Profilstudium: Lehren und Lernen

Für Grund-, Haupt- und Realschulen

Inklusion, digitales Lehren und Lernen oder sprachsensibler Unterricht – fächerübergreifende Querschnittsthemen für Lehrkräfte bedürfen einer professionellen Expertise. Spezielle berufsfeldbezogene Qualifikationen gewinnen daher neben den fachlichen, didaktischen und pädagogischen Kompetenzen an Bedeutung.

In diesem Video erfahren Sie mehr über den Aufbau und die Rahmenbedingungen der drei Profile:

In diesem Video erfahren Sie mehr über die inhaltliche Ausgestaltung der drei Profile:

Das Profilstudium

Die Leuphana ermöglicht es Ihnen, bereits frühzeitig selbstgewählte Schwerpunkte für spätere berufliche Aufgaben zu setzen. Durch die Wahl eines Profils können Sie sich dabei gezielt mit einer der zentralen Herausforderungen schulischer Bildung auf freiwilliger und selbstverantwortlicher Basis reflexiv auseinandersetzen. Unabhängig von den Unterrichtsfächern und der Schulform können Sie als Studierende des B.A. Lehren und Lernen eines der drei Profile belegen:

  • Profil Inklusion und Diversität
  • Profil Digitales Lehren und Lernen
  • Profil Sprachliche Bildung 

Anmeldungen für das Profilstudium sind ab dem Sommersemester 2021 für alle Studierenden möglich, die ab dem Wintersemester 2020/21 ihren Bachelor mit Lehramtsoption begonnen haben.

Profil Inklusion und Diversität

Lehrkräfte stehen vor der Herausforderung, einer immer größer werdenden Diversität konstruktiv zu begegnen und allen Schüler*innen die Teilhabe am schulischen und damit auch am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Für das Gelingen inklusiver Schulen sind eine positive Haltung und Wertschätzung von Verschiedenheit, diagnostische und adaptive Lehrkompetenzen und die Bereitschaft und Kompetenz zur Kooperation mit verschiedenen am Schulleben beteiligten Akteuren ausschlaggebend.

Im Rahmen des Profilstudiums Inklusion und Diversität setzen Sie sich mit folgenden Inhalten auseinander.

Individualebene

Die Inhalte, die sich auf die Individualebene beziehen, widmen sich der individuellen Lehrkraft und ihren Einstellungen zu Inklusion, ihrem Wissen über Diversitätsdimensionen sowie den sozialen Konstruktionsprozessen von Diversität und Verschiedenheit. Dabei sollen Sie besonders für die sozialen Konstruktionsprozesse von Diversität und Verschiedenheit sensibilisiert werden, um die Reproduktion von Kategorien beruhend auf gesellschaftlichen Konventionen, Denkgewohnheiten, Stereotypen und Vorurteilen im eigenen (pädagogischen) Handeln zu vermeiden. Im Rahmen dieser Inhaltsebene wird es Ihnen ermöglicht, Ihr Inklusionsverständnis zu erweitern.

Unterrichtsebene

Die zweite Ebene bezieht sich auf unterrichtliche Prozesse und das konkrete Handeln einer Lehrkraft im inklusiven Fachunterricht. Ein adaptiver Umgang mit differenten Lernvoraussetzungen der Schüler*innen ist eine zentrale Anforderung an professionelles Handeln von Lehrkräften. Sie setzen sich demnach vertieft mit allgemein- und fachdidaktischen Ansätzen zum Umgang mit Diversität in Schule und Unterricht sowie mit der Analyse, Planung und Reflexion von Lehr- und Lernsituationen in heterogenen Lerngruppen auseinander. Außerdem werden Fragestellungen der pädagogisch-psychologischen und sonderpädagogischen Diagnostik und Förderung vertieft bearbeitet. Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt dieser Ebene berücksichtigt sonderpädagogische Vertiefungsmöglichkeiten in den Bereichen Lernbeeinträchtigungen, Verhaltens- und Sprachstörungen.

