Aktuelle Meldungen

Studie: Vielfalt bringt ökologische und ökonomische Vorteile

13.05.2019 Eine Diversifizierung in der Landwirtschaft durch lange Fruchtfolgen oder Strukturelemente wie Hecken und Blühstreifen ist für die Artenvielfalt und viele ökologische Prozesse von Vorteil, oft aber auch mit Kosten für Landwirtinnen und Landwirte verbunden. Welche Maßnahmen sowohl mit ökologischen als auch mit ökonomischen Vorteilen verbunden sind, haben Forscher*innen der Leuphana in einem gemeinsamen Projekt mit der Universität Göttingen untersucht. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Ecological Economics erschienen.

 „Längere Fruchtfolgen, Mischkulturen, Untersaaten, Zwischenfrüchte, pfluglose Bodenbearbeitung, Agroforstsysteme und Strukturelemente wie Blühstreifen oder Hecken erhöhen erheblich die Artenvielfalt, können aber auch den Ertrag stabil halten und damit das Ertragsrisiko mindern“, sagt Erstautorin Julia Rosa-Schleich aus der Abteilung Agrarökologie der Universität Göttingen. „Eine solche Diversifizierung kann auch den Schädlings- und Unkrautdruck verringern, so dass der Landwirt dann Kosten für Bekämpfungsmaßnahmen einsparen kann“, so Rosa-Schleich. Maßnahmen zur Diversifizierung können auch kombiniert werden wie bei der Verbindung von Nutztierhaltung mit Ackerbau, der konservierenden Bodenbearbeitung oder der Ökologischen Landwirtschaft. 

Die interdisziplinäre Studie gemeinsam mit der Agrarökonomie der Universität Göttingen und der Nachhaltigkeitswissenschaft der Leuphana zeigt, dass kombinierte Maßnahmenpakete besonders gut für einen ökologisch-ökonomischen Kompromiss sind. „Die Wirtschaftlichkeit spielt bei Naturschutzvorhaben in Agrarlandschaften eine wichtige Rolle. Letztendlich entscheiden sich Landwirte nicht gegen den Erhalt der Natur, sondern für rentables Wirtschaften. Dass insbesondere langfristige Investitionen in naturnahe Maßnahmen sich für Landwirte finanziell lohnen können, ist ein wichtiger Beitrag dieser Studie. So schaffen wir einen Perspektivenwechsel auch für konventionelle Landwirte, die beispielsweise auch durch und schrittweise Veränderungen in der Strukturvielfalt einen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität auf ihren Flächen schaffen können – und das sogar bei letztendlich gleichbleibenden Gewinnen“, erklären die Wissenschaftlerinnen.

Zur Forschungsdatenbank FOX