Daniela Zetti

Daniela Zetti ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Technikgeschichte, ETH Zürich und seit November 2017 am Collegium Helveticum.

Sie studierte Geschichte an den Universitäten Giessen, Mainz und Zürich. 2013 schloss sie ihr Doktorat am Departement Geistes-, Sozial- und Staatswissenschaften der ETH Zürich ab. Zu ihren Lehr- und Forschungsschwerpunkten gehören Technikgeschichte und die Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, insbesondere der Medien und Kommunikation und von Computern; sowie Historiographie und digitale Quellenrecherche. Aktuell erforscht sie zusammen mit Moritz Mähr, Nick Schwery und Ricky Wichum, wie die schweizerische Bundesverwaltung in den Computer kam (ca. 1950 bis 1990). Das Projekt ist eine Forschungskooperation zwischen dem Bundesarchiv Bern und der Professur für Technikgeschichte, ETH Zürich und Teil des aktuellen Scherpunktthemas des Collegium Helveticum «Digital Societies».

Daniela Zetti war im HS 2015 Fellow der DFG-Kollegforschergruppe «Medienkulturen der Computersimulation» (MECS, Leuphana Universität Lüneburg). Sie ist assoziiertes Mitglied des Zentrum Geschichte des Wissens (zgw, ETH und Universität Zürich) und Mitherausgeberin der Reihe «Geschichte der digitalen Wirklichkeit» (Springer VS).

Forschungsprojekt

Wie Computer Geschichte schreiben

Das digitale Zeitalter ist geprägt durch die Verhandlung von nicht deterministischen Narrationen und Figurationen, wie etwa derjenigen „des Users“, „der Simulation“, oder „der Computergeneration“. Die Geschichte digitaler Gesellschaften lässt sich eben nicht auf Gründerväter, obligate Orte oder Momente festlegen. Epistemologien der Computersimulation und die Frage, „Wie die Welt in den Computer kam“ (David Gugerli) strukturieren das Untersuchungsfeld ­– die Entstehung digitaler Wirklichkeit.

Das Publikationsprojekt leistet eine interdisziplinäre und methodisch informierte Bestandsaufnahme und verfolgt dabei das Ziel einer historisch-methodischen Perspektivierung der Frage, wie Forschungsergebnisse zur Geschichte des digitalen Zeitalters dargestellt werden können. Der projektierte Sammelband ist zugleich problem- und ergebnisorientiert: er bespricht Instrumentarien und Konzepte der Geisteswissenschaften im Lichte der Forschungsergebnisse einer medienwissenschaftlich informierten Technikgeschichte bzw. einer technikhistorisch informierten Medienwissenschaft.


Ausgewählte Publikationen

  •     Die Erschliessung der Rechenanlage. Computer im Postcheckdienst, 1964–1974. In: traverse 3/2009, S. 88–101. Review Steven E. Jones: Roberto Busa, S.J., and the Emergence of Humanities Computing. The Priest and the Punched Cards. New York und London 2016. In: In: H-Soz-Kult www.hsozkult.de/publicationreview/id/rezbuecher-26160