Course Schedule
Lehrveranstaltungen
Epistolare Praktiken. Eine Kulturgeschichte des Briefes (Seminar)
Dozent/in: Yvonne Niekrenz
Termin:
wöchentlich | Donnerstag | 16:15 - 17:45 | 07.04.2016 - 10.07.2016 | C 5.325 Seminarraum
Inhalt: Das Seminar will das Schreiben von (Liebes-)Briefen kulturgeschichtlich unter die Lupe nehmen (in Kooperation mit dem Liebesbriefarchiv der Universität Koblenz). Im 20. Jh. setzt sich das romantische Liebesideal in breiten Bevölkerungsgruppen durch und prägt Beziehungsformen, in denen sich die Struktureigentümlichkeiten moderner Gesellschaften zeigen. Eine Diagnose der romantischen Liebe ist immer auch Gesellschaftsdiagnose, die soziokulturelle Eigenheiten an konkreten kommunikativen Praktiken zu beobachten vermag. Liebe ist aus mikrosoziologischer Sicht die komplexeste und intimste Kommunikationsform, in die Menschen sich begeben können, was ihre empirische Untersuchung erschwert. Um Liebeskommunikation zu untersuchen, sind epistolare Praktiken besonders geeignet, halten sie doch schriftlich fest, wie Liebende sprachlich interagieren. Liebesbriefe sind damit eine ideale Quelle, um Kulturen der Intimität in ihrem soziokulturellen und sprachlichen Wandel zu untersuchen. Im Seminar werden Liebesbriefe aus dem 20. Jh. empirisch erschlossen und ausgewertet.
- Masterprogramm Arts & Sciences: Kulturwissenschaften - Culture, Arts and Media [ab Studienbeginn WS 13/14] - Kulturwissenschaftlicher Integrationsbereich - Kulturgeschichte des Wissens
- Masterprogramm Arts & Sciences: Kulturwissenschaften - Culture, Arts and Media [bis Studienbeginn WS 12/13] - Integrative Kulturanalyse - Kulturgeschichte des Wissens
- Masterprogramm Education: Bildungswissenschaft - Educational Sciences [ab Studienbeginn WS 13/14] - Minor Kulturell-ästhetische Bildung - Kulturgeschichte des Wissens
Kollektives Gedächtnis und kulturelle Erinnerung (Seminar)
Dozent/in: Steffi Hobuß
Termin:
wöchentlich | Dienstag | 12:15 - 13:45 | 04.04.2016 - 10.07.2016 | C 12.101 Seminarraum
Einzeltermin | Mo, 27.06.2016, 16:00 - Mo, 27.06.2016, 20:00 | C 12.111 Seminarraum | Zusatztermin
Inhalt: In diesem Seminar werden wir zum einen zentrale klassische Texte zur Theorie der Erinnerung erarbeiten und aktuelle Texte und vor allem Beispielfälle zu Fragen eines "globalen Gedächtnisses", transkultureller Erinnerung und der Möglichkeit einer "Ethik transkultureller Erinnerung" diskutieren. Dazu folgt das Seminardesign einer speziellen Methode: Abwechselnd werden wir je eine Sitzung der Textlektüre und –diskussion nach vertrautem Muster und je eine Sitzung der Diskussion eines Beispielfalls widmen (Methode des „teaching with cases“). Die fallbasierte Seminardiskussion unterscheidet sich von gewöhnlichen Seminaren und besonders Vorlesungen dadurch, dass die allergrößten Sprechanteile bei den Studierenden liegen, die einen „Fall“ (auf der Basis einer 1-2 Seiten umfassenden schriftlichen Beschreibung eines Problems) diskutieren. Dabei bringen Sie Ihre spezifischen individuellen Erfahrungen und Ihr Verständnis der relevanten Literatur im Seminar ein. Diese Lehrmethode wird normalerweise vor allem in führenden Business Schools in den USA, aber auch in der Rechtswissenschaft und der Medizin verwendet – Disziplinen, in denen die späteren Absolvent_innen vor Probleme gestellt sind, die es erfordern, eine komplexe Situation zu verstehen, sowohl adäquate Theorien als auch Alltagswissen anzuwenden, und eine Lösung zu formulieren und auszuprobieren. Das gilt auch für Kulturwissenschaftler_innen, abgesehen davon, dass die „Lösungen“ anders und komplexer verstanden werden müssen als in Wirtschaft, Recht oder Medizin. Hier wagen wir erstmalig das Experiment, die Methode mit Gewinn für alle Beteiligten auch in den Kulturwissenschaften zu verwenden. Die Beispielfälle sehen so aus, dass es keine eindeutig „richtige“ Lösung gibt; Sie werden sehen, dass Sie und die anderen Teilnehmer_innen möglicherweise extrem unterschiedliche Einschätzungen der beschriebenen Situationen haben werden. Die wichtigsten SPIELREGELN für die Teilnahme sind daher: 1. Sie nehmen durchgehend regelmäßig teil. 2. Sie bereiten jede Sitzung intensiv vor (Textlektüre: jeweils ein Text; Falldiskussion: kurze Fallbeschreibung und 2-3 weitere Texte oder ggf. Zusatzmaterial wie Videos o.ä.). WICHTIG: Bitte melden Sie sich nur an, wenn Sie das sicherstellen können. Um Ostern herum werde ich Ihnen noch eine Mitteilung mit detaillierteren Informationen senden. Das Ganze macht allen Beteiligten mehr Arbeit, bedeutet aber hoffentlich auch sehr viel Freude am Erkenntnisgewinn. Ich freue mich sehr auf das Seminar mit Ihnen!
