• Prof. Dr. Claudia Albes
  • Prof. Dr. Ulrike Steierwald
  • apl.-Prof. Dr. Hartmut Vollmer
  • Dr. Thomas Gann
  • Dr. phil. Tilmann Lahme
  • Dr. Marlene Meuer
  • Katrin Dammann-Thedens
  • Christine Freifrau von Müller
  • Prof. Dr. Dr.h.c. Eveline Goodman-Thau
  • Nadine Wisotzki
  • Dr. Ulrich Pfarr
  • Jessica Grosser
  • Valerie Ahlfeld

Prof. Dr. Claudia Albes

Einführung in die Literaturwissenschaft und Literaturdidaktik (Deu 100) (V)
Die Vorlesung führt in zentrale Fragestellungen der Literaturwissenschaft und Literaturdidaktik ein, z. B.: Was ist ein literarischer Text? Wie funktioniert das Verstehen und Interpretieren von Literatur? Was wissen wir über die emotionalen Wirkungen literarischer Texte? In welchen Schritten vollzieht sich die literarische Sozialisation von Kindern und Jugendlichen? Wann spricht man von literarischer Kompetenz und wie lässt sich diese erwerben? Vorgestellt werden Theorien und Modelle, mit denen Literaturwissenschaft und Literaturdidaktik diese und andere Fragen zu beantworten versuchen.

Jugend und Schule in der deutschsprachigen Erzählliteratur um 1900 (Deu 370 - Literatur) (S)
Im Fokus des Seminars stehen vier Erzähltexte der klassischen Moderne, die das zu Beginn des 20. Jahrhunderts besonders lebhaft und kontrovers diskutierte Thema ‚Jugend und Schule‘ aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten. Während Rainer Maria Rilkes Erzählung "Die Turnstunde" (1902) und Robert Musils Roman "Die Verwirrungen des Zöglings Törleß" (1906) vor allem die sich im Spannungsfeld zwischen Einzelnem und Gruppe abspielende Sozialisation der Zöglinge in den Militärschulen jener Zeit in den Blick nehmen, erzählen Hermann Hesses Roman Unterm Rad (1906) und Robert Walsers fiktives Tagebuch Jakob von Gunten (1909) von der Schule als prekärer Station im Prozess der kulturellen und sozialen Identitätsfindung ihrer Protagonisten. Lesbar sind alle vier Texte als poetische Archive zeitgenössischer pädagogischer, psychologischer, philosophischer und soziologischer Diskussionen – etwa über autoritäre Erziehungspraktiken und lebensferne Bildungspläne, über die Gefährdung Heranwachsender durch ‚moderne‘ Seelenleiden wie Neurasthenie oder Hysterie, oder über das Gedeihen sadomasochistischer Verhaltensweisen unter den männlichen Zöglingen in den Kadettenanstalten des Obrigkeitsstaats.

Storms Märchen (Deu 370) (S)
Insgesamt sechs Kunstmärchen hat Theodor Storm zwischen 1837 und 1864 geschrieben: "Hans Bär", "Der kleine Häwelmann", "Hinzelmeier", "Bulemanns Haus", "Die Regentrude" und "Der Spiegel des Cyprianus". Dabei galt das Märchen im Literatursystem des poetischen Realismus als eine eigentlich schon überholte Textgattung. Storms Märchen erfüllen denn auch keineswegs die traditionellen Normen der Gattung ‚Märchen‘, sondern stellen Mischtexte dar, die sich mit Blick auf ihre jeweiligen narrativen Verfahrensweisen, ihre Stile und ihre intertextuellen Bezugnahmen erheblich voneinander unterscheiden. Während einige dieser Texte an die Grimmschen Kinder- und Hausmärchen angelehnt sind, erinnern andere eher an die Märchen von Hans Christian Andersen oder die Kunstmärchen der deutschen Frühromantik. Auch Anleihen bei den Gattungen der Novelle und der Sage sind zu beobachten.
Auf der Grundlage einer Analyse der Stormschen Märchen unter erzähltheoretischen, psychoanalytischen, kulturgeschichtlichen und intertextualitätstheoretischen Aspekten soll im Seminar die Frage erörtert werden, unter welchen Voraussetzungen und mit welchen didaktischen Begründungen und Zielsetzungen sich diese Texte im Literaturunterricht der Primar- und Sekundarstufe präsentieren lassen.

