• Prof. Dr. Claudia Albes
  • Prof. Dr. Ulrike Steierwald
  • apl.-Prof. Dr. Hartmut Vollmer
  • Dr. Thomas Gann
  • Dr. phil. Tilmann Lahme
  • Dr. Marlene Meuer
  • Katrin Dammann-Thedens
  • Dr. Ulrich Pfarr

Prof. Dr. Claudia Albes

Grundlagen der Literaturdidaktik (Deu 210) (S)
Das Seminar führt in die Grundlagen der Literaturdidaktik ein. Zentrale Themen werden die Entwicklung der literarästhetischen Rezeptionskompetenz von Kindern und Jugendlichen, die verschiedenen Aspekte literarischen Lernens sowie einschlägige Methoden des Literaturunterrichts in der Primarstufe und der Sekundarstufe I sein. Als Grundlage für die Erprobung literaturdidaktischer Überlegungen und unterrichtsmethodischer Reflexionen werden vielfältige Beispiele aus dem Bereich der modernen Lyrik (nicht nur) für Kinder dienen.

Zwischen Realismus und Moderne. Literatur- und kulturwissenschaftliche Perspektiven auf Storms Märchen (S)
Insgesamt sechs Kunstmärchen hat Theodor Storm zwischen 1837 und 1864 geschrieben: Hans Bär, Der kleine Häwelmann, Hinzelmeier, Bulemanns Haus, Die Regentrude und Der Spiegel des Cyprianus. Dabei galt das Märchen im Literatursystem des poetischen Realismus als eine eigentlich schon überholte Textgattung. Storms Märchen erfüllen denn auch keineswegs die traditionellen Normen der Gattung ‚Märchen‘, sondern stellen Mischtexte dar, die sich mit Blick auf ihre jeweiligen narrativen Verfahrensweisen, ihre Stile und ihre intertextuellen Bezugnahmen erheblich voneinander unterscheiden. Während einige dieser Texte an die Grimmschen Kinder- und Hausmärchen angelehnt sind, erinnern andere eher an die Märchen von Hans Christian Andersen oder die Kunstmärchen der deutschen Frühromantik. Auch Anleihen bei den Gattungen der Novelle und der Sage sind zu beobachten.
Im Zuge einer intensiven Analyse der Stormschen Märchen unter erzähltheoretischen, psychoanalytischen, kulturgeschichtlichen und intertextualitätstheoretischen Aspekten soll im Seminar die aktuelle Forschungsthese, Storm erprobe mit seinen Märchen, anstatt in die Romantik zurückzuverweisen, bereits ‚modernistische‘ Schreibverfahren, untersucht werden.

Anmeldung zu allen Veranstaltungen im Rahmen des Studiums unter Mystudy.leuphana.de.

Prof. Dr. Ulrike Steierwald

Ästhetik - Rhetorik - Mimesis (Deu 110) (V)
Die Vorlesung bietet einen Überblick über die Theorie der Literatur und die Praxis der Literaturwissenschaft in ihrer Geschichtlichkeit und Gegenwart. Die Vielfalt möglicher Antworten auf die Frage "Was ist Literatur?" bzw. "Was ist ein Text?" im Rahmen der Philologien steht im Zentrum. Die Fragestellung wird zum Ausgangspunkt für das wissenschaftlich begründete Lesen sowie das Sprechen und Schreiben über literarische Texte.

