Wissenschaftsinitiative Management und unternehmerisches Handeln

Die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen des 21. Jahrhundert sind komplex und multikausal bedingt. Zur erfolgreichen Bewältigung dieser Herausforderungen braucht es eine breite, interdisziplinäre Perspektive. Folglich bilden an der Fakultät Wirtschaftswissenschaften disziplinäre Eigenständigkeit und interdisziplinäre Kooperation eine produktive Synthese, die sich auch in exzellenten Forschungsleistungen niederschlägt.

Die Fakultät Wirtschaftswissenschaften vereint die Disziplinen Betriebswirtschaftslehre, Ingenieurwissenschaften, Psychologie, Rechtswissenschaften, Volkswirtschaftslehre, Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftspädagogik. Als Alleinstellungsmerkmal stellt sich die Kompetenz dar, Probleme aus verschiedenen disziplinären Perspektiven gleichsam und multikausal in den Blick zu nehmen und synergetisch zu bearbeiten. Das methodische Repertoire der Mitglieder der Fakultät ist dabei ebenso vielfältig wie ihre Forschungsperspektiven: So finden Verfahren des maschinellen Lernens für die quantitative Modellierung von Entscheidungsproblemen ebenso Anwendung wie verschiedene qualitative, experimentelle oder intervenierende Forschungsdesigns. Forschung am Puls der Zeit: Die Mitglieder unserer Fakultät arbeiten an den gesellschaftlichen Megatrends der Gegenwart.

  • Forschungsschwerpunkte
  • Netzwerke und Kooperationen
  • Fakultät und Institute

Forschungsschwerpunkte

(1) Entrepreneurship ist einer der zukunftsweisenden Forschungsschwerpunkte der Fakultät Wirtschaftswissenschaften. Unsere Wissenschaftler*innen eint ein umfassendes Verständnis von Entrepreneurship, das als eine Schlüsselkompetenz für Innovation und Fortschritt begriffen wird. Den gesellschaftlichen Wertewandel und die Notwendigkeit der Ressourceneinsparung fest im Blick, steht hier das Konzept der verantwortungsvollen Nutzenmaximierung im Fokus. Im Forschungszentrum für Entrepreneurship findet diese visionäre Herangehensweise ihren institutionellen Fixpunkt. Mitglieder der Fakultät aus den Disziplinen Betriebswirtschaftslehre und Psychologie legen unter diesem Dach gemeinsame Forschungsprojekte auf, um Unternehmer*innen, Praktiker*innen und Entscheidungsträger*innen eine wissenschaftliche Handreichung für informierte Unternehmensentscheidungen zu bieten.

(2) Digitalisierung und Digitale Transformation ist ein weiterer interdisziplinärer Forschungsschwerpunkt. Das Thema wird im Forschungszentrum für Digitale Transformation aus ökonomischer, technischer, unternehmerischer, psychologischer und rechtlicher Perspektive intensiv und ganzheitlich bearbeitet. In diesem Forschungszentrum arbeiten Mitglieder der Fakultät disziplinübergreifend in gemeinsamen Projekten mit regionalen, nationalen und internationalen Partnern zusammen. Unsere Wissenschaftler*innen widmen sich Fragen in den Bereichen BigData, Internet of Things und Social Media und untersuchen veränderte Nutzungsgewohnheiten, ressourcenschonende Potentiale der Effizienzsteigerung und Automatisierungsoptionen. Diese Ausrichtung bildet sich in den laufenden Forschungsprojekten zu Digit@l Entrepreneurship, E-Mental Health, E-Business, E-Commerce, Online Marketing, Wissensmanagement und E-Learning ab. Ein Beispiel ist das Projekt „Ein dynamisches System zur Erfassung und Prävention psychischer Arbeitsbelastungen in KMU der Industrie 4.0“. Als Teil eines Verbundes von Hochschulen, aber auch Praxispartnern wurde hier ein webbasiertes Tool entwickelt, das betriebliche Akteure anwendungsfreundlich, datensicher und flexibel unterstützt, Belastungen zu bewerten und Maßnahmen abzuleiten.

Wie diese beiden Forschungsschwerpunkte systematisch miteinander verknüpft werden können, wird anhand des Projekts „Entwicklung und Evaluation verhaltenspräventiver Bausteine zum Online-Gesundheits-Check und online Gesundheitstrainings für Gründer*innen und Beschäftigte“ deutlich. Im Rahmen dieses Verbundprojekts wurde ein webbasiertes Präventionsprogramm für die betriebliche Gesundheitsförderung für Existenzgründer*innen und deren Unternehmen entwickelt. In den Projekten „Student Training for Entrepreneurial Promotion“ (STEP) und „Personal Initiative“ (PI) verfolgen die involvierten Kolleg*innen das Ziel, durch Trainings junge Menschen im Globalen Süden zu Unternehmer*innen der Zukunft auszubilden. Daran knüpft die Publikation „Teaching personal initiative beats traditional training in boosting small business in West Africa” von Michael Frese und Kolleg*innen unmittelbar an, in der untersucht wird, ob ein psychologie-basierter Trainingsansatz, der eine proaktive Denkweise lehrt und sich auf unternehmerisches Verhalten konzentriert, hierfür besonders erfolgversprechend ist. Im Projekt „Digital Knowledge Transfer Model“ wird in Zusammenarbeit mit der regionalen Wirtschaft und Gesellschaft ein strukturierter Ansatz entwickelt, um Innovationsprozesse gezielt zu begleiten sowie Akteur*innen entsprechend zu motivieren. Dieselbe Schnittstelle greift das Projekt „Digital Leadership Lab - Digitale Führung im Mittelstand“ auf, das darauf hinwirkt, Führungskräfte regionaler KMU für ihre neue Rolle im digitalen Wandel zu sensibilisieren und als Innovationstreiber*innen zu schulen.

(3) Nachhaltiges Wirtschaften wird als zentrales Querschnittsthema der Forschungsaktivitäten gesehen. Zu diesem Querschnittsthema wird beispielsweise im Forschungsprojekt „Ermittlung und Einstellung der Eigenschaften von Grenzschichten bei Aluminium-Werkstoffverbunden in der Verfahrenskombination Verbundgießen und Umformen“ daran gearbeitet, das Anwendungsspektrum hybrider Strukturbauteile aus Aluminiumwerkstoffen im Leichtbau in Industrie und Forschung zu erweitern. An der Mobilität der Zukunft arbeitet das Projekt „Analyse von Hochvolt-Gleichstrom-Relais bei Kurzschlussströmen in Elektrofahrzeugen“. Ziel ist hier, die Batterieleistung von Elektrofahrzeugen zu verbessern. Auch in Kooperation mit der Fakultät Nachhaltigkeit werden psychologische und organisationale Erfolgsfaktoren für nachhaltiges Verhalten, nachhaltige Entscheidungen und auch nachhaltiges Unternehmertum beleuchtet und erforscht.

Netzwerke und Kooperationen

Forschung als internationaler Schulterschluss: Die Fakultät Wirtschaftswissenschaften arbeitet intensiv an der Stärkung der internationalen Dimension ihrer Forschungsaktivitäten. Die Fakultät pflegt zahlreiche bilaterale Kooperationen, baut diese Kooperationen weiter aus und engagiert sich in internationalen Netzwerken (z.B. dem Global Business School Network und dem European University Network on Entrepreneurship), um eine hohe Qualität von Forschung, Lehre und Transfer zu gewährleisten und ein verantwortungsvolles Handeln in Wirtschaft und Gesellschaft zu fördern.