Rights of Indigenous Peoples

Rights of Indigenous Peoples

“We are not negotiating basic human rights, we are demanding them.” Studierende bei einer Konferenz der Vereinten Nationen zu den Rechten indigener Bevölkerungen.

Unter Leitung von María del Carmen Suñén Bernal nahmen zwei Studentinnen an der Konferenz der Vereinten Nationen zu den Rechten der indigenen Bevölkerung in Genf teil. Aus den vorgenommenen Interviews soll ein Video entstehen, welches zusammen mit dem Film "La hija de la laguna" (Die Tochter des Sees) im Scala Kino Lüneburg und/oder bei einer AStA-Veranstaltung gezeigt und diskutiert werden soll.

von Hanne Carla Bisjak (Umweltwissenschaften)

Die zwölfte Sitzung des U.N. Rates für die Rechte der indigenen Bevölkerung, die vom 15. bis 19. Juli 2019 in Genf stattfand, gab uns die Möglichkeit, zum ersten Mal zu erleben, wie die theoretischen Ansätze, die wir mit unserer Seminarleiterin María del Carmen Suñén Bernal (Sprachenzentrum) in den Seminaren„Las culturas indígenas en América Latina" oder „América Latina a través del cine“ diskutiert und analysiert hatten, in die Praxis umgesetzt werden. Man glaubt, viel über die Probleme der indigenen Völker zu wissen, aber wenn einem die Betroffenen direkt gegenüberstehen und teilweise unter Tränen ihre Geschichten erzählen, erreicht die Problematik ein komplett neues Niveau an Ausmaß, Schärfe und Dringlichkeit. Aber noch viel wichtiger ist, dass man die Indigenen persönlich kennen und verstehen lernt und sieht, wie die Vorurteile vom „wilden, nackten, unterentwickelten Indigenen“, die leider gesellschaftlich immer noch verbreitet sind, komplett irrational anmuten. Neben den Indigenen hatten wir auch die Möglichkeit, die Meinungen diverser Anwälte zu hören, die unter der Ägide von NGOs die betroffenen Dörfer und Gemeinden unterstützten. 

Darüber hinaus war es sehr interessant, die Mechanismen und Vorgehensweisen der Vereinten Nationen näher kennen zu lernen. Auch wenn das Gesamtbild über die Organisation immer noch positiv ist, zeigten sich dennoch diverse Schwachstellen und Defizite. So haben die Teilnehmer der Hauptversammlung nur zwei Minuten, um ihre Probleme, Anregungen und Lösungsmöglichkeiten zu schildern. In den Nebensitzungen hingegen gab es sehr fruchtbare Diskussionen: die UN-Delegierten gaben direktes, individuelles Feedback und die Vorschläge der Teilnehmer waren erwünscht und schienen auch Berücksichtigung zu finden. Nichtsdestotrotz ist der Handlungsspielraum der Vereinten Nationen sehr eingeschränkt, da die wirkliche Umsetzung der Empfehlungen letztendlich den jeweiligen Regierungen überlassen bleibt. 

Die Erfahrungen der UN-Konferenz haben uns einerseits veranlasst, über unsere Werte und Verhaltensweisen tiefgründiger und kritischer nachzudenken und uns andererseits wichtige Einblicke ermöglicht, die die erlernten Theorien des Studiums vervollständigen und unser politisches Denken erweitern und anregen.