Gesetz und Übertretung - Heinrich von Kleist (Deu 110) (S)
Sämtliche Texte des chronisch suizidalen Autors Heinrich von Kleist sind von der Frage nach dem Faktischen und der Unterscheidungsmöglichkeit von Wahrheit und Lüge durchdrungen. Doch was ist in der Wahrnehmungsmöglichkeit des Menschen eigentlich „der Fall“? Wer oder was können Gerechtigkeit, Hoffnung, Schönheit oder Liebe in ihrer unwiderlegbaren Faktizität begründen? Kleists Dichtung öffnet die Spannweite (oder auch den Abgrund…), die beim Versuch einer Sichtbarmachung des „offen-sichtlich“ Faktischen jenseits religiöser oder wissenschaftlicher Erklärungsmuster aufbrechen. Seine Literatur legt also eine kriminologische Spur, deren offenes Ende die radikalen, zerstörenden, paradoxen bis grotesken Konsequenzen, die im unverbrüchlichen Festhalten am Wahrheitsanspruch des Wirklichen liegen können, miteinschließt. Die um 1800 meistdiskutierte Frage nach der Verbindlichkeit der Empirie, jenseits ihrer transzendentalen Legitimierung, hat in ihren ethischen, politischen und juristischen Auswirkungen nichts an Brisanz verloren. In Kleists gnadenlosen Konflikten zwischen Gesetz und Übertretung bleibt der Begriff der Freiheit ein uneinholbarer Fluchtpunkt des Humanen. Dessen Infragestellung oder Befestigung bestimmt bis heute die Geschichte des Menschen.

Babylon Berlin - 1911-1929 (Deu 110) (S)
Nein, dies ist nicht das Seminar zur Serie "Babylon Berlin".... Dennoch ist symptomatisch, dass mit dieser aktuell sehr erfolgreichen Fernsehserie eine Bildlichkeit aufgerufen wird, die zur Identifikation mit den ein Jahrhundert zurückliegenden Zwanziger Jahren einlädt und den Vergleich zum heute ganz anders sich zeigenden "Berlin" impliziert. Das alttestamentarische Bild der "Hure Babylon" ist mit Schrecken wie Faszination verbunden. Es geht um menschliche Hybris, Unübersichtlichkeit, menschlich-technischer Tat- wie Zerstörungskraft und auch um den emanzipatorischen Gedanken von (sprachlicher) Vielfalt jenseits religiöser und/oder ideologisch-normativer Vorstellungen von „Einheit“ und Ordnung. "Babylon" ist daher auch eine Denkfigur der Moderne. Die Kultur der Moderne findet im Berlin der 1920er ihren idealen Ort und lässt zugleich die extreme Bedrohung durch Endzeit-Stimmungen oder konkrete politische Entwicklungen erkennen.

Kulturen der Unordnung (Deutsch, Englisch, Kunst, Musik, Religion, BiWi, GHR) (S)
"Ohne Ordnung ist Abweichung nicht zu denken. Und ohne Abweichung ist nichts Neues zu denken. Jede Innovation braucht Ordnung und Abweichung gleichermaßen." (Michael Lentz)
Nicht erst seit Michel Foucaults Kulturgeschichte der „Ordnung der Dinge“ wissen wir, dass jede Kultur über die Wirksamkeit der sie formierenden Machtgesetze analysiert werden kann. Die sehr offensichtlich Form, Struktur, Orientierung, Sozialisation und Kontrollierbarkeit stiftenden Kulturen der „Bildung“ sind ohne die wirkungsmächtigen Imaginationen der „Un-Ordnung“ nicht denkbar. In diesem Modul stehen Repräsentationen und Projektionen von Störung, Destabilisierung und Dysfunktionalität im Mittelpunkt.
Das Projektband macht bewusst ein breites wie methodisch präzis definiertes Feld von Forschungsfragen auf, um den Studierenden die Möglichkeit zu geben, selbständig einen themen- und forschungsspezifischen Ansatz zu entwickeln. Ein Transfer der wissenschaftlich fundierten Fragestellungen auf Beobachtungs- und Handlungsfelder der Schulpraxis ist möglich aber nicht notwendig. Eine Vermischung der im Modul entwickelten Forschungsfragen mit Projektarbeiten während der Praxisphase des Masterstudiengangs ist nicht vorgesehen.

