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Course Schedule


Lehrveranstaltungen

Das Verhältnis der evangelischen Kirche zum Judentum 1918-1960 (Seminar)

Dozent/in: Stephan Linck

Termin:
wöchentlich | Montag | 16:15 - 17:45 | 15.10.2007 - 01.02.2008 | C 16.204 Seminarraum

Inhalt: Am Anfang des 20. Jahrhunderts waren weit über 80% der deutschen Bevölkerung kirchlich gebunden. In weiten Teilen Norddeutschlands gehörten über 95% der evangelischen Kirche an. Daher lohnt ein intensiver Blick auf die kirchlichen Diskussionen, um zu einem besseren Verständnis der gesellschaftlichen Entwicklungen zu gelangen. Das Seminar konzentriert sich auf das Verhältnis der evangelischen Kirche zum Judentum, da es einen wichtigen Schlüssel darstellt sowohl für die breite Zustimmung der deutschen Bevölkerung zur nationalsozialistischen Vernichtungspolitik als auch die Unfähigkeit nach 1945 das eigene Handeln kritisch zu reflektieren. Das Verhältnis der Christenheit zum Judentum war bereits mit der Entstehung des Christentums gespannt. Seit sich in den ersten nachchristlichen Jahrhundert in der Kirche das Selbstbild als „Überwinderung“ des Judentums durchgesetzt hatte, sprachen die Christen den Juden ihre Existenzberechtigung ab. Für die evangelische Kirche schrieb Luther dies mit seinen „Judenschriften“ fort. Das Seminar hat die Wandlungen dieser Beziehung vom Ende des Kaiserreiches und dem damit verbundenen Ende der Einheit von „Thron und Altar“ bis zum Beginn der Annäherung der evangelischen Kirche an das Judentum zum Inhalt. Während der Zeit der Weimarer Republik war das evangelische Milieu vielfach Träger und Stichwortgeber eines radikalen völkischen Antisemitismus. Es gilt hier die verschiedenen evangelischen Strömungen zu beleuchten und ihre Wirkungsmacht auf die völkische bzw. nationalsozialistische Bewegung zu untersuchen. Während der NS-Herrschaft wandelte sich die antisemitische Rhetorik in offene Ausgrenzung und Diskriminierung bis hin zur Verfolgung und Vernichtung der Juden. Wie verhielten sich die verschiedenen kirchenpolitischen Strömungen angesichts dieser Entwicklung? Hierbei wird die besondere Brisanz dieser Frage für die evangelische Kirche angesichts der hohen Zahl von Christen jüdischer Herkunft, die von der Verfolgung betroffen waren, gesondert bearbeitet. Ein dritter Abschnitt bearbeitet die Nachkriegszeit. Das Stuttgarter Schuldbekenntnis vom Oktober 1945 polarisierte die deutsche Nachkriegsgesellschaft und formulierte eine Schuld die in Deutschland kaum eingestanden werden konnte. Hierin wurde aber mit keinem Wort der Völkermord am europäischen Judentum benannt. Es sollen die Schritte nachvollzogen werden, in denen die evangelische Kirche sich auf eine kritische Reflexion des eigenen Handelns einließ und die Grundlagen schuf, ein grundsätzlich neues Verhältnis gegenüber dem Judentum aufzubauen.

Kriminalität vom Mittelalter bis in die Moderne: transnationale und interdisziplinäre Perspektiven (Seminar)

Dozent/in: Klaus Weinhauer

Termin:
wöchentlich | Donnerstag | 14:15 - 15:45 | 29.11.2007 - 01.02.2008 | Raumangabe fehlt