Kleine literarische Formen (Deutsch, GHR) (S)
Kleine literarische Formen, wie zum Beispiel die Fabel, die Anekdote, die Kalender- oder die Kurzgeschichte, fordern wegen ihrer oft ausgeprägten ästhetischen Komplexität bei gleichzeitiger starker Verdichtung zu einer besonders intensiven Lektüre heraus. Daher eignen sie sich hervorragend für den Erwerb und Ausbau vielfältiger literarischer Rezeptionskompetenzen im Deutschunterricht der Primar- und Sekundarstufe.
Im Fokus des Seminars werden gattungstheoretische Überlegungen zu den Besonderheiten verschiedener kleiner Formen sowie Diskussionen über ausgewählte Textbeispiele, vor allem aber Überlegungen zu geeigneten Arbeitsmöglichkeiten mit diesen Texten im Deutschunterricht stehen. Inwiefern lässt sich durch die Auseinandersetzung mit den fraglichen Texten das literarische Lernen von Schülerinnen und Schülern unterschiedlicher Altersstufen fördern? Wie lässt sich mit den Texten sinnvoll an die Lebens- und Erfahrungswelt der Schülerinnen und Schüler anknüpfen? Und welche Unterrichtsmethoden im Umgang mit einzelnen kleinen Formen bieten sich jeweils an?
Diese und weitere Fragen sollen im Seminar zunächst theoretisch erörtert werden und anschließend in die Entwicklung und Durchführung kleinerer unterrichtsbezogener Forschungsprojekte münden.

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Prof. Dr. Ulrike Steierwald

Die Moderne(n) der deutschsprachigen Literaturgeschichte (Deu 201) (V)
Heute, am Ende der kulturgeschichtlich so überschaubaren "Gutenberggalaxis", in der absehbaren Endlichkeit des Anthropozän und nach der unhintergehbaren Grenzziehung des säkularisierten Bewusstseins, ist die als "Moderne" sich verstehende Geschichte eines der besten systematisch-wissenschaftlichen Beschreibungsinstrumente des europäischen, neuzeitlichen Denkens. In dieser Vorlesung werden dabei die Entstehungs- und Rezeptionsbedingungen deutschsprachiger Literatur in der Kulturgeschichte des 16. bis 19. Jahrhunderts anhand einzelner Geschichten veranschaulicht und dabei insbesondere Fragen nach dem Anspruch des Innovativen, Neuen, Progressiven und Revolutionären reflektiert.

Kulturen der Unordnung
"Ohne Ordnung ist Abweichung nicht zu denken. Und ohne Abweichung ist nichts Neues zu denken. Jede Innovation braucht Ordnung und Abweichung gleichermaßen." (Michael Lentz)
Nicht erst seit Michel Foucaults Kulturgeschichte der „Ordnung der Dinge“ wissen wir, dass jede Kultur über die Wirksamkeit der sie formierenden Machtgesetze analysiert werden kann. Die sehr offensichtlich Form, Struktur, Orientierung, Sozialisation und Kontrollierbarkeit stiftenden Kulturen der „Bildung“ sind ohne die wirkungsmächtigen Imaginationen der „Un-Ordnung“ nicht denkbar. In diesem Modul stehen Repräsentationen und Projektionen von Störung, Destabilisierung und Dysfunktionalität im Mittelpunkt.
Das Projektband macht bewusst ein breites wie methodisch präzis definiertes Feld von Forschungsfragen auf, um den Studierenden die Möglichkeit zu geben, selbständig einen themen- und forschungsspezifischen Ansatz zu entwickeln. Ein Transfer der wissenschaftlich fundierten Fragestellungen auf Beobachtungs- und Handlungsfelder der Schulpraxis ist möglich aber nicht notwendig. Eine Vermischung der im Modul entwickelten Forschungsfragen mit Projektarbeiten während der Praxisphase des Masterstudiengangs ist nicht vorgesehen.

Krankheit als Metapher - Krankheit als Text (S)
Heute, am Ende der kulturgeschichtlich so überschaubaren "Gutenberggalaxis", in der absehbaren Endlichkeit des Anthropozän und nach der unhintergehbaren Grenzziehung wie Begrenzung des säkularisierten Bewusstseins, wird die Dichotomie "gesund vs krank" als eine der historisch wie gegenwärtig wirkmächtigsten Unterscheidungskategorien des europäisch-neuzeitlichen Denkens erkennbar, in dessen Horizont sich auch noch die universitäre Wissenschaftspraxis - ob sie will oder nicht - in absehbarer Zeit bewegen wird. Dennoch probieren wir hier im Seminar exemplarisch aus, ob die in dieser begriffsgeschichtlich gefassten Dichotomie konkurrierend oder widersprüchlich sich zeigenden Theoreme auch zu historisieren sind. Diskursanalytisch lassen sich an Metaphern und Texten der "Krankheit" spezifische Episteme der europäischen Moderne erkennen, deren normative, kulturelle wie sozialanthropologische Wirkungsweisen sowohl das klassische Denken in Repräsentationen als auch die Ordnungen der Wesensmerkmale des Humanen bestimmen.

