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Ausgezeichnet mit dem Transfer und Impact Award: SPORT VERNETZT Ganztagsgrundschule

16.09.2026 Sport, Bewegung und Spiel gehören zum kindlichen Aufwachsen – und damit auch in den Schulalltag. Das Leuphana-Projekt „SPORT VERNETZT Ganztagsgrundschule“ erforscht, was es für eine bewegte Schulkultur braucht. Von Anfang an geschieht das gemeinsam mit den Praxispartnern. Für diesen Ansatz wurden Leuphana-Professorin Jessica Süßenbach und das Projektteam beim dies academicus 2026 mit dem Transfer und Impact Award ausgezeichnet.

Ausgezeichnet mit dem Transfer und Impact Award: SPORT VERNETZT Ganztagsgrundschule ©brinkhoff-mögenburg
Das Team des Projekts „SPORT VERNETZT Ganztagsgrundschule“ wurde beim Dies Academicus 2026 mit dem Transfer und Impact Award ausgezeichnet.

Wer sich mit Jessica Süßenbach gedanklich auf eine Reise in den Grundschulalltag im Jahr 2040 einlässt, sieht Kinder, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule kommen. Dort starten sie mit einem sportlichen Morgenritual, lösen Matheaufgaben auch einmal hüpfend, nehmen in den Pausen an Fußball- oder Tischtennisturnieren teil und können sich in Unterrichtspausen an Kletterwänden und Spielstationen bewegen. Am Nachmittag gestalten Schule und Vereinssport gemeinsam hochwertige Bewegungsangebote.

Eine solche bewegte Schule ist die Vision hinter dem Projekt „SPORT VERNETZT Ganztagsgrundschule“. Viele Bewegungsideen für den Schulalltag sind dabei nicht neu. Das Team um Jessica Süßenbach, Professorin für Sportpädagogik und Sportwissenschaft an der Leuphana, erforscht jedoch, wie aus einzelnen Ideen ein ganzheitliches Bewegungskonzept entstehen und verlässlich in den Schultag integriert werden kann. Besonders ist dabei die enge Verbindung von Forschung und Praxis: Gemeinsam mit dem Projektpartner ALBA BERLIN begleitet die Leuphana bundesweit elf Ganztagsgrundschulen bei der Entwicklung und Umsetzung bewegungsorientierter Ganztagskonzepte. „Sportpädagogische Themen brauchen unbedingt Praxispartner. Auch wenn sich die Herangehensweisen manchmal unterscheiden, profitieren wir enorm voneinander“, beschreibt Süßenbach den wechselseitigen Wissenstransfer und Lernprozess.

Bewegung als Teil guter und gerechter Bildung 

Das Projekt adressiert zudem ein wachsendes gesellschaftliches Problem: Kinder und Jugendliche bewegen sich immer weniger und besonders Kinder aus sozial benachteiligten Quartieren haben häufig schlechteren Zugang zu Sportangeboten. Diese Unterschiede können bereits im Grundschulalter mit ungleichen Chancen einhergehen. Mit dem neuen Ganztagsanspruch eröffnet sich nun ein besonderes Gestaltungsfenster: „Wenn Schule zum zentralen Lebens- und Lernort für Kinder wird, können wir Sport und Bewegung dorthin bringen, wo die Kinder sind. So können alle Kinder eine positive und selbstbestimmte Bewegungsbiografie entwickeln – weniger abhängig von den Ressourcen ihrer Familien“, so Stefan Schröder, wissenschaftlicher Projektmitarbeiter bei SPORT VERNETZT Ganztagsgrundschule.

Denn Bewegung wirkt nicht nur auf die motorische Entwicklung. Sie kann auch kognitive Prozesse unterstützen, Motivation und Wohlbefinden fördern und soziale Teilhabe ermöglichen. Entscheidend für die Integration in den Schulalltag ist dabei nicht allein die Anzahl einzelner Bewegungsangebote, sondern auch deren Qualität und Einbettung in den pädagogischen Alltag. „Viele Bewegungsangebote gibt es an Schulen bereits. Sie bleiben jedoch häufig punktuell und können verschwinden, wenn Zuständigkeiten wechseln oder einzelne Engagierte die Schule verlassen. Damit Bewegung dauerhaft Teil des Schulalltags wird, braucht es verlässliche Strukturen und eine gemeinsame Verantwortung über die Schule hinaus“, so Süßenbach. „Schule kann das allein nicht leisten. Es ist Aufgabe aller Bildungsakteure eines Sozialraums, die bislang versäulten Systeme von Schule, Ganztag, Sportverein, Kita und anderen Akteuren stärker zusammenzubringen.“

Vom Einzelfall zum Standard guter Schule

Die bisherigen Ergebnisse zeigen die Reichweite des Ansatzes: Über 800 Bewegungsangebote für mehr als 23.000 Kinder konnten bereits im erweiterten Rahmen von SPORT VERNETZT umgesetzt werden. Gleichzeitig entstanden neue multiprofessionelle Qualifizierungs-, Vernetzungs- und Steuerungsstrukturen. 

Ausgezeichnet mit dem Transfer und Impact Award: SPORT VERNETZT Ganztagsgrundschule ©SPORT VERNETZT Ganztagsgrundschule
Das im Projekt entwickelte „Bewegungsband“ dient Schulen als konkretes Planungstool, mit dem Verantwortliche Bewegungsmöglichkeiten erkennen und systematisch in den gesamten Schulalltag integrieren können. (Bild: SPORT VERNETZT Ganztagsgrundschule / ALBA Berlin)

„Zwar hat jeder Standort spezifische Ausgangs- und Rahmenbedingungen, trotzdem lassen sich die von uns im Projekt entwickelten Qualitätsdimensionen und Prinzipien einer gelungenen bewegten Schulkultur – wie Kooperation und Vernetzung im Sozialraum, Partizipation und Teilhabe der Kinder oder Bewegungsräume und -Material – auch auf andere Schulen übertragen“, sagt Stefan Schröder. Das gelingt vor allem dann, wenn die dahinterstehenden Aufgaben nicht unterschätzt werden. „Ein zentrales Ergebnis unseres Projekts: Es braucht unbedingt eine hauptamtliche Koordinierungsstelle vor Ort“, so Schröder.

Das Projektteam denkt schon weiter. Die Finanzierung für die nächste dreijährige Projektphase ist bereits von der Robert Bosch Stiftung zugesagt. Nachdem bislang die Bildungsakteure im Fokus standen, richtet sich das Forschungsinteresse zukünftig stärker auf die Kinder selbst. 

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