Laufende Projekte & empirische Daten

Empirische Daten in laufenden und abgeschlossenen Projekten

Behind the Steele Curtain: An Empirical Study of Trademark Conflicts Cases, 1952-2016", SSRN-Download 

Abstract: The law on international trademark disputes is founded on a precedent from 1952. Steele v. Bulova Watch Co. is the first and only Supreme Court decision on the question of how far the Lanham Act should be extended beyond the US’s national borders when an international infringement is at issue. The decision laid the foundation for a three-pronged test structure that focuses on the factors of defendant nationality, effects on US commerce, and conflicts with foreign law. Although international trademark conflicts have multiplied dramatically – particularly throughout the last decade – there has been no systematic and comprehensive account of the actual state of the law. Courts and commentators continue to rely on a small set of leading cases – Steele and a handful of appellate court opinions – when testing the territorial scope of the Lanham Act, ignoring the landscape of lower courts’ decision-making. To address this blind spot, I conducted an empirical study of the field’s case law from its inception in 1952 until 2016. The results, presented in this article, reveal that much of the conventional wisdom is questionable, if not incorrect. This article not only provides new and unexpected insights into the actual extension of US trademark law beyond national territory but also explains which factors drive the outcome of extraterritoriality testing in practice, how these factors interact with one another, and how each factor has been micro-shaped over time. Based on these findings, the article suggests several corrections to existing doctrine. More succinctly put, one can say that, in the interest of aligning judicial practice with the realities of socioeconomic globalization, the current overextension of the Lanham Act must be curbed. The doctrine of trademark extraterritoriality that has evolved in the wake of Steele v. Bulova is an anticompetitive detriment rather than a right-owner panacea.

Urheberrecht und Evolution – Kreativität im Gravitationsfeld multipler Einflussfaktoren

Abstract: Das Urheberrecht war stets eine Materie im Wandel. Mit den technologischen Fortschritten des Internetzeitalters entstehen Herausforderungen der Anpassung allerdings in immer kürzeren Abständen. In der Folge hat sich auch die juristische Doktrin verändert. Von den Anfängen eines individuell-naturrechtlichen Konzepts hat sich die Diskussion zunehmend in Richtung einer ökonomisierten Betrachtung verschoben. Ungeachtet der Frage, ob dies begrüßt oder als Übel verdammt werden sollte, leidet die Diskussion unter einem grundsätzlichen Defekt: Immer noch herrscht die Vermutung, dass das Niveau an Kreativität in der Mehrzahl der Fälle eng mit der Gewährung von Rechten und mit der Höhe des Schutzniveaus verknüpft ist. Dieses Verständnis ist der Grund dafür, dass das Urheberrecht seit jeher und bis in die Gegenwart hinein eine monolithische Struktur einheitlicher Schutzstandards vorsieht. Mit anderen Worten: Ungeachtet des jeweiligen Produkts, Sektors oder Marktplatzes für kreative Produkte – das Recht statuiert stets nahezu gleiche Voraussetzungen und gewährt den nahezu gleichen Umfang von Rechten. Diese strukturelle Vereinfachung steht in drastischem Konflikt mit der Realität. Kreativität ist von einer Vielzahl unterschiedlicher Faktoren – technologisch, gesellschaftlich, ökonomisch – bestimmt und getrieben. Und es ist nicht nur der permanente Wandel, der Probleme bereitet. Vor allem die Geschwindigkeit des Wandels stellt die Regulierung menschlicher Kreativität vor ständig neue Herausforderungen und erfordert einen Paradigmenwechsel. Gefordert ist ein stärker prozessorientierter und evolutorischer Ansatz. Die Grundlagen für eine Neuorientierung dieser Art wurden bereits vor ungefähr einhundert Jahren in ganz allgemeiner Art in John Wigmore’s Traktat über „Evolution and Law“ beschrieben. Eine Anwendung dieser Erkenntnisse auf die Realität des modernen Urheberrechts schafft zahlreiche Einblicke. Dies gilt vor allem im Hinblick auf die häufig übersehene Tatsache, dass die praktische Rechtsanwendung weitaus stärkeren Einfluss auf den Inhalt des Urheberrechts als „law in action“ und damit auf die tatsächliche Regulierung kreativer Tätigkeiten hat als der parlamentarische Gesetzgeber. Auf der Grundlage dieser Erkenntnis können zahlreiche Vorschläge zur Modifikation des Rechts in Richtung einer flexibleren und ökonomisch ausgewogeneren Doktrin formuliert werden.

Kommentierung: Internationales Kapitalmarktrecht, in: Christine Budzikiewicz, Marc-Philippe Weller & Wolfgang Wurmnest (Hrsg.), Beck'scher Online-Großkommentar, Neukommentierung, ungefähr 120 Seiten, in Bearbeitung.

Kommentierung: §§ 4 Nr. 3 und Nr. 4 UWG (n.F.) in: Otto Teplitzky, Karl-Nikolaus Peifer & Matthias Leistner (Hrsg.), UWG - Großkommentar zum Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb mit Nebengesetzen, 3. Auflage, ungefähr 300 Seiten, in Bearbeitung.