Course Schedule
Lehrveranstaltungen
Einführung in die Hermeneutik (Seminar)
Dozent/in: Christian Voller
Termin:
wöchentlich | Donnerstag | 10:15 - 11:45 | 06.04.2026 - 10.07.2026 | C 12.001 Seminarraum
Inhalt: Glanz und Elend der Geisteswissenschaften liegen nah beieinander und fallen im Begriff der Interpretation gewissermaßen in eins. Insofern die Fakten in ihnen nicht 'für sich' sprechen, bleiben die geisteswissenschaftlichen Methoden stets auf Verfahren der Auslegung, der Interpretation eben, verwiesen. Einerseits hat ihnen dieser Umstand den Ruf eingebracht, relativistisch, beliebig und willkürlich zu urteilen, andererseits eine Aura der Unverstehbarkeit, Abgehobenheit und Hermetik verliehen. Was aber sind Beschreibung, Interpretation und Auslegung eigentlich? Im Rahmen des Seminars werden wir uns mit klassischen und aktuellen Ansätzen der Hermeutik und der Ikonographie als Methoden des Verstehens von Texten und Bildern beschäftigen.
Gérard Genettes Die Erzählung: Erfindung der Methode (Seminar)
Dozent/in: Maud Meyzaud
Termin:
wöchentlich | Donnerstag | 10:15 - 11:45 | 08.04.2026 - 04.06.2026 | C 5.325 Seminarraum
Einzeltermin | Do, 11.06.2026, 10:15 - Do, 11.06.2026, 11:45 | C 6.026 Seminarraum | Raumwechsel am 11.06.
wöchentlich | Donnerstag | 10:15 - 11:45 | 18.06.2026 - 08.07.2026 | C 5.325 Seminarraum
Inhalt: Das Seminar widmet sich der Lektüre von Genettes zentraler erzähltheoretischen Abhandlung "Die Erzählung" (Orig.: Discours du récit), die nicht zufällig im Original den Untertitel "ein Methodenversuch" (essai de méthode) trägt. Genettes Text wird Schritt für Schritt und Woche für Woche, zeitweise mit Hilfe der von Genette selbst zugrunde gelegten Auszügen aus Marcel Prousts "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" (Orig.: À la recherche du temps perdu), gelegentlich mit weiteren in "Die Erzählung" thematisierten literarischen Textauszügen und Theoriebeiträgen, erschlossen. In diesem "Versuch" kommt es dem klassischen Autor der Literaturtheorie Genette darauf an, ein wechselseitiges, belebtes, kritisches Verhältnis zwischen literarischem Text (dem Material) und Theorie (den Annahmen, die methodisch erprobt werden, den 'Werkzeugen', die erfunden werden müssen, um die literaturwissenschaftliche Analyse von Erzählliteratur am Gegenstand zu konkretisieren) herzustellen. Die "Methode" – der Weg - erweist sich als ein stets fragiles Balanceakt zwischem einem universellen Geltungsanspruch und der Hinwendung zum je singulären, einzigartigen literarischen Text.
Methoden der Kunstwissenschaft (Seminar)
Dozent/in: Anna Kipke
Termin:
wöchentlich | Montag | 10:15 - 11:45 | 06.04.2026 - 10.07.2026 | C 40.255 Seminarraum
Inhalt: Das Seminar bietet eine Einführung in das disziplinäre Methodenwissen der Kunstwissenschaft. Die unterschiedlichen Zugänge innerhalb des fachlichen Spektrums werden anhand von künstlerischen Werken praxisnah vorgestellt und gemeinsam diskutiert. Das Erlangen von Methodenkompetenz wird durch die Einführung und intensive Auseinandersetzung mit handwerklichen Fragen begleitet: von der Werk- und Bildbeschreibung über das Erstellen einer Bibliographie zum Verfassen einer Hausarbeit.