Theatralität (Deu 350) (S)
"Theatralität" ist eine kulturwissenschaftliche Beschreibungskategorie für künstlerische, aber auch soziale Praktiken der Zurschaustellung und Darbietung. In den Gesellschaften der Moderne zeugt sie von bewussten und unbewussten Relikten ritualisierten Handelns, der Schau-Plätze und Rollendarstellungen in einer vermeintlich „entzauberten“ Welt. Eine Dramaturgie inszenierter Ereignishaftigkeit wird hier erkennbar, auch wenn sie in ganz undramatischen Kontexten angesiedelt zu sein scheint. Nicht zuletzt angesichts der momentanen Beschränkungen interaktiver Kommunikation und räumlich präsenter Interaktion in der universitären Lehre ist das Thema von hoher Relevanz. Wir versuchen, uns in medial hybrider Form dennoch der Medialität spezifisch theatraler Konstellationen anzunähern und nicht zuletzt auch literarische Lektüren als Schauplatz von Figuren und Ereignissen erlebbar zu machen. Den vielfältigen Formen theatraler "Darstellung" ist nicht nur auf der Bühne, sondern auch in vielfältigen künstlerischen wie lebensweltlichen Phänomenen nachzugehen.
Nach einer Einführung in die Grundlagen dieser kultur- wie medienwissenschaftlichen Herangehensweise werden ausgewählte Beispiele aus dem 18. bis 21. Jahrhunderts als intermediale, theatrale Inszenierungen betrachtet. Das Spektrum reicht von lyrischen, epischen und dramatischen Texten bis zu Textualität und Bildlichkeit von Performance, Tanz und Film.
Themen:
Literatur und Performativität - Robert Wilsons Körpertheater
Körper – Raum – Bewegung - Gotthold Ephraim Lessings Laokoon
Zur Geschichte der Bühnenreformen - Oskar Schlemmers Bühnenreformen des Bauhauses
Gesellschaft als Inszenierung - Peter Weir: Die Truman-Show
Postdramatisches Theater - Peter Handkes Publikumsbeschimpfung
Tanztheater - Pina Bausch
Ästhetik des Sports - Bertolt Brechts Boxkämpfe
In der Übung zum Seminar transformieren Sie selbst einzelne Szenen des Trauerspiels „Emilia Galotti“ (Lessing) in ein theatrales Aufführungskonzept. Der gemeinsame Besuch einer Inszenierung im Theater Lüneburg rundet das Modul ab.

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apl.-Prof. Dr. Hartmut Vollmer

Literaturunterricht in der Grund-, Haupt- und Realschule. Didaktische Analysen ausgewählter literarischer Texte (Deu 370- Literatur) (S)
Anhand ausgewählter Texte der Kinderliteratur und Jugend-/Erwachsenenliteratur sollen didaktische Methoden betrachtet, analysiert und angewendet werden, mit denen ein vertieftes literarisches Verstehen zu erreichen ist. Dabei sollen insbesondere die von Kaspar H. Spinner formulierten ‚Zielsetzungen des Literaturunterrichts‘ und die ‚elf Aspekte des literarischen Lernens‘ sowie verschiedene Kriterienkataloge zur Bewertung von Kinder- und Jugendliteratur theoretische Orientierungshilfen bieten.
Kognitiv-analytische Interpretationen werden bei der Textarbeit im Seminar mit handlungs- und produktionsorientierten Unterrichtsverfahren zu verknüpfen sein, um kreative und reflexive, lese- und interpretationsmotivierende Auseinandersetzungen mit literarischen Werken zu erzielen.

Medien im Literaturunterricht (Deu 350) (S)
Das Seminar beschäftigt sich mit der Frage nach der Bedeutung der Medienkompetenz und welche Medien für den Deutschunterricht - insbesondere für die Auseinandersetzung mit literarischen Texten - relevant sind. An konkreten Beispielen wird zu untersuchen sein, welche Bedeutung Medien heute im literaturdidaktischen Kontext besitzen, in welcher Weise und mit welchen Zielen sie einzusetzen sind.