Anmeldung zu allen Veranstaltungen im Rahmen des Studiums unter Mystudy.leuphana.de.

apl.-Prof. Dr. Hartmut Vollmer

Lyrik des Expressionismus (Deu 110) (S)
Ziel des Seminars ist es, einen umfassenden Überblick über die Lyrik des Expressionismus zu geben. Durch die Betrachtung und Analyse ausgewählter, repräsentativer Autoren/Autorinnen und Werke, die Kurt Pinthus 1920 in seiner Anthologie "Menschheitsdämmerung. Symphonie jüngster Dichtung" gesammelt vorgestellt hatte, werden signifikante Stilformen und Themen expressionistischer Gedichte zu untersuchen sein. Exemplarisch wird das Seminar dabei generelle Aspekte der Analyse und Interpretation von lyrischen Texten behandeln.

Textverstehen lernen und lehren (Deu 270) (S)
Im Mittelpunkt des Seminars steht die Auseinandersetzung mit ausgewählten literarischen Texten, bei der Methoden zur Förderung des Textverstehens vorgestellt und erprobt werden sollen. Dementsprechend werden unterschiedliche Theorien und Verfahren der Textinterpretation an konkreten (erzählerischen und lyrischen) Beispielen anzuwenden und zu untersuchen sein.

Kompetenzorientierter Deutschunterricht an berufsbildenden Schulen (Deu 470) (S)
Nach der Beschäftigung mit den theoretischen Grundlagen eines kompetenzorientierten Deutschunterrichts an berufsbildenden Schulen im ersten Seminar des Moduls, im vergangenen Wintersemester, stehen nun konkrete Unterrichtskonzeptionen im Mittelpunkt. Nachdem zentrale Aspekte der Planung, Durchführung, Beobachtung und Reflexion des Unterrichts sowie die Erstellung eines Unterrichtsentwurfs behandelt worden sind, sollen die Studierenden Konzepte einer Unterrichtsstunde im Online-Seminar vorstellen, die später, als Prüfungsleistung, auszuarbeiten und zu verschriftlichen sind.

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Dr. Thomas Gann

Grundlagen der Literaturdidaktik (Deu 210) (S)
Das Seminar führt in die fachdidaktische Grundlagendiskussion über Ziele und Methoden des Literaturunterrichts ein. Im Rahmen einer intensiven Auseinandersetzung mit Primärtexten des Literaturkanons der Primarstufe und der Sekundarstufe I soll die Frage diskutiert werden, durch welche Wahrnehmungs- und Erkenntnispotentiale sich die Beschäftigung mit literarischen Texten auszeichnet und welche Wege zum Text schulischer Literaturunterricht öffnen könnte. Diskussionsgrundlage hierfür werden unter anderem Kaspar Spinners Vorschläge zu „Aspekten literarischen Lernens“ sein. Konkretisierungen soll die Auseinandersetzung mit der literaturdidaktischen Grundlagenliteratur durch die gemeinsame Diskussion von Unterrichtskonzepten und Aufgabenstellungen erfahren.

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Dr. phil. Tilmann Lahme

Kinder- und Jugendliteratur (Deu 110) (S)
Für die Literaturwissenschaft und besonders die Literaturdidaktik spielt die Kinder- und Jugendliteratur eine besondere Rolle. Sie fungiert oftmals als Einstieg für junge Leser*innen in das literarische Feld, da sie speziell auf ihre Bedürfnisse hin ausgerichtet ist. Daher kommt ihr in der Schule und speziell im Deutschunterricht eine besondere Rolle zu. In diesem Seminar werden wir die aktuelle Kinder- und Jugendliteratur, also ausgewählte Erscheinungen der Gegenwart und der jüngeren Vergangenheit, in den Blick nehmen. Dabei geht es zum einen darum, Texte der Kinder- und Jugendliteratur mit den analytischen Kriterien, die insgesamt für den wissenschaftlichen Umgang mit Literatur zur Verfügung stehen, zu untersuchen. Zum anderen werden wir das Spezifische der Kinder- und Jugendliteratur als Teil des literarischen Systems betrachten. Verschiedene Themen, Typen und Genres werden wir hierbei genauer beleuchten, von Rollenbildern und Genderfragen bis hin zu problemorientierter Kinder- und Jugendliteratur. Die Frage, welche didaktischen Potentiale die Texte für den schulischen Einsatz entfalten, werden wir ebenfalls behandeln.

