Module des Komplementärstudiums

Als Forum für den fachübergreifenden wissenschaftsreflexiven Austausch aller Masterstudierenden ist das Komplementärstudium ein wesentlicher Bestandteil des besonderen Lehrmodells der Leuphana und findet sich in allen Bildungsstufen, d.h. im Bachelor-, Master-, und Promotionsstudium als auch in den berufsbegleitenden Studiengängen der Professional School wieder. Das Komplementärstudium ist also ein integraler Bestandteil jedes Master Studienprogramms. Die Studierenden der Graduate School beschäftigen sich so neben dem fachlich vertiefenden Studium mit fächerübergreifenden wissenschaftsreflexiven Themen.

Das Masterstudium an der Leuphana möchte durch das inter- und transdisziplinär organisierte Komplementärstudium dialogorientiert kritisches Denken fördern und die Fähigkeit schulen, einen Schritt zurückzutreten und eine übergreifende reflexive Perspektive einzunehmen. Dazu ist es wichtig, sich mit fremden Wissenschaftskulturen und Wissensformen, mit der Entstehung von Wissen, verschiedenen Verständnissen wissenschaftlicher Erkenntnis und grundlegenden humanistischen Fragen, mit Philosophie und Ethik zu befassen. Eine solche reflexive Distanznahme weitet den Kontext um die Fachinhalte und hilft, fachfremdes Wissen in seiner Unterschiedlichkeit zu verstehen, Verbindungen zwischen verschiedenen Wissensbereichen und -formen herzustellen, die vertraute Wissenschaftskultur im Spiegel einer fremden neu zu sehen. In diesem Sinne macht das Komplementärstudium Differenz- und Kontingenzerfahrung und ein verbindungsorientiertes, gesellschaftlich verantwortungsvolles Denken und Handeln zu einem integralen Bestandteil des fachübergreifenden Wissenserwerbs und qualifiziert die Studierenden in besonderem Maße für akademische Karrierewege in verschiedenen Berufswelten.

Auf Akademikerinnen und Akademiker warten nach ihrem Abschluss spannende und herausfordernde Aufgaben in anspruchsvollen Positionen. Absolventinnen und Absolventen von Masterstudiengängen haben es in ihren beruflichen Kontexten typischerweise nicht mit Routinesituationen zu tun, sondern mit Situationen der Ungewissheit, mit konkurrierenden Deutungen und Normenkonflikten sowie unterschiedlichen professionellen Wissensvorräten und -formen. Wer in verantwortungsvollen Positionen und in wechselnden Teams  unter den Bedingungen komplexer Transformationsprozesse arbeitet oder auf Grundlage neuer bzw. sich ändernder, ggf. fachfremder Informationen Situationen beurteilen muss, braucht neben schnell veraltendem Fachwissen auch eine übergreifende wissenschaftlich basierte Urteils  und Reflexionsfähigkeit, die eine beständigere Grundlage bildet. Damit eng verknüpft ist ein Vermögen zur Kollaboration, um im dialogischen Austausch komplexe Sachverhalte methodisch geleitet analysieren, nach ethischen Kriterien bewerten und dabei auch unterschiedliche, widerstreitende Perspektiven verbinden und darauf basierend sicher entscheiden und handeln zu können.

Die zentralen Inhalte und Ziele des Komplementärstudiums werden in den drei Modulen Engaging with Knowledge and Sciences, Reflecting Research Methods und Connecting Science, Responsibility and Society abgebildet. Im Sinne der internationalen Orientierung der Leuphana ist die Unterrichtssprache überwiegend Englisch.

Modulbeschreibungen

Die zentralen Inhalte und Ziele des Komplementärstudiums sind in drei Module à 5 CP übersetzt und bilden zugleich eine grundlegende inhaltliche Klammer. Die drei Module Engaging with Knowledge and Sciences, Reflecting Research Methods und Connecting Science, Responsibility and Society sind im Sinne der internationalen Orientierung der Leuphana überwiegend auf Englisch studierbar

Engaging with Knowledge and Sciences

Im diesem Modul werden wissens- und wissenschaftstheoretische Grundlagen, Fragen und Begriffe aus dem Spektrum aller Major in fachübergreifend vergleichender Perspektive erörtert. Dabei liegt der Fokus auf Verständnissen von Wissen, Wissensformen, Wissensgenese, Wissenschaftsgeschichte, Konzepten von Wahrheit, Paradigmen der Wissenschaftstheorie, wissenschaftlichen Transformationsprozessen sowie inter- und transkultureller Wissensproduktion.  Nicht zuletzt findet in diesem Rahmen auch eine Auseinandersetzung mit ethischen Erwägungen der Verantwortung in der Forschung und von Wissenschaft in der Gesellschaft statt. 

Reflecting Reasearch Methods

In dem Modul Reflecting Research Methods geht es um das Einlassen auf fachfremde, unbekannte wissenschaftliche Methoden. Gemeinsam mit Kommiliton_innen unterschiedlicher Major werden diese angewandt und im Hinblick auf forschungsethische Fragen und fachübergreife Verwendungszusammenhänge reflektiert. Darüber hinaus wird über Möglichkeiten und Grenzen vertrauter Methoden und Fachkulturen im Spiegel fremder nachgedacht und mit spezifischen Methoden werden Differenzen und Verbindungen hergestellt. Dies schließt auch die Auseinandersetzung mit verschiedenen Konzepten fachübergreifenden Forschens ein.

Connecting Science Responsibility and Society

Die Inhalte der ersten beiden Module werden in dem Modul Connecting Science, Responsibility and Society in einen themenfokussierten und ethisch-verantwortungsvollen Zusammenhang wissenschaftlicher Wissensproduktion gestellt. Im Kontext des aktuellen Themenschwerpunkts und der gesellschaftlichen Herausforderung einer nachhaltigen Entwicklung wird diskursiv ein ethisches und verantwortungsvolles Verständnis von Wissen und Wissenschaft erarbeitet und die gesellschaftliche Verantwortung von Akademikerinnen und Akademikern diskutiert. Exemplarisch können im Kontext des Themenschwerpunkts einzelne Themenfelder, die für alle Major relevant sind, theoretisch und empirisch bzw. anwendungsorientiert fachübergreifend erforscht und zu den gewonnenen methodischen und wissenschaftstheoretischen Erkenntnissen der ersten beiden Module in Bezug gesetzt werden.

Modulverantwortliche im Komplementärstudium

Fachspezifische Anlagen Komplementärstudium

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