UNESCO Chair Tagung bietet Möglichkeit des Austauschs und der Diskussion

Deutsche UNESCO Kommission formuliert Nachhaltigkeitsziele für Hochschulen

„Nachhaltigkeit in neuer Form ist ein wichtiges Thema“, verdeutlichte auch Walter Hirche. Hirche war von 2002 bis 2014 Präsident der Deutschen UNESCO Kommission (DUK) und ist nun Vorsitzender des Fachausschuss Bildung der DUK und Mitglied des Rates für Nachhaltige Entwicklung, einem Beratungsgremium mit Mandat der Bundesregierung. Die Gemeinsamkeiten der Chairs seien meist sehr speziell und daher die jährlichen Treffen umso wichtiger. Der RNE habe einen Hochschulkodex unter dem Stichwort Nachhaltigkeit entwickelt, die zur Zeit diskutiert und voraussichtlich Ende diesen oder Anfang nächsten Jahres in Kraft treten würde. Außerdem habe die Digitalisierung einen großen Einfluss auf alle Lebensbereiche. Auch die Entstehung neuer Lernformen sei wahrscheinlich. Beherrschendes Thema an vielen Hochschulen sei die mögliche Umsetzung der Sustainable Development Goals (SDGs), die von den Vereinten Nationen entwickelt wurden. Die 17 Ziele beschreiben Verbesserungen in der Umwelt sowie auf sozialer und wirtschaftlicher Ebene. Eines dieser Ziele ist, bis 2030 für alle Menschen die Möglichkeit des lebenslangen Lernens zu schaffen und jedem die gleichen Bildungschancen zu bieten. „Ich hoffe, dass Sie durch diese Tagung fachliche Anregungen zum Weiterdenken erhalten“, so Hirche zur Eröffnung der Tagung.

Ziele und Selbstverständnis der deutschen UNESCO Chairs

Am Ende der Veranstaltung verabschiedeten die Chair-Vertreter eine gemeinsame Selbstverständniserklärung. Als Rahmen für die gemeinsame Arbeit möchte sich das Netzwerk an den Sustainable Development Goals (SDGs) orientieren und Diskurse im eigenen Fachgebiet mitgestalten.

Die Zusammenarbeit mit anderen UNESCO-Netzwerken und Chairs in anderen Ländern soll gesucht und die besondere Expertise der Chairs gegenüber der UNESCO in Zusammenarbeit mit der DUK weltweit eingesetzt werden. Ihre besondere Expertise soll auch bei einschlägigen Institutionen und Verbänden in Deutschland sichtbar gemacht werden. Außerdem sollen gemeinsame Projekte initiiert werden, welche wissenschaftliche Exzellenz und fachübergreifenden Perspektiven zusammenbringen.

„Der Austausch untereinander ist für die Arbeit der Chairs besonders wichtig“

Auch Prof. Dr. Gerd Michelsen wandte sich an die Mitarbeiter_innen der Chairs. Er wünsche sich, dass auch an anderen Hochschulen Prozesse der Veränderung angeregt würden. Gerade der Aspekt der Verantwortung sei dabei wichtig. „Ich freue mich, dass alle deutschen UNESCO Chairs hier vertreten sind“, erklärte Michelsen. Um einen optimalen Austausch zu ermöglichen, seien bewusst drei Schwerpunkte für die Präsentation und Diskussion der einzelnen Chairs gesetzt worden. „Es ist wichtig, begonnene Diskussionen nicht verebben, sondern wieder aufleben zu lassen“, ist Michelsen überzeugt. Es sei wichtig, eine gemeinsame Grundlage zu schaffen und voneinander zu lernen. „Ich möchte Sie außerdem bitten, darüber nachzudenken, ob wir als weitere Anregung für unsere Arbeit ein gemeinsames Verständnis für die UNESCO Chair Arbeit festhalten wollen."

Das erste gemeinsame Projekt der Chairs: Entwicklung eines Moduls fürs Studium

Die Erarbeitung einer Open Educational Ressource (OER) zu einem UNESCO-Modul, das von allen UNESCO Chairs in Deutschland an den jeweiligen Hochschulen im Studium realisiert werden kann, ist das erste gemeinsame Projekt. Im Mittelpunkt des Moduls stehen Idee und Arbeitsschwerpunkte der UNESCO, also Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation. Durch die Beschäftigung der Studierenden mit Themen und Fragestellungen aus diesen Themenbereichen können gleichzeitig neue Impulse für die Arbeit des Netzwerks und der Chairs entstehen. Alle deutschen Chairs beteiligen sich mit Inhalten ihrer jeweiligen Expertise.

Autorin: Morgaine Struve