Studierende im Portrait: Vanessa Hacke ©Leuphana
Vanessa Hacke im Interview über den Studiengang 'Management & Engineering'

Was hast du gemacht, bevor du dich hier für den Master beworben hast?

Ich habe ein duales Studium bei Volkswagen absolviert, dafür in Wolfenbüttel studiert und dort meinen Bachelor in Wirtschaftsingenieurwesen mit Schwerpunkt Maschinenbau abgeschlossen. Im ersten Teil habe ich eine Ausbildung zur Industriemechanikerin gemacht. Das war in den Semesterferien, wir hatten zwei Praxissemester. Von daher habe ich auch von Bearbeitungsprozessen und Montage ein bisschen Ahnung. Und im zweiten Teil war ich dann in der Planung für Presswerkzeuge eingesetzt. Und danach bin ich für ein Jahr ins Ausland gegangen, habe in Mexiko auch für VW gearbeitet und war in der Logistik für die ‚just in sequence‘ - Teile zuständig.

Was hat dich am Studienprogramm Management & Engineering hier an der Leuphana angesprochen?

Ich wollte Wirtschaftsingenieurwesen mit diesen zwei Bereichen so weiter studieren. Also, nicht nur auf die technische Schiene gehen und auch nicht nur auf die wirtschaftliche. Deswegen habe ich mich für Management & Engineering entschieden, weil der eben beides kombiniert.

Seit diesem Semester gibt es zwei Schwerpunkte im Studienprogramm: Produktionstechnik sowie Materials and Engineering, du studierst Produktionstechnik. – was kann ich mir darunter vorstellen? Geht es darum, wie Fließbandabfertigung funktioniert?

Davor haben wir natürlich auch noch die ganze Supply Chain, also die ganze Wertschöpfungskette: sie fängt an beim Lieferanten, geht dann über die eigene Fabrik, bis raus zum Kunden – wie ich das alles verknüpfe, darum geht es beim Produktionsmanagement. Auch darum, dass ich beispielsweise Teile ‚just in time‘ liefere: diese gelangen dann direkt an die Produktionslinie, d.h. werden direkt verbaut. Oder ‚was mache ich bei Engpässen?‘ ‚Wie ordne ich meine Lieferanten an?‘, ‚Wie gehe ich da vor?‘ ‚Welche suche ich mir aus?‘ Also es ist eigentlich... alles komplett.

Also Produktionstechnik ist das Management, das nötig ist, um Produkte in Menge herzustellen und zu verteilen, oder?

Ja. Aber ich brauche natürlich auch technisches Hintergrundwissen, ich habe auch Fertigungstechnik, wo ich lerne, wie Dinge verschweißt werden, oder welche Techniken ich für welche Materialien nutze – also es ist nicht nur dieser wirtschaftliche Hintergrund und wie ich meine Produktion organisiere, sondern auch, dass ich Ahnung habe, welche Faktoren aus der Fertigung in den Produktionsstrang reinspielen. Das ist ja das Gute bei den Wirtschaftsingenieuren, dass sie eben diesen technischen Hintergrund haben, aber auch das wirtschaftliche Denken. Dass sie Beides verknüpfen können und an solchen Schnittstellen wie in der Logistik, der Produktionsplanung, dem technischen Einkauf oder im Vertrieb tätig sind – da sind Wirtschaftsingenieure wirklich gefragt.

Wie schätzt Du die Management Studies in Deinem Studienprogramm ein?

Wir hatten gerade Organisation, Strategy und Innovation – und das ist auch genau das, was ich wollte – was eben dieses Wirtschaftsingenieurwesen ausmacht: Ich lerne auch eine strategische Denkweise, erkenne, was ich machen muss, wenn ich eine neue Strategie einführen möchte, wie sollte meine Organisation aussehen, mit welchen Organisationstypen kann ich welche Ziele erreichen und wie implementiere ich Innovation? Das ist genau das, was ich später im Beruf – und durch meine Maschinenbauhintergründe wahrscheinlich noch besser – implementieren kann. Darum finde ich die Management Studies wirklich passend. Durch die Arbeit in der Presswerkplanung habe ich direkten Einblick bekommen: dort saßen meine Kolleg*innen auch immer in simultaneous engineering teams, das bedeutet Kolleg*innen verschiedener Bereiche treffen sich, um diesen Engineering-, oder Produktplanungsprozess möglichst zu parallelisieren und den ganzen Zeitablauf so gering wie möglich zu halten.