Forschungsfeld Transformation

Klimawandel, Globalisierung, neue Arbeits- und Organisationsmodelle, Big Data: Die Gesellschaft befindet sich, so die allgemeine Wahrnehmung, im Zustand der Dauertransformation. Wie lassen sich Transformationen identifizieren, beschreiben, analysieren und letztlich auch gestalten, insofern wir uns bei aller Beobachtung unweigerlich auch innerhalb der Transformationen befinden?
Was ist Transformation unter der Bedingung dauerhafter Disruption? Welche Bedingungen begünstigen sie, wer legt die Kriterien für eine gelingende Transformation fest? Welche gesellschaftlichen Konflikte, welche unterschiedlichen Wert- und Zielvorstellungen begleiten diese Prozesse oder resultieren daraus?
Jenseits geläufiger Dichotomien von Vorher-Nachher und in bewusster Abgrenzung zu einschränkenden Paradigmen wie „Innovation“ oder „Krise“ widmen sich die Forschenden der Leuphana den Transformationen als Phänomen sui generis – als Signatur der Gegenwart. 

Die Zukunftsfähigkeit von Gesellschaften hängt, so die These, entscheidend von ihrem Vermögen ab, Transformationen zu reflektieren und zu bewältigen. Die der Handlungsorientierung im Leitbild verpflichtete Leuphana möchte durch das Ausloten von Möglichkeiten, wie Transformationen gelingen kann, zur Zukunftsfähigkeit beitragen. Grundlage dafür, dass die Leuphana das Thema Transformation in seiner Gesamtheit bearbeiten kann, bilden die Forschungsschwerpunkte wie Nachhaltigkeit, Digitalität, Demokratie sowie Governance- und Bildungsprozesse, die von Forschungszentren getragen werden.

Video Konferenz ©Leuphana / Marvin Sokolis
Tagungansprache ©Leuphana - Patrizia Jäger
Konferenz ©Leuphana / Patrizia Jaeger

Beteiligte Einrichtungen

In den Forschungszentren der Leuphana stellen spezifische Formen der Transformation einen zentralen Untersuchungsgegenstand dar:
 

Zentrum für Digitale Kulturen

Besonders eindrücklich wird die gegenwärtige Dauertransformation im Bereich digitaler Medientechnologien. Aus der Digitalisierung ergibt sich eine Vielzahl von medialen und Prozesstransformationen. In diesem dynamischen Feld beschäftigen sich Forschende des Zentrums für Digitale Kulturen mit der Entstehung neuer kultureller Praktiken des sozio-technischen Zusammenlebens. 

Center for Global Sustainability and Cultural Transformation

Das Center for Global Sustainability and Cultural Transformation, das als Joint Center gemeinsam mit der Arizona State University geführt wird, analysiert die sozio-ökologischen, kulturellen sowie epistemologischen Grundlagen von Nachhaltigkeit als kultureller Transformation in einer komplexen, globalisierten Welt.

Zentrum für Demokratieforschung

Das Zentrum für Demokratieforschung beschäftigt sich mit der Analyse demokratischer Strukturen und Governance-Prozesse in Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt. Kernthema der Forschung sind Fragen zur Legitimität von Demokratien sowie zum Wertewandel unter den Bedingungen fortwährender gesellschaftlicher Transformationsprozesse.

Forschungszentrum Digitale Transformation

Das Forschungszentrum Digitale Transformation widmet sich den Herausforderungen der Digitalisierung in Organisationen, Wirtschaft und Gesellschaft. Die interdisziplinären Projekte werden zum großen Teil zusammen mit Partnern aus Wirtschaft und Gesellschaft durchgeführt.

Institute for Sustainable Development and Learning

Wie lassen sich transdisziplinäre Erkenntnisprozesse für nachhaltige Entwicklung aufsetzen und unterstützen? Das Institute for Sustainable Development and Learning erforscht, ob und inwieweit Bildung und Wissen einen Einfluss auf die Erreichung der Sustainable Development Goals haben.

Zukunftszentrum Lehrkräftebildung

Das Zukunftszentrum Lehrerbildung forscht zu den Herausforderungen der Lehrkräftebildung unter den Bedingungen zunehmender gesellschaftlicher Komplexität. Dies beinhaltet nicht zuletzt auch die Frage nach dem Wissen von und über Transformation. Wie lässt sich die Lehrkräftebildung angesichts des gesellschaftlichen Wandels und neuer Herausforderungen stetig verbessern? Im Zentrum werden bestehende sowie neue Lehrmodelle entwickelt analysiert und weiterentwickelt.

Gestalterische Perspektiven

An der Transformationsforschung der Leuphana partizipieren Akteur*innen aus der gesellschaftlichen Praxis. Die „Utopie-Konferenz“, die 2018 erstmalig stattfand, brachte Forschende und Interessierte zusammen, Zukunftsvisionen zu entwickeln, die über die Wachstumsgesellschaft hinausweisen und demokratische Neuerungen ermöglichen. Im Projekt „Zukunftsstadt Lüneburg 2030+“ erarbeiten Forschende der Leuphana gemeinsam mit 200 Praxis-Partner*innen nachhaltige Lösungen für die Bereiche Mobilität, demographische Entwicklung und ressourcenschonende Energiegewinnung.

Als Universität in und mit der Gesellschaft will sich die Leuphana den drängenden Herausforderungen der Gegenwart annehmen und mit ihrer Forschung und Bildung zur Zukunftsfähigkeit von Gesellschaften beitragen. 

Kontakt

Vizepräsidentin Forschung

Prof. Dr. Susanne Leeb