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Studierende im Portrait: Bastian Hagmaier – Das umsichtige Organisationstalent

31.01.2018 Seinen Bachelor-Abschluss in Umweltwissenschaften hat Bastian Hagmaier bereits in der Tasche. Jetzt ist er im Master und schließt parallel noch ein zweites Bachelor-Studium ab. Im Gespräch erzählt er wie er es schafft, darüber hinaus im Startwochen-Team zu arbeiten und ehrenamtlich engagiert zu sein.

„Nach dem Abi war für mich noch nicht greifbar, was ich machen wollte. Ich hatte mich in der Schulzeit in der Gemeinde engagiert, Jugendgottesdienste und Sommerfahrten geplant und war Vorstand des Kirchenkreisjugendkonvents Bleckede. Organisation und Soziales lagen mir. Dennoch brauchte ich mehr Zeit, um mich für ein mindestens dreijähriges Studium zu entscheiden. Also bin ich für ein Jahr nach Neuseeland zum Work-and-Travel gegangen. Dort habe ich Kiwis in Kisten gepackt und überlegt: Was mache ich weiter?

Im Kiwis stapeln war ich richtig gut

Im Kiwis stapeln war ich nachher richtig gut, habe mich dann jedoch für ein anschließendes Freiwilliges Soziales Jahr in einem bilingualen Kindergarten in Hamburg entschieden. In der Zeit sah ich mir viele Studiengänge an und besuchte Infoveranstaltungen. Lüneburg kam für mich als Studienort zunächst nicht in Frage. Ich bin in Marienau im Landkreis Lüneburg in die Schule gegangen. Es war eine gute Zeit, aber ich wollte gern erstmal weg aus der Region. Also schaute ich mir Unis in ganz Deutschland an. Aber ich war auch hier beim Bachelor-Infotag. Das College Studienmodell hat mich überzeugt und war für mich der Treiber, nach Lüneburg zu kommen. Mit den Umweltwissenschaften kann ich Sozial- und Naturwissenschaften verbinden. Auch das Nebenfach ist wichtige Ergänzung für mich. Zunächst habe ich mit Bildungswissenschaften begonnen, dann aber gemerkt: Das ist zu theoretisch für mich. Ich wechselte zu VWL. 

Mir ist der Bezug zur Praxis wichtig: Im fünften Semester habe ich ein Praktikum bei einem DAX-notierten Konzern in Leverkusen gemacht. Dort arbeitete ich in der Nachhaltigkeitsabteilung am integrierten Geschäftsbericht mit. Ich merkte, dass mich die Arbeit in so einem großen, komplexen Unternehmen fordert. Einige Kolleg_innen fragten, weshalb ich morgens mit dem Rad zur Arbeit komme.

2nd-Page Blöcke initiiert

Mich interessiert eher der sozialunternehmerische Bereich. Er bereitet mir Freude. Deshalb habe ich mich vier Jahre lang intensiv bei der studentischen Initiative „Enactus Lüneburg e.V.“ engagiert. Dort versuchen wir, gesellschaftliche Fragestellungen mit sozialem Unternehmertum zu beantworten. Wir haben beispielsweise die 2nd-Page Blöcke initiiert. Diese Idee ist nach meinem Geschmack: verantwortlicher Umgang mit Ressourcen kombiniert mit sozialen Aspekten. Die Blöcke aus einseitig bedrucktem Papier werden in Behinderten-Werkstätten hergestellt. Haben sie mehr Aufträge, können mehr Arbeitsplätze in den Werkstätten geschaffen werden. Das gefällt mir.

Nach meinem Praktikum in Leverkusen wurde mir klar: Ich brauche umfangreiche betriebswirtschaftliche Kenntnisse, um die Nachhaltigkeitsherausforderungen in Unternehmen besser verstehen und angehen zu können. Deshalb habe ich bereits parallel zu Umweltwissenschaften noch mein zweites Bachelor-Studium „International Business Administration and Entrepreneurship“ angefangen. Ich bin froh, dass mir das System an der Leuphana ein Doppelstudium ermöglicht.

Der hohe organisatorische Aufwand eines Doppelstudiums kommt zu meinem studentischen Arbeitspensum hinzu. Zum Glück musste ich für beide Studiengänge nur eine Abschlussarbeit verfassen. Ich habe eine empirisch-quantitative Arbeit zu Schlüsselkompetenzen mit dem Thema „Key competencies for sustainability – Application in sustainable entrepreneruship” geschrieben. Ich kann mir gut vorstellen, in der Masterarbeit darauf aufzubauen. Ich hoffe, dass ich meinen mittlerweile begonnen Master „Global Sustainability Science“ im Sommer 2019 abschließen kann.

Schaffe ich das pünktlich?

Vorher geht es aber noch nach Arizona. Im Rahmen meines Double-Degree-Masters studiere ich ein Semester an der Arizona State University in Phoenix. Auch dies bedeutet jede Menge Vorbereitungszeit für Organisatorisches. Seit vier Jahren bin ich zudem studentischer Mitarbeiter im Startwochen-Team, war erst Tutor, dann verantwortlich für Tutoren und Mentoren und 2016 und 2017 noch im Projektmanagement. Der organisatorische Aufwand eines Doppelstudiums ist immens und wird häufig unterschätzt. Das macht mir im Alltag oft zu schaffen. Es steht beispielsweise um 18 Uhr eine Videokonferenz mit Studierenden aus Arizona an. Dann muss ich planen: Wo bin ich vorher? Wie komme ich hin? Und schaffe ich das pünktlich? Der Unterschied im Pensum zwischen Vorlesungszeit und Semesterferien ist bei mir nur sehr gering.

All dies geht nur, weil es unwahrscheinlich viel Spaß macht. Außerdem habe ich eine großartige Freundin, die mich sehr unterstützt. Mein Terminplan wird wohl auch erstmal so voll bleiben. Nach der Masterarbeit möchte ich gern promovieren.“



Marietta Hülsmann. Neuigkeiten aus der Universität können an news@leuphana.de geschickt werden.