Kompetenzorientierter Deutschunterricht an berufsbildenden Schulen (Deu 470) (S)
Schwerpunkt des Seminars bildet der in den niedersächsischen Rahmenrichtlinien für das Unterrichtsfach Deutsch/Kommunikation an berufsbildenden Schulen aufgeführte literaturdidaktische Kompetenzbereich ‚Texte und Medienprodukte verstehen, bewerten und nutzen‘. Insbesondere werden die ‚Lesekompetenz‘, die ‚literarische Kompetenz‘ und die ‚Medienkompetenz‘ zu behandeln sein, deren Förderungsmöglichkeiten im Deutschunterricht an berufsbildenden Schulen konkreter untersucht werden sollen. Darüber hinaus wird die ‚Präsentationskompetenz‘, unter den Aspekten ‚Sprechen: Stimme und Artikulation‘, ‚Körpersprache‘ und ‚Vorbereitung und Durchführung von Fachvorträgen‘, Thema des Seminars sein.
Das zweite Seminar dieses Moduls, das im Sommersemester 2021 stattfindet und mit einer Hausarbeit als Prüfungsleistung abschließt, wird auf der Grundlage der theoretischen Kenntnisse eines kompetenzorientierten Deutschunterrichts die Vorbereitung, Durchführung und Reflexion eigener Unterrichtsstunden und -einheiten in den Mittelpunkt stellen.

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Dr. Thomas Gann

Literatur interpretieren. Theorien und Methoden (Deu 370) (S)
Obwohl das Interpretieren einen zentralen Aspekt des Umgangs mit Literatur darstellt, bewegt sich das Verständnis des Interpretations-Begriffs oft im Rahmen begrifflich unscharfer Kontroversen. Der Vorstellung, dass es die eine ‚richtige‘ Interpretation eines Textes gibt, tritt die Ansicht gegenüber, dass Interpretieren ein subjektiver Akt und daher jede Interpretation legitim und möglich sei.
Warum beide Standpunkte problematisch sind, soll im Seminar im Rahmen einer literatur- und kulturwissenschaftlichen Grundlagenreflexion über den Begriff der Interpretation geklärt werden. Im Zuge dessen wird es auch um die Diskussion literaturdidaktisch relevanter Fragen gehen: Gibt es didaktisierbare Methoden der Interpretation („tools“, „skills“, Musterlösungen u.a.) oder ist Interpretieren ein grundsätzlich subjektiver und unabgeschlossener Akt? Worin unterscheiden sich die explizit-begrifflichen Interpretationen der Literaturwissenschaft von den implizit-ästhetischen Interpretationsoperationen im Feld handlungs- und produktionsorientierter Verfahren? Welche Formen des Unterrichtsgesprächs sind für interpretierende Textzugänge sinnvoll? Welche Unterschiede bestehen zwischen den Operationen Textverstehen, Textanalyse, Textinterpretation?
Diese genuin didaktischen Fragen möchte das Seminar um eine kulturwissenschaftlich und interkulturell ausgerichtete Perspektive erweitern. In einem kulturell heterogenen Interpretationskollektiv sieht sich Literaturinterpretation auch mit der Frage konfrontiert, ob und inwiefern Interpretation ein kulturspezifische Akt ist und unterschiedliche Interpretationsresultate daher auch vor dem Hintergrund unterschiedlicher kultureller Sinnkontexte wahrgenommen werden müssen.

Deutung und Kultur. Interkulturelle Aspekte der Literaturinterpretation (Deu 370 - Literatur) (S)
Das Seminar zielt nicht auf die Vermittlung konkreter Methoden einer ‚interkulturellen Pädagogik‘. Vielmehr möchte es das Phänomen der Interkulturalität aus kulturwissenschaftlicher und literaturwissenschaftlicher Perspektive beleuchten und den Seminarteilnehmer*innen damit einen wissenschaftlich-theoretischen Kompass für interkulturelle Unterrichtsgegenstände und Unterrichtssituationen geben.
Den Zentralbegriff einer Annäherung an diesen Themenkomplex wird hierbei der Begriff der Interpretation bilden. Die Frage, was wir tun, wenn wir interpretieren, soll im Seminar im Rahmen einer literatur- und kulturwissenschaftlichen Grundlagenreflexion geklärt werden. Hieran schließen sich auch literaturdidaktische Fragen an: Gibt es didaktisierbare Methoden der Interpretation („tools“, „skills“, Musterlösungen u.a.) oder ist Interpretieren ein grundsätzlich subjektiver und unabgeschlossener Akt? Worin unterscheiden sich die explizit-begrifflichen Interpretationen der Literaturwissenschaft von den implizit-ästhetischen Interpretationsoperationen im Feld handlungs- und produktionsorientierter Verfahren? Welche Formen des Unterrichtsgesprächs sind für interpretierende Textzugänge sinnvoll? Welche Unterschiede bestehen zwischen den Operationen Textverstehen, Textanalyse, Textinterpretation?
Diese genuin didaktischen Fragen möchte das Seminar um eine kulturwissenschaftlich und interkulturell ausgerichtete Perspektive erweitern. In einem kulturell heterogenen Interpretationskollektiv sieht sich Literaturinterpretation auch mit der Frage konfrontiert, ob und inwiefern Interpretation ein kulturspezifische Akt ist und unterschiedliche Interpretationsresultate daher auch vor dem Hintergrund unterschiedlicher kultureller Sinnkontexte wahrgenommen werden müssen.
Literatur zur Einführung:
– Kaspar Spinner: Interpretieren im Deutschunterricht. In: Praxis Deutsch (1987) 81, 17-23.
– Horst Steinmetz, Art.: „Interkulturelle Rezeption und Interpretation“, in: Handbuch interkulturelle Germanistik, hrsg. von Alois Wierlacher und Andrea Bogner, Stuttgart/Weimar 2003, 461-467.
– Norbert Mecklenburg: Kultur – modisches Polysem und wissenschaftlicher Terminus, in: ders.: Das Mädchen aus der Fremde. Germanistik als interkulturelle Literaturwissenschaft, München 2008, 61-89.

