Noch nie dagewesene Brände, Regenwälder, die in Monokulturen verwandelt werden und überfischte Ozeane summieren sich zu einem schockierenden Schaden an der Natur. Obwohl dieser Schaden offensichtlich ist, scheitern Staaten regelmäßig daran, ihre selbstgesetzten Ziele im Bereich Nachhaltigkeit einzuhalten. In der Convention on Biological Diversity (CBD) wurde kürzlich bekannt gegeben, dass keines der 20 Biodiversitätsziele für 2020 erreicht wurde. Politiker*innen, Wissenschaftler*innen und Verhandlungsführer*innen der beteiligten Staaten bereiten sich nun auf die nächste Reihe von Biodiversitätszielen für 2030 und 2050 vor.

Nach Ansicht von Martín-López und ihrem Team sind drei Punkte entscheidend, die von den Nationen bei der Festlegung der neuen Biodiversitätsziele berücksichtigt werden müssen:
Erstens ist es risikant, Biodiversität nur mit einer einzigen Facette zu identifizieren, etwa dem Aussterben von Arten, der Fläche von Ökosystemen oder dem "unter 2°C Erderwärmung"-Ziel. Zweitens sind diese Facetten miteinander verbunden und beeinflussen einander zum Guten oder zum Schlechten. Somit müssen die Ziele ganzheitlich und nicht isoliert definiert und umgesetzt werden. Schließlich müssen die Ziele so ehrgeizig wie möglich festgelegt werden, falls man noch eine realistische Chance haben möchte, die Abwärtskurve zu glätten. "Wenn die verschiedenen Facetten nicht gemeinsam betrachtet und die Ziele nicht sehr hoch gesteckt werden", fasst Martin-Lopez zusammen, "sind die Chancen für einen Übergang zu einer besseren und gerechteren Zukunft für alles Leben auf der Erde bis 2050 sehr gering."

Berta Martín-López, Professorin an der Fakultät für Nachhaltigkeit der Leuphana Universität Lüneburg, ist Ko-Vorsitzende des Future Earth Programme of Ecosystems Change and Society (PECS) und war aktiv an verschiedenen Bewertungen der Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services (IPBES) beteiligt.