklung hervorgebracht werden?  Welche Taktiken und Strategien, welche Barrieren und Hindernisse finden die Akteure vor?

Produkte und Resultate sind die Beiträge der Initiativen und sozialen Bewegungen zu einer nachhaltigen Stadt: Wie wirken diese Akteure auf konkrete Felder der Flächennutzung, der Stadtplanung, des Immobilienmarkts, der Energiewende/Klimaschutz, der Mobilität, der Ernährung/Konsum, der sozialen Kohäsion, der Ressourcenverantwortung sowie auf neue Produktions-, Distributions- und Konsumptionsformen, die mit dem Begriff „Commons“ verbunden sind?