Sondersendung

Freiheit, Frieden, Sicherheit – aber wie?

Präsident Spoun im Gespräch mit Cathryn Clüver Ashbrook und Tobias Lenz

Am 24. Februar 2022 hat Russland die Ukraine angegriffen. Seitdem kann niemand mehr ignorieren, dass in Europa Krieg herrscht. Auf dem Logo der Leuphana Konferenzwoche steht seitdem „NEW DEAL: Green & Peaceful“. Aber was können wir wirklich für den Frieden tun? Sascha Spoun, Präsident der Leuphana, hat diese Frage während der Konferenzwoche in einer Sondersendung mit der Politologin Cathryn Clüver Ashbrook und Tobias Lenz, Professor für internationale Beziehungen, diskutiert.

Zwei Menschen sitzen an einem Tisch, am rechten Rand befindet sich eine Videokamera ©Anastasia Adasheva
Präsident Spoun im Gespräch mit der Politologin Cathryn Clüver Ashbrook und Tobias Lenz, Professor für internationale Beziehungen

Vielleicht ist es zum Teil der berühmte hindsight bias. Doch komme für viele der Krieg in der Ukraine rückblickend nicht überraschend, sagt Cathryn Clüver Ashbrook. Sie verweist auf die Kriege in Tschetschenien 2001, Georgien 2008, Syrien 2011 und in der Krim 2014. Trotz dieser offensichtlichen Vorstöße hat der Westen lange an der Maxime „Wandel durch Handel“ festgehalten und versucht, Russland einzubinden wo es eventuell gar nicht eingebunden werden wollte, argumentiert die Politologin. Tobias Lenz betrachtet den Angriff auf die Ukraine als eine Eskalation „der Politik der kleinen Schritte“, die Russland bislang verfolgt hat. Angesichts dieser neuen Qualität russischer Aggression stelle sich nun die Frage: Was tun, damit Frieden einkehrt in Europa?

Solidarität sei mit Sicherheit ein zentraler Punkt. Menschen, die in der Ukraine bleiben, dürften nicht das Gefühl haben, dass der Rest der Welt sie im Stich lässt. Menschen, die aus der Ukraine flüchten, bräuchten einen sicheren Ort und Unterstützung. „Menschlichkeit beweisen, Menschlichkeit behalten“, bringt Clüver Ashbrook es auf den Punkt. Ebenso zentral sei, den Fluss von Informationen sicherzustellen. Ein gemeinsames Verständnis von Fakten und Realitäten stelle einen „Grundstock der Demokratie“ dar.

Beide Redner*innen sehen jedoch keine realistische Möglichkeit, dass die Ukraine jetzt schnell Mitglied in der EU werden könnte. Selbst im Ansatz sei so etwas erst dann denkbar, wenn für den aktuellen Konflikt diplomatische Lösungen gefunden sind, sagt Lenz. Er habe jedoch Hoffnung, dass die gegen Russland verhängten Sanktionen tatsächlich an den richtigen Stellen Druck ausüben. Die Loyalität der russischen Oligarchen gegenüber Putin könne mit anhaltenden wirtschaftlichen Einbußen schwinden. Eine ernstgemeinte Energiewende, die unsere Abhängigkeit von russischem Gas beendet, wäre ein weiterer wichtiger Schritt, um Putins Machtbasis zu schwächen.

Zum Abschluss des Gesprächs griff Sascha Spoun noch einmal einen Gedanken aus seiner Eröffnungsrede zur Konferenzwoche auf: Putin und seine Regierung stehen nicht für die gesamte russische Bevölkerung. Diese Differenzierung immer wieder bewusst zu treffen, könnte die Brücke sein, die uns in eine Zukunft mit einem friedlichen Russland führt.

Schaut hier das Gespräch in voller Länge:

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