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Studierende im Porträt: Lisa Boenke – Die Zuhörerin

20.04.2020 Die 21-Jährige studiert das europäische Programm „International Joint Master of Research in Work and Organizational Psychology“. Trotz der Corona-Pandemie bleibt sie für ihren Studienverlauf optimistisch, auch weil der digitale Semesterstart an der Leuphana reibungslos geklappt hat.

In bildlosen Zeiten: Ausschnitte aus dem Leuphana-Leitbild.

„Unter humanistischer Handlungsorientierung verstehen wir das Erkennen von Chancen sowie Mut und Fähigkeit, selbstständig gemeinwohlorientiert zu handeln.“
Unter humanistischer Handlungsorientierung verstehen wir das Erkennen von Chancen sowie Mut und Fähigkeit, selbstständig gemeinwohlorientiert zu handeln. ©Leuphana
„Die Grundidee in der langen Tradition des Humanismus besteht wohl darin, dass der Mensch die Freiheit hat, seinen Charakter selbst zu bilden.“
Die Grundidee in der langen Tradition des Humanismus besteht wohl darin, dass der Mensch die Freiheit hat, seinen Charakter selbst zu bilden. ©Leuphana
„Nachhaltigkeit bedeutet für uns eine ganzheitliche und kontinuierliche Herausforderung.“
Nachhaltigkeit bedeutet für uns eine ganzheitliche und kontinuierliche Herausforderung. ©Leuphana

Lisa Boenke ist keine Wortführerin. Sie hört lieber zu, beobachtet und versucht die Menschen zu verstehen. Ganz besonders spannend findet sie den Einfluss verschiedener Kulturen auf die Persönlichkeitsbildung. „Für mich war deshalb schon lange vor dem Abi klar, dass ich gern im Ausland studieren möchte“, sagt die 21-Jährige. Lisa Boenke kommt aus NRW, die Niederlande lagen nahe - insbesondere wegen der Möglichkeit dort auf Englisch zu studieren. Die Rheinländerin absolvierte ihr Psychologie-Studium an der Universität in Twente. „Das Studium war sehr interdisziplinär angelegt. Wir lernten etwa Programmieren oder beschäftigten uns mit der Philosophie der Wissenschaft“, erinnert sich Lisa Boenke.

Ihr Master sollte ähnliche Ansprüche erfüllen. Die Absolventin begann ihre Suche – und stieß auf das Studienprogramm „International Joint Master of Research in Work and Organizational Psychology“. Es wird an drei europäischen Universitäten studiert: der Leuphana in Lüneburg, der Maastricht University und der Universitat de València und schließt mit einem Joint Degree ab. Gerade hat Lisa Boenke das erste Semester in den Niederlanden beendet: „Für mich ist dieses Programm eine phantastische Gelegenheit, verschiedenen Kulturen zu studieren, mich aber auch gezielt auf eine wissenschaftliche Laufbahn vorzubereiten. Die Psychologie ist als eigenständiges Forschungsgebiet vergleichsweise jung und entstand erst um 1870. Deswegen gibt es noch viele offene Fragen“, sagt Lisa Boenke. Sie fühlt sich durch das Studium gut auf eine Promotion vorbereitet: „Wir haben sehr viele Statistik- und Methoden-Kurse. Das ist ein großes Plus.“ Zudem erlebt sie den internationalen Austausch als bereichernd: „Obwohl Deutschland und die Niederlande aneinandergrenzen, sind die Mentalitäten sehr unterschiedlich. In den Niederlanden ist alles sehr egalitär, Professoren werden beispielsweise beim Vornamen genannt“, berichtet sie.

„Das hat richtig gut geklappt!“

Mittlerweile ist Lisa Boenke wieder in Deutschland und studiert nun an der Leuphana. Besonders positiv war sie vom Semesterstart überrascht, der trotz der Corona-Pandemie reibungslos verlief: „Das hat richtig gut geklappt! Durch die kleine Gruppengröße in unserem Studium sind auch die Online-Seminare per Video-Konferenz sehr gut umsetzbar.“ Zum Semesterstart beschäftigten sich die Studierenden mit dem Thema Verhandlungen. „Die Leuphana ist die einzige der drei Universitäten, die Verhandlungen als Fach anbietet. Deswegen würde ich hier auch gern meine Masterarbeit schreiben. Mich überzeugt das inhaltlich“, sagt die Studentin.

Lisa Boenke interessiert sich schon lange für Arbeit- und Organisationspsychologie: „Dieses Fach ist sehr gestaltend und hat einen konkreten Nutzen für die ganze Gesellschaft.“ Im Moment beschäftigt sie sich beispielsweise mit dem Thema Homeoffice und den Auswirkungen auf soziale Beziehungen: „Wie schaffen Leute Grenzen zwischen der Arbeit und ihrem Zuhause? In der heutigen Situation kann die Arbeit schnell Überhand nehmen und Partner verärgern, weil er das Gefühl hat, nicht genug Aufmerksamkeit zu bekommen“, sagt die Masterstudentin.

Im Wintersemester soll ihr Studium in Spanien weitergehen: „Nach Maastricht und Lüneburg ist Valencia die dritte Station. Ich wäre sehr traurig, wenn es wegen der Pandemie nicht wie geplant stattfinden kann, bin aber auch offen für andere Lösungen. Bis jetzt läuft ja trotz Corona alles sehr reibungslos an der Uni.“ Aber später, wenn sie ihren Master in der Tasche hat, möchte Lisa Boenke sehr gern in verschiedenen Ländern forschen und arbeiten.

Weitere Informationen

Das Studienprogramm wird vom Deutschen Akademischen Austauschdienst im Programm „Integrierte internationale Studiengänge mit Doppelabschluss“ gefördert. Die Stipendiat*innen erhalten für die beiden jeweils fünfmonatigen Studienphasen in Maastricht und Valencia monatlich 860 EURO; zudem wird einmalig eine Reisekostenpauschale i.H.v. 200 EURO gezahlt.

International Joint Master of Research in Work and Organizational Psychology