Methods of Microsociology (Seminar)
Dozent/in: Anthony Waters
Termin:
wöchentlich | Montag | 10:15 - 11:45 | 06.04.2026 - 10.07.2026 | C 5.311 Seminarraum
Inhalt: I will upload a syllabus under "Materials". We will talk about rhythms, public restrooms, football, pigeons, embarrassment, passing, race and ethnicity, inequality, gender, and a variety other subjects which are of interest to students.
Wissenschaftskritik? – Einführung in die Theorien und Methoden der Kulturgeschichte des Wissens (Seminar)
Dozent/in: Monika Wulz
Termin:
wöchentlich | Donnerstag | 10:15 - 11:45 | 06.04.2026 - 10.07.2026 | C 14.102 b Seminarraum
Inhalt: Die Kritik an der Objektivität, an der Wertfreiheit und Neutralität von (natur-)wissenschaftlichem Wissen, an seiner Einbindung in politische Machtverhältnisse, in ökonomische und militärische Zwecke ist in den Forschungszweig der Wissenschaftsgeschichte bzw. der “Science Studies” seit deren Entstehung aufs Engste eingeschrieben. Wissen ist stets sozial bedingt, kulturell konstruiert und situiert, so einer der wichtigsten Prämissen dieser Forschungsrichtung. Wie können die Methoden einer kulturgeschichtlichen Wissenschafts- und Wissensgeschichte helfen, Phänomene von wissenschaftlichem Wissen und dessen gesellschaftlicher Rolle zu analysieren? Und wie sind diese Methoden einzuschätzen in Zeiten, in denen Wissenschaft scheinbar aus unterschiedlichsten politischen Richtungen unter Druck gerät? Das Seminar bietet eine Einführung in die wichtigsten Theorien und Methoden der Kulturgeschichte des Wissens im 20. und 21. Jahrhundert. Behandelt werden Texte u.a. von Ludwik Fleck, Jürgen Habermas, Michel Foucault, Paul Feyerabend, Donna Haraway, Bruno Latour, Naomi Oreskes.
World-making - Ethnographische Experimente (Seminar)
Dozent/in: Johanna Oehlmann
Termin:
14-täglich | Donnerstag | 10:15 - 13:45 | 07.05.2026 - 09.07.2026 | C 40.108 Seminarraum
Inhalt: Materielles und immaterielles Gestalten (designing) ist ein aktives world-making. World-making wird hier im Sinne des zeitgenössischen designtheoretischen Konzepts des ontological designing verstanden, das eine nützliche Perspektive auf die Teilnahme an der Transformation kulturellen Lebens bieten kann. In diesem Seminar interessiert uns besonders, wie dabei Neues entstehen kann – wie neue Welten geschaffen werden und wie verschiedene Welten nebeneinander existieren können (pluriversal). In seiner aktiven Betonung lässt sich ontological designing als ein kunstvolles Erschließen neuer Welten begreifen. Dies kann sich auf jede Art von Artefakt, Technologie, Gebäude, Organisationsstruktur sowie materielle oder immaterielle Infrastruktur beziehen. In ethnographischen Experimenten werden wir verschiedene Beispiele von world-making auf und rund um den Campus erforschen. Nach einer gemeinsamen konzeptuellen und methodischen Einführung werden Teilnehmende eigene kleine Feldforschungen in Gruppen durchführen, also zu Feldforschenden werden, beobachten, befragen, dokumentieren und auf kreative Weise mit der Umwelt interagieren. Klassische ethnographische Methoden wie teilnehmende Beobachtung, Interviews, Audio- und Videoaufnahmen, oder das Nachverfolgen digitaler Interaktionen werden wir mit Übungen anreichern, die bewusst unsere Sinne aktivieren, uns für nicht-menschliche Akteuere sensibilisieren und Raum für spekulative Praktiken eröffnen. In abschließenden Präsentationen teilen wir unsere Ergebnisse, suchen gemeinsam nach Verbindungen zwischen den verschiedenen Projekten und reflektieren, was wir methodisch gelernt haben. Dabei haben wir auch die Möglichkeit, weitere spannende Konzepte aus der zeitgenössischen Designtheorie kennenzulernen – wie pluriversality, relationality oder care.