SAAD MTRY

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    Nach Immanuel Kant steht in der Tradition der europäischen Aufklärung ein Philosoph besonders für die bahnbrechende neue Methode um gesellschaftliche Ungleichheit fassbar machen zu können: G.W.F. Hegel. Durch ihn entsteht eine neue Gesellschaftskritik, um die Welt mit einer Perspektive auf Beherrschung und Unterdrückung fassbar machen zu können. Ein Standpunkt der Kritik ist entstanden, der eine kritische Standpunktontologie mitdenkt. Eine Methode, um einerseits unseren eigenen Standpunkt zu hinterfragen und andererseits einen identitätsontologischen Standpunkt vorzubeugen.

    Die lange Tradition der Metamorphosen patriarchaler Hegelforschung soll in meiner Arbeit „Ewige Ironie – Weiblichkeit und Wissen bei Hegel“ durch die Inversion der gängigen These, der Mensch habe Geschlecht, Wissen aber nicht, gebrochen werden, um im Umweg über die Ironie, als die Schnittstelle von Wissen und Situiertheit, eine andere Konzeption von Geschlechterdifferenz zu fundieren und der Kritik einen Begriff an die Hand zu geben. Es ist der Versuch einer Verrückung der Geschlechtlichkeit aus ihrem gesellschaftlichen Erzeugungszusammenhang in einen hypostasierten Zusammenhang dinglicher Eigenschaften und naturgesetzlicher Zwänge.

    In einer einer Querschnittanalyse des Werks Hegels kann ich zeigen, dass es systemrelevant und erkenntnisfördernd ist, wie Hegel die Wissensgestalt der Ironie mit dem Status des Weiblichen verbindet. Dass über eine vergleichende Perspektive der Gedanken Hegels zu Ironie, Weiblichkeit und Wissen und einer qualitativen Methodik der Erschließung des Ironiebegriffs heute gerade in der ontologischen Wende der Philosophie die Geschlechterfrage einen total wichtigen Ansatzpunkt bildet.

    Der erste Teil der Arbeit widmet sich den Überlegungen Hegels zur Ironie im Spannungsfeld von subjektiver Allgemeinheit und Bezug zur Idee. Das heißt für Hegel: Ironie zwischen Romantik und sokratischer Methode. Im zweiten Teil der Arbeit wird der Bezug von Ironie zur Geschlechtlichkeit des Wissens hergestellt. Die Weiblichkeit ist bei Hegel eine Figur des Wissens, die nicht vollkommen im Endlichen aufgeht. Dieser Teil der Arbeit soll in einer ausführlichen Lektüre zweier Sätze bestehen, die zwar berühmt sind, aber bisher nur wenig aufmerksame Exegese erfahren haben. In diesen zwei Sätzen der Phänomenologie, spricht Hegel von der Weiblichkeit als der »ewige[n] Ironie des Gemeinwesens« (PG, S. 352f). Im dritten Teil soll das Problem der Geschlechtlichkeit von Wissen bei Hegel als zentrales Moment konstelliert werden.