Erfahrungsberichte: Master Global Sustainability Science

Stadtplanung und Nachhaltigkeit verbinden

Nach ihrem Bachelorabschluss mit Schwerpunkt Stadtentwicklung entschied sich Pia Schwanenberg für das Masterstudium Global Sustainability Science.

im Gespräch mit Pia Schwanenberg

P. Schwanenberg 2 ©Leuphana/Patrizia Jäger
P. Schwanenberg 1 ©Leuphana
P. Schwanenberg 3 ©Leuphana/Patrizia Jäger
  • Was haben Sie studiert bevor Sie Ihren Master an der Leuphana begonnen haben?
  • Warum haben Sie sich für das Studienprogramm Global Sustainability Science entschieden?
  • Sie sind jetzt im zweiten Semester: haben sich Ihre Erwartungen an das Studium erfüllt?
  • Welche Erwartungen haben Sie an den Auslandsaufenthalt in Arizona?
  • Die Leuphana versteht sich als eine inter- und transdisziplinäre Universität. Auch die Ausrichtung Ihres Studiengangs ist interdisziplinär. Wie nehmen Sie dies wahr?
  • Sie haben im Studium die Möglichkeit zwischen verschiedenen Modulen zu wählen und selbst Schwerpunkte zu setzen. Für welche Module haben Sie sich entschieden??
  • Sind Sie neben Ihrem Studium an der Uni aktiv?
  • Nutzen Sie das SemesterTicketKultur, für Fahrten mit Öffentlichen Verkehrsmitteln und das große Kulturangebot in Lüneburg?
  • Welche Pläne haben Sie nach Ihrem Masterstudium?
  • Wem würden Sie dieses Studium empfehlen?

Was haben Sie studiert bevor Sie Ihren Master an der Leuphana begonnen haben?

Nach dem Abi habe ich einen Bachelor of Science in Stadtplanung an der HafenCity Universität in Hamburg gemacht. Ich habe dort auch einen Master in Stadtplanung angefangen, aber gemerkt, dass sich Vieles aus dem Bachelor wiederholt und ich etwas Neues und Wissenschaftlicheres machen möchte.

Warum haben Sie sich für das Studienprogramm Global Sustainability Science entschieden?

Nachhaltigkeit hat mich schon immer interessiert. Bei einem Praktikum in einem Ingenieurbüro ist mir aufgefallen, dass es bei der Stadtplanung oft darum geht, was Investoren möchten. Investoren haben selten nachhaltige Beweggründe und Ziele, sondern hauptsächlich ökonomische. Deshalb habe ich mich gefragt, wie ich Nachhaltigkeit attraktiv und rentabel für Investoren gestalten kann. Ich kam zu dem Schluss, dass ich Investoren und Andere besser überzeugen kann, warum nachhaltiges Handeln so wichtig ist, wenn ich mehr Ahnung in dem Bereich habe.

Der Auslandsaufenthalt an der Arizona State University und der Doppelabschluss gefallen mir besonders gut am Studienprogramm GSS. Weil das Auslandssemester schon fest in das Programm integriert ist, hat man weniger Aufwand z.B. mit der Wahl der richtigen Kurse an der anderen Uni und den großen Vorteil, zu bezahlbaren Studienkosten in den USA studieren zu können.

Sie sind jetzt im zweiten Semester: haben sich Ihre Erwartungen an das Studium erfüllt?

Ich hatte an das Studium wenig konkrete Erwartungen, weil ich ja etwas Neues machen und mich voll und ganz darauf einlassen wollte.  Bisher gefällt es mir hier super! Der Studiengang bietet sehr viel Wahlfreiheit, wodurch ich mich auf alles konzentrieren kann, was mich besonders interessiert. Ich belege zum Beispiel weniger naturwissenschaftliche Module, sondern mehr humanwissenschaftlichen, die ich auch mit dem Thema Stadtplanung verknüpfen kann.

Welche Erwartungen haben Sie an den Auslandsaufenthalt in Arizona?

Ich war schon ein paar Mal in den USA und ich glaube, dass sich die Ansichten der Deutschen in Bezug auf Nachhaltigkeit ein bisschen von denen der Amerikaner unterscheiden. Ich finde es spannend durch das Studium die Möglichkeit zu haben, tiefere Einblicke zu bekommen und neue Perspektiven kennenzulernen. In Tempe, wo die Arizona State University liegt, soll es allerdings ähnlich sein wie an der Leuphana: eine Art „Bubble“, in der viele Menschen bereits sehr nachhaltig leben und denken.

Natürlich bin ich auch auf die Arizona State University gespannt. Die Leuphana ist ja eine eher kleine Uni und hat trotzdem schon ein ziemlich großes Angebot, die ASU ist allerdings eine der größten Unis der USA. Hier an der Leuphana ist das Verhältnis zu den Professoren auch sehr entspannt, was mir gut gefällt. Aber ich glaube, in den USA ist es noch einmal ein bisschen weniger förmlich. Dieses „per Du“ sein mit den Professoren gefällt mir sehr gut. Das war bei mir im Bachelor ein bisschen steif.
Ich erhoffe mir aber auch das Drumherum einer amerikanische Uni zu erleben, wie zu den Footballspielen zu gehen. Also auch eine schöne Zeit dort zu haben und jeden Tag die Sonne und das super warme Wetter zu genießen.

Die Leuphana versteht sich als eine inter- und transdisziplinäre Universität. Auch die Ausrichtung Ihres Studiengangs ist interdisziplinär. Wie nehmen Sie dies wahr?