Schulebene

Die Schulebene als dritte Ebene wendet sich dem Bereich der Schulentwicklung zu, da Inklusion nicht mit dem Unterricht endet. Dabei spielt die Kooperation zwischen unterschiedlichen Akteur*innen innerhalb einer Schule (auch außerschulischen Akteur*innen) eine bedeutende Rolle. Sie setzen sich vertieft mit Kooperationskonzepten, Modellen der Teamentwicklung und der Teamarbeit sowie mit Kommunikations- und Beratungsformen auseinander.

Profil Digitales Lehren und Lernen

Lehrkräfte stehen vor der Herausforderung dem durch Medien und Medienentwicklungen geprägten gesellschaftlichen Wandel im schulischen und unterrichtlichen Kontext konstruktiv zu begegnen. Eine zentrale Aufgabe ist dabei die Förderung von Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler in Richtung einer sachgerechten, selbstbestimmten, kritischen, sozial verantwortlichen und kreativen Mediennutzung.

Um sich auf diese Aufgabe vorzubereiten, setzen Sie sich im Profilstudium Digitales Lehren und Lernen mit mindestens einem der drei folgenden Themenbereiche auseinander:

Fachliches Lernen mit digitalen Medien

Inwiefern Medien und Medienangebote das fachliche Lernen didaktisch und methodisch unterstützen können, ist eine übergeordnete Fragestellung, die unter allgemeindidaktischen und lernpsychologischen Gesichtspunkten, aber vor allem auch unter fachspezifischen und den jeweils fachdidaktischen Prämissen bearbeitet wird. Aus fachlicher und fachdidaktischer Perspektive setzen Sie sich mit der Nutzung digitaler Medien auseinander. Augenmerk liegt hier auf der begründeten Auswahl als auch auf der rezeptiven und produktiven Nutzung von Medien als Werkzeuge für unterrichtliche Zwecke.

(Fachliches) Lernen über digitale Medien

Sie werden darauf vorbereitet, die Vermittlung von Kompetenzen in einer digitalen Welt in Ihren Fächern zu fördern. Darüber hinaus haben Sie im Profil Digitales Lehren und Lernen die Möglichkeit, sich mit der Bedeutung der Digitalisierung für Bildung, Erziehung und Lernen auseinanderzusetzen.

Digitale personale Bildung im (Fach-)Unterricht

In diesem Bereich beschäftigen Sie sich mit der Reflexions- und Kritikfähigkeit über digitale Medien. Sie setzen sich z.B. mit der Bearbeitung ethischer Fragen im Zusammenhang mit der digitalen Identität, mit technischen Möglichkeiten der Datenverarbeitung für das eigene Konsumverhalten oder mit Medienmanipulationen auseinander.

Sprachliche Bildung

Der Zusammenhang zwischen sprachlichem und fachlichem Lernen steht im Mittelpunkt des Profils Sprachliche Bildung. Eine zentrale Aufgabe besteht hierbei darin, die Spacherfahrungen aller Schüler*innen produktiv einzubeziehen und Lerngelegenheiten für die Aneignung jener sprachlichen Kompetenzen zu schaffen, die für die Teilhabe am jeweiligen Unterrichtsfach und damit für Bildungsteilhabe insgesamt relevant sind.

Im Rahmen des Profilstudiums Sprachliche Bildung setzen Sie sich Inhalten aus den folgenden Bereichen auseinander:

Sprachliche Bildung und gesellschaftliche Diversität

In diesem Inhaltsbereich befassen Sie sich mit dem Zusammenhang zwischen den Spracherfahrungen der Schüler*innen und institutionellen Bedingungen für sprachliche Bildung. Sie setzen sich außerdem mit Ihrer eigenen Haltung zu gesellschaftlicher und sprachlicher Diversität auseinander. 

