Digitale Kulturen

Vertiefung im Master Kulturwissenschaften

Die Selbstverständlichkeit des Digitalen ist ein Kennzeichen des gegenwärtigen kulturellen Wandels. Die Allgegenwart digitaler Medientechnologien verändert, wie Dinge zusammengehören und wie wir miteinander leben, generiert neue Formen sozialer Ordnung und provoziert neue Praktiken der Macht und Selbstermächtigung.

Grundlegende lebensweltliche Erfahrungen, die meisten beruflichen Praktiken sowie die vorherrschende Performanz ästhetischer Gestaltungen sind heute von medientechnologischer Digitalität durchwirkt. Das Ziel des Schwerpunkts „Digitale Kulturen“ ist die Erfassung dieses komplexen Wechselspiels von Medientechnologie und Kultur, das entlang folgender Achsen thematisiert wird:

  • Mediale Phänomene werden in historischer, technischer, epistemologischer Komplexität zu beschreiben. Methoden sind dabei nicht nur Dekonstruktion, Diskursanalyse oder Medienarchäologie sondern auch wissenschafts-, technikhistorische und verwandte Ansätze.
  • Horizont dessen sind zudem historische und zeitgenössische medienphilosophische Positionen, die eine epistemologische, ontologische und ästhetische Perspektivierung digitaler Kulturen ermöglichen. Dabei geht es um die Erkundung und Reflexion aktueller, medientechnisch geprägte Formen des Sozialen, die Analyse von Interaktionsprozessen, Organisationspraktiken und Machtverhältnissen.
  • Erarbeitet wird der Zusammenhang zwischen Medieninnovationen, der Dynamik kultureller Prozesse und ihrer historiographischen Konzeptualisierung. Untersucht werden Korrelationen zwischen Medien, Geschichte und Geschichtsschreibung. 
  • Um die die historischen und aktuellen Diskurse des Medienwandels zu verstehen sind Einsichten in die Geschichte von Netzmedien, aktueller Social Media-Entwicklungen und anderer aktueller Ausprägungen der Netzkultur wesentlich. Gegenstand hier sind spezifische Felder der digitalen Kultur, insbesondere der “Sozialen Medien” und der “Software Studien”.

Der Schwerpunkt richtet sich an Studierende, die die Veränderungen von Wahrnehmung und Sinngebung, sowie Handlungs- und Ordnungsmöglichkeiten besser verstehen wollen, die durch die digitale Kultur verursacht sind. Für jede berufliche Zukunft im Verlagswesen, Journalismus, Kultur- oder Wissenschaftsmanagement erscheint dies als eine wichtige Voraussetzung. Im Anschluss an eine Promotion steht hier überdies im besonderen Maße der Bereich von Wissenschaft und Forschung offen. Die Lehrenden des Schwerpunkts verbindet die Überzeugung, dass verantwortungsvolle Tätigkeiten in der Kultur- und Kreativitätswirtschaft, im Kunstfeld, in den Medien oder im öffentlichen Kultursektor bzw. in Stiftungen in der Zukunft kaum ohne ein vertieftes Verständnis der Digitalen Kultur erfolgreich sein werden.