Dieses Semester haben wir zum Beispiel ein transdisziplinäres Projekt als Gruppenarbeit. Das Projekt ist sehr komplex, macht aber auch super viel Spaß, weil wir sehr frei in der Ausgestaltung sind. Das große Thema Deforestation war vorgegeben, aber wir haben uns selber ausgesucht, dass wir uns auf den Kakaoanbau und Schokolade konzentrieren wollen. In unserem Projekt setzen wir uns einerseits mit dem Anbau auseinander, gucken aber gleichzeitig auch auf den Markt für Kakao: wer verarbeitet den Kakao, wie sind die Löhne und wie ist das Konsumentenverhalten?  Bei uns geht es hauptsächlich um die Labels und Zertifikate für nachhaltigen Kakao, was diese bewirken und wie sie kommunizieren. Dafür machen wir eine Konsumentenbefragung in Lüneburg und in Tempe. Wir versuchen dann, das Wissen und Verhalten der Konsumenten beider Länder zu vergleichen. Dabei verbinden wir mehrere Disziplinen innerhalb des Studiengangs, also naturwissenschaftliche und ökonomische. Wir brauchen viele unterschiedliche Hintergrundinformationen und müssen eigentlich alles abrufen, was wir bisher gelernt haben. Bei der Gruppenarbeit kann außerdem jeder auch sein Wissen und Können aus dem Bachelor einbringen und wir können voneinander lernen. Ich kann durch meine Erfahrungen in der Stadtplanung zum Beispiel gut Karten und Grafiken erstellen, andere können super mit SPSS umgehen oder toll wissenschaftlich schreiben.

Sie haben im Studium die Möglichkeit zwischen verschiedenen Modulen zu wählen und selbst Schwerpunkte zu setzen. Für welche Module haben Sie sich entschieden??

Dieses Semester habe ich zum Beispiel Economics of Biodiversity and Ecosystem Services gewählt. In dem Modul geht es darum, Biodiversität und Ecosystem Services aus ökonomischer Perspektive zu betrachten. Wir verknüpfen also Nachhaltigkeit mit einer ökonomischen Komponente. Das finde ich total spannend, weil diese Perspektive bei Nachhaltigkeitskonzepten meiner Meinung nach oft zu wenig beachtet wird.

Außerdem sind für mich als Stadtplanerin besonders die Module im Bereich Governance interessant, da wir uns dort mit der Förderung und Implementierung von Nachhaltigkeit durch Gesetze und über den Regierungsweg auseinandersetzen. Dabei sind für mich vor allem die verschiedenen Ebenen, also europäisch, national, regional und kommunal interessant und welches Vorhaben am besten auf welcher Ebene angegangen werden kann bzw. wie die Ebenen untereinander kooperieren und sich beeinflussen.

Sind Sie neben Ihrem Studium an der Uni aktiv?

Ich bin leider in keiner der vielen Initiativen an der Leuphana aktiv, mache aber sehr viel Sport beim Hochschulsport. Ich nehme an Groupfit-Kursen teil, hauptsächlich Zumba, und spiele Fußball. Es gibt jede Woche mehrere Termine, für die man sich vorher online anmeldet und sich dann zum Kicken trifft. Jetzt gerade im Sommer gibt es auch die Campus Liga, bei der man sich in einem Team zusammenfindet und dann wie eine ganz kleine WM oder EM ein Turnier über mehrere Wochen ausspielt. Da ist dann immer viel los auf der Mensawiese.

Nutzen Sie das SemesterTicketKultur, für Fahrten mit Öffentlichen Verkehrsmitteln und das große Kulturangebot in Lüneburg?

Ich war schon auf kleineren Konzerten oder im Theater. Es ist nicht so, dass ich extra nach Veranstaltungen suche, sondern eher spontan Angebote wahrnehme. Lüneburg ist zwar relativ klein, aber dadurch auch irgendwie cool, weil man immer Leute trifft, die man kennt, wenn man zu Veranstaltungen geht. Außerdem ist Hamburg ganz in der Nähe. Ich fahre oft dahin, weil ich aus Hamburg komme und dort viele Freunde und Familie habe. Ansonsten müsste ich eigentlich noch mehr Niedersachsen erkunden!

Welche Pläne haben Sie nach Ihrem Masterstudium?

Ich habe noch nicht wirklich konkrete Pläne, da ich noch sehr jung bin. Ich habe überlegt, ob ich einen zweiten Master mache oder promoviere. Ich finde, dass die interessantesten Menschen die sind, die man nicht in eine Schublade einordnen kann. Und deshalb finde ich auch den Studiengang Nachhaltigkeit so cool. Er ist sehr vielfältig und man bekommt einen Einblick in viele verschiedene Bereiche. Immer, wenn mich jemand fragt: Was machst du denn danach damit? Dann sage ich: im Großen und Ganzen rette ich die Welt, und spezifisch kann ich machen, was ich will. Grundsätzlich fände ich es super, die Inhalte aus den Nachhaltigkeitswissenschaften in die Stadtplanung einfließen zu lassen und so mein Wissen aus meinem Studium zu verknüpfen.

Zurzeit finde ich den Bereich Mobilität sehr spannend, weil ich gerne Auto fahre und mich dabei aber super schlecht fühle aufgrund der Umweltauswirkungen, genau das Gleiche mit dem Fliegen. Ich denke, dass da auch die Unternehmen mittlerweile anfangen umzudenken, denn sie verstehen, dass sie etwas ändern und nicht mehr Autos, sondern Mobilität verkaufen müssen, am besten natürlich nachhaltige Mobilität.

Wem würden Sie dieses Studium empfehlen?

Auf jeden Fall Studenten, die offen und kommunikativ sind und gut Englisch können, weil alles auf Englisch stattfindet und Studenten, die gerne internationale Kontakte pflegen. Wir sind eine bunt gemischte Gruppe und machen viel Gruppenarbeit, auch das muss man mögen. Natürlich muss man sich auch für Themen der Nachhaltigkeit interessieren!