Sprachliche Bildung und Unterricht

Die Verbindung von fachlichem und sprachlichem Lehren und Lernen steht im Mittelpunkt dieses Inhaltsbereichs. Zentrales Ziel ist, Unterricht so zu gestalten, dass eine Teilnahme an fach- und schulrelevanter Kommunikation für alle Schüler*innen möglich wird. Dafür nehmen Sie besonders den fachlichen Diskurs und die Fachsprache des jeweiligen Unterrichtsfaches in den Blick.

Sprachliche Bildung und Schulorganisation

Die Rahmenbedingungen für die Umsetzung einer durchgängigen sprachlichen Bildung in der Schule sind Gegenstand dieses Inhaltsbereichs. Die Entscheidungen für die Umsetzung einer durchgängigen Sprachbildung wird nicht von einzelnen Lehrkräften getroffen, sondern erfordert die Initiierung von gemeinsamen Entwicklungsprozessen in Schulen und die Verankerung von sprachlicher Bildung auf organisatorischer Ebene. Hierfür spielt die Kooperation zwischen relevanten Akteur*innen inner- und außerhalb einer Schule sowie ein Blick für institutionelle Teilhabemöglichkeiten eine bedeutende Rolle. 

Ablauf des Profilstudiums

  • Einstiegsreflexion. Sie gewährleistet frühzeitig eine intensive Auseinandersetzung mit zentralen profilbezogenen Inhalten und eigenen Vorerfahrungen.
  • Lehrveranstaltungen und E-Portfolio. Sie belegen vier Lehrveranstaltungen mit Profilbezug und setzen sich in einem E-Portfolio reflexiv mit den profilbezogenen Inhalten dieser Lehrveranstaltungen sowie Ihrer eigenen Kompetenzentwicklung auseinander. Durch das E-Portfolio wird die selbstgesteuerte Kompetenzentwicklung sichtbar und für weitere Reflexionen zugänglich.
  • Schulpraktika. Die Wahrnehmung, Analyse und Reflexion konkreter Handlungen werden im Rahmen der Schulpraktika gestärkt.
  • Abschlussarbeit. In einer Abschlussarbeit (Bachelor- oder Masterarbeit) erfolgt eine vertiefte wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Profilthema.
  • Abschlussreflexion und Abschlussgespräch. Die Reflexion und das Gespräch mit einer*m Dozierenden am Ende des Studiums runden das Profilstudium ab, indem gemeinsam der Lernprozess reflektiert und individuelle Weiterentwicklungsmöglichkeiten formuliert werden.

Leuphana Spezialitäten: Das Profilstudium

Auf einen Blick: Profilstudium im Lehramt

  • Zielgruppe: Studierende des Lehramts an Grund-, Haupt- und Realschulen
  • Verpflichtend: Nein, es ist ein freiwilliges Angebot
  • Anmeldung: ab dem zweiten Semester mit Anmeldeformular
  • Besondere Zugangsvoraussetzungen: keine

Anmeldung für Profilstudium

Sie können sich zwischen Beginn des zweiten und Ende des vierten Semesters für ein Profil anmelden. Der Einstieg in das Profilstudium ist sowohl zum Sommer- als auch zum Wintersemester möglich.

Bis zum 15. Februar (für das Sommersemester) beziehungsweise bis zum 15. August (für das Wintersemester) können Sie das Anmeldeformular per E-Mail an die Koordinationsstelle für Profilstudiengänge senden.

Die Anmeldung für das Profilstudium sind ab dem Sommersemester 2021 für alle Studierenden möglich, die ab dem Wintersemester 2020/21 ihren Bachelor mit Lehramtsoption begonnen haben.

Kontakt & Beratung

Koordinationsstelle für Profilstudium

Die Koordinationsstelle für Profilstudiengänge steht bei allen Fragen rund um das Profilstudium per E-Mail und nach Terminvereinbarung persönlich zur Verfügung.