Wie kann der Anteil der von Bürger*innen selbst produzierten erneuerbaren Energie gesteigert und besser genutzt werden? Denn so ließe sich die Abhängigkeit von Energiekonzernen und fossilen Energieträgern verringern. Welche Finanzierungsmögichkeiten sind möglich? Das europäische Forschungsprojekt „PROSEU – Prosumers for the Energy Union“ analysiert sowohl Prosumer-Geschäftsmodelle als auch deren rechtliche, wirtschaftliche und technische Rahmenbedingungen. Teil des Projektkonsortiums sind neben der Leuphana zehn weitere Akteure, darunter unter anderem die University of Leeds sowie das niederländische Forschungsinstitut DRIFT. Das vom EU Programm Horizon2020 geförderte Forschungsprojekt läuft bereits seit dem 1.3.2018 und wird bis zum 28.02.2021 abgeschlossen sein.

Ein Ergebnis des bisherigen Forschungsprozesses ist es, dass in vielen europäischen Ländern durchaus verschiedene Prosumer-Geschäftsmodelle verbreitet sind; so etwa Mieterstrom oder Peer-to-Peer-Modelle. Auch wenn diese Potenziale für die europäische Energiewende liefern, agieren sie noch sehr in der Nische und im Schatten der dominanten Energiekonzerne. Es gilt, die Entwicklung der bremsenden Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass sie im Einklang mit dem Clean Energy Package der EU steht. Auch ist zu beachten, dass Vorteile lokaler Anbieter nicht auf den Kosten anderer beruhen sollten, etwa durch die Einsparung von Entgelten und Steuern.

Ein für den 24./25. März geplanter Expert*innen-Workshop mit internationalen Gästen zu möglichen Zukünften des europäischen Energiesystems wird angesichts der gesundheitlichen Lage nun  - statt im Libeskind-Gebäude – dezentral und komprimiert am 25. März als Online-Konferenz stattfinden.

Kontakt

  • Moritz Ehrtmann, M.Sc.
  • Dr. Lars Holstenkamp
PROSEU ©Anna Stojan
Vorteile lokaler Anbieter*innen sollten nicht auf den Kosten anderer beruhen sollten, etwa durch die Einsparung von Entgelten und Steuern.