Course Schedule
Lehrveranstaltungen
Ornament in transkultureller Perspektive (Seminar)
Dozent/in: Vera-Simone Schulz
Termin:
Einzeltermin | Di, 14.10.2025, 12:15 - Di, 14.10.2025, 13:45 | C 14.202 Seminarraum
Einzeltermin | Di, 21.10.2025, 12:15 - Di, 21.10.2025, 13:45 | W HS 2
Einzeltermin | Di, 28.10.2025, 12:15 - Di, 28.10.2025, 13:45 | C 40.530 Seminarraum
Einzeltermin | Di, 04.11.2025, 12:15 - Di, 04.11.2025, 13:45 | C 40.530 Seminarraum
Einzeltermin | Di, 11.11.2025, 12:15 - Di, 11.11.2025, 13:45 | C 40.601 Seminarraum
Einzeltermin | Di, 18.11.2025, 12:15 - Di, 18.11.2025, 13:45 | C 40.530 Seminarraum
Einzeltermin | Di, 25.11.2025, 12:15 - Di, 25.11.2025, 13:45 | C 40.601 Seminarraum | Raumwechsel am 25.11.
Einzeltermin | Di, 02.12.2025, 12:15 - Di, 02.12.2025, 13:45 | C 40.530 Seminarraum
Einzeltermin | Di, 09.12.2025, 12:15 - Di, 09.12.2025, 13:45 | C 40.530 Seminarraum
wöchentlich | Dienstag | 12:15 - 13:45 | 16.12.2025 - 30.01.2026 | C 14.202 Seminarraum
Inhalt: Im 19. und frühen 20. Jahrhundert war das Thema Ornament Gegenstand intensiver Debatten. Während Künstler:innen wie William Morris und Theoretiker:innen wie Alois Riegl, Owen Jones und Stella Kramrisch dieses als zentrales Element ansahen und ihm besondere Aufmerksamkeit widmeten, wandten sich andere wie Adolf Loos gegen ornamentale Strukturen, plädierten für deren Eliminierung in der modernen Gestaltung und sprachen gar vom Ornament als Verbrechen. Das Seminar behandelt das Thema Ornament epochenübergreifend: einerseits mit Blick auf einzelne Werke unterschiedlicher Medien und Materialien, an denen sich anhand der Ornamentik transkulturelle Dynamiken zeigen lassen. Andererseits wird der Fokus auf Theorien und historischen Kontextualisierungen von Ornamentdiskursen liegen. Diskutiert werden Fragen, wie gerade in Ornamenten transkulturelle Austauschprozesse und Formensprachen zum Ausdruck kamen. Darüber hinaus untersucht das Seminar, wie sich anhand dieses Themas verschiedene Kategorien herausbildeten, die die Kunstgeschichte heute zu überwinden versucht, so zum Beispiel die Unterteilung in ‚hohe‘ und ‚dekorative‘ Künste, als die Arbeiten in Metall, Glas, Keramik oder Textilien im Unterschied zu Malerei, Skulptur und Architektur oft bezeichnet werden. Im Vordergrund des Seminars stehen künstlerische Werke, die zeigen, wie gerade Ornamente medien- und materialübergreifend solche traditionellen Unterteilungen und Hierarchisierungen in Frage stellen. Das Seminar diskutiert, wie Ornamentdiskurse maßgeblich zu der Unterteilung und Hierarchisierung der Welt beigetragen haben, wenn Gemäldegalerien von Museen für dekorative Künste getrennt wurden, Ornament-Bestimmungen aber auch für die Zuteilung von Objekten in Museen für Islamische Kunst, Asiatische Kunst und Ethnologische Museen relevant waren. Gleichzeitig werden Beziehungen zwischen den Bereichen Ornament und den Gender Studies beleuchtet, etwa auf der Basis von Anke te Heesens jüngster Publikation „Frauen vor Mustern“ (2025). Das Seminar behandelt das Thema Ornament in Zusammenhang mit visueller und materieller Kultur, der Frage, wie Ornamente verschiedenen Kulturen zugeordnet wurden, etwa die Relevanz des Diskurses um die Arabeske für die Islamische Kunst, sowie die Frage, wie ornamentale Artefakte in ethnologischen Museen in kolonialen Kontexten gesammelt, klassifiziert und ausgestellt wurden und stellt eine kritische Reflexion über die epistemischen Grundlagen dieser Ordnungen in den Fokus. Gleichzeitig diskutiert das Seminar, wie das Thema Ornament in den letzten 20 Jahren in der Forschung im Rahmen transkultureller Studien und Bemühungen einer globalen Kunstgeschichte neue Aufmerksamkeit erfährt, um differenzierte Betrachtungen historischer Austauschprozesse jenseits eurozentristischer Narrative zu ermöglichen und wie zeitgenössische Künstler:innen wie Yinka Shonibare oder El Anatsui sich mit diesen Themen auseinandersetzen. Neben der Analyse konkreter Objekte und der Lektüre zentraler Texte werden gemeinsame Museumsbesuche im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg sowie im Übersee-Museum in Bremen eine wesentliche Rolle spielen, um die vielschichtige Bedeutung des Ornaments in transkultureller Perspektive sowie das Thema Ornamentdiskurs und Museum zu beleuchten.