- Masterprogramm Arts & Sciences: Kulturwissenschaften - Culture, Arts and Media [ab Studienbeginn WS 13/14] - Kulturwissenschaftlicher Integrationsbereich - Kulturgeschichte des Wissens
- Masterprogramm Arts & Sciences: Kulturwissenschaften - Culture, Arts and Media [bis Studienbeginn WS 12/13] - Integrative Kulturanalyse - Kulturgeschichte des Wissens
- Masterprogramm Education: Bildungswissenschaft - Educational Sciences [ab Studienbeginn WS 13/14] - Minor Kulturell-ästhetische Bildung - Kulturgeschichte des Wissens
Was ist Geschichte? (Seminar)
Dozent/in: Christian Voller, Christina Wessely
Termin:
wöchentlich | Dienstag | 12:15 - 13:45 | 05.04.2016 - 05.07.2016 | C 12.015 Seminarraum
Inhalt: Die Rede von einer einzigen Geschichte scheint heute nicht mehr ohne weiteres plausibel zu sein. Die akademische Geschichtsforschung hat die postmoderne Verabschiedung der "great narratives" (Jean-Francois Lyotard) dadurch quittiert, dass sie sich in eine Vielzahl von Disziplinen ausdifferenzierte, die je eigene Methoden, Perspektiven, Gegenstände und Datierungen etabliert haben. Trotzdem ist die Idee einer alles Geschehen umfassenden Geschichte, die als Kollektivsingular (Reinhart Kosellek) das Geschichtsdenken der Moderne in Europa bestimmte, nie vollends verabschiedet worden und prägt – sei's als Grenzbegriff – die Methodendiskussion der Geschichtswissenschaften bis heute. Entstanden in der bürgerlichen Epoche dienten Begriffe wie Weltgeschichte, Universalgeschichte oder Menschheitsgeschichte dazu, die unzähligen möglichen Geschichten zu einer einzigen zu bündeln, die stets eng mit der Vorstellung eines allgemeinen gesellschaftlichen Fortschritts verbunden war. Bereits mit der Konsolidierung der modernen, positivistischen Geschichtswissenschaft am Ende des 19. Jahrhunderts geraten diese philosophischen Konzepte jedoch in die Krise und sehen sich dem Vorwurf ausgesetzt, das historische Geschehen gewaltsam einem System der Geschichte zu unterwerfen, das dem Besonderen nicht gerecht wird. Das Seminar unternimmt den Versuch, die Konsolidierung der Geschichtsphilosophie als die Frage danach, ob sich Wesen und/oder Bewegungsgesetze von Geschichte philosophisch auf den Begriff bringen lassen, anhand von Quell- und Sekundärtexten nachzuvollziehen, um sich dann mit der Kritik der Geschichtsphilosophie durch den Historismus und die Kulturgeschichte zu beschäftigen.
- Masterprogramm Arts & Sciences: Kulturwissenschaften - Culture, Arts and Media [ab Studienbeginn WS 13/14] - Kulturwissenschaftlicher Integrationsbereich - Kulturgeschichte des Wissens
- Masterprogramm Arts & Sciences: Kulturwissenschaften - Culture, Arts and Media [bis Studienbeginn WS 12/13] - Integrative Kulturanalyse - Kulturgeschichte des Wissens
- Masterprogramm Education: Bildungswissenschaft - Educational Sciences [ab Studienbeginn WS 13/14] - Minor Kulturell-ästhetische Bildung - Kulturgeschichte des Wissens