Begleitung des Praxisblocks im Fach Deutsch (G) (S)

Nachbereitung des Praxisblocks im Fach Deutsch (G) (S)

Besuche im Praxisblock im Fach Deutsch (G) (Pra)

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Dr. Marlene Meuer

Literarische Formen und Literaturwissenschaft im Zeitalter der Digitalisierung (Deu 110) (S)
In diesem Seminar gehen wir der Frage nach, inwiefern sich literarische Formen, Konstellationen der literarischen Produktion und Rezeption sowie literaturwissenschaftliche Konzepte und Analyseinstrumente in den vergangenen Jahrzehnten aufgrund der als „Digitalisierung“ bezeichneten Entwicklungen verändert haben. Wir werden sowohl literarische Texte analysieren als auch theoretische Konzepte erörtern und aktuelle technische Hilfsmittel kennenlernen.

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Katrin Dammann-Thedens

Literatur im Wechselspiel zwischen Bild und Schrift (Deu 110) (S)
Literatur ist durch vielfältige Wechselspiele zwischen Bild und Schrift geprägt. Sie reichen von narrativen Bild-Schrift-Verbünden, wie Comics oder Graphic Novels, bis hin zu intermedialen Hybridbildungen, wie sie beispielsweise bei der Verwendung filmischer Montageverfahren in schriftsprachlicher Literatur vorkommen.
Das Seminar setzt an diesem Aspekt literarischer Vielfalt an, von dem aus Bild und Schrift in ihren spezifischen Qualitäten bestimmt sowie ausgewählte Formen ihres Wechselspiels erkundet werden.

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Dr. Ulrich Pfarr

Bildgeschichte des Waldes: historische Kontexte und aktuelle Fragen (Deu 466) (S)
In einer Zeit, in der dramatische Veränderungen der globalen und lokalen Umwelt wahrnehmbar werden, wandelt sich unser Blick auf den Wald, der akut gefährdet scheint. Gibt es „Wald“ ohne die Menschen, die sich einen Begriff davon machen? Wie müssen tradierte Vorstellungsbilder von „Wald“ womöglich verändert werden? Die Kunst- und Bildgeschichte des Waldes zeigt Wälder als Ressourcen der mentalen, symbolischen und ökonomischen Selbstvergewisserung, aber auch als Ort von Konflikten; dies gilt schon für das ausgehende Mittelalter, und mehr noch für die Gegenwart.
Indem Texte unterschiedliche Kontexte des Sprechens über den Wald und des Erlebens im Wald öffnen, erfordern sie eine multiperspektivische Annäherung. Zentral sein werden dabei die Wechselbeziehungen und Spannungen zwischen Sprachbildern und künstlerischen Darstellungen sowie modernen Medienbildern. Deren Ästhetik und Programmatik werden wir erschließen, aber auch durch im Seminar entwickelte aktuelle Fragen neu zu verstehen versuchen. Exemplarische Schwerpunkte der Bildgeschichte ergeben sich in den Umbruchs- und Krisenzeiten der Romantik um 1800, der Nachkriegszeit des 20. Jahrhunderts und nicht zuletzt auch in der Gegenwart.
Als methodische Orientierung vorgesehen sind die anregenden, literaturwissenschaftlich basierten Werke Robert P. Harrison (1992): „Forests: The shadow of civilisation“ und Timothy Morton (2016): „Ökologie ohne Natur“, die wir im Rahmen aktueller Reflexionen und aus Sicht der bildenden Kunst kritisch überprüfen werden.

Exkursion zum Seminar "Bildgeschichte des Waldes: historische Kontexte und aktuelle Fragen (Deu 466)" (S)

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