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Dr. phil. Tilmann Lahme

Kulturjournalismus in beruflicher und schulischer Praxis (Deu 350) (S)

Vorbereitung des Praxisblocks im Fach Deutsch (GHR) (S)

LiteraTour Nord: Analyse, Kritik, Rezeption literarischer Neuerscheinungen (S)
Die Lektüre literarischer Neuerscheinung stellt die Leser_innen vor besondere Herausforderungen, weil der Prozess der literarischen Urteilsbildung gerade erst begonnen hat. An diesem aufregenden Prozess wollen wir im Seminar teilhaben, indem wir die Bücher, die Autor_innen und die Lesungen der LiteraTour Nord begleiten. Die LiteraTour Nord ist ein Literaturwettbewerb, an dem jedes Jahr sechs Schriftsteller_innen teilnehmen, die aus ihrem jeweils neu erschienenen Buch in sechs Städten in Norddeutschland und dabei jeweils auch in Lüneburg vorlesen (siehe www.literatournord.de). Eine Jury sowie das Publikum wählen anschließend die Autorin oder den Autor aus, die oder der den renommierten Preis erhält. Das Seminar begleitet den Wettbewerb und die Lüneburger Lesungen und ermöglicht auf diese Weise Einblicke in den aktuellen Literaturbetrieb. Wir werden uns mit den ausgewählten Texten beschäftigen und zum anderen Maßstäbe für Literaturkritik und literarische Wertung in den Blick nehmen, indem die Seminarteilnehmer_innen selbst journalistische Texte verfassen (Rezension, Lesungsbericht).

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Dr. Marlene Meuer

Experimentelle Poesie (Deu 201) (S)
Der Begriff der ‚Experimentellen Literatur‘ bezieht sich auf die europäischen Neo-Avantgarden der Nachkriegszeit, die darauf zielten, ästhetische Grenzen zu sprengen und literarische Normen zu erweitern. In einem weiteren Sinne wurde jedoch bereits seitdem literarisch geschrieben wurde, auch literarisch experimentiert. – Wir widmen uns der ‚Experimentellen Literatur‘ unter beiden Gesichtspunkten. Das heißt: Wir fragen einerseits danach, zu welchen Zeiten und unter welchen Voraussetzungen Literatur besonders reich an Innovationen und besonders experimentierfreudig ist und in welchen Formen sich diese Experimente artikulieren. Und wir legen andererseits einen ausgeprägten Schwerpunkt auf die typischerweise mit dem Begriff der Experimentellen Poesie assoziierte Zeit, also auf die Zeit seit den 1950er Jahren. In diesen Jahren setzen Vertreter der Experimentellen Poesie Konventionen der literarischen Produktion und Rezeption in Frage. Zusammenhänge von Subjekt und Material, von Kunst und Gesellschaft werden neu gedacht; Gewohnheiten von optischer und akustischer Rezeption werden literarisch durchbrochen; mediale Grenzen aufgehoben. – Das Seminar fächert das Thema anhand von diesen drei Dimensionen auf: Wir widmen uns zunächst den optischen, dann den akustischen und schließlich den medialen Dimensionen und Ausprägungsformen von Experimenteller Poesie. Im dritten Teil des Seminars kommen auch aktuelle literarische Experimente der digitalen Medienkunst zur Sprache.

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Katrin Dammann-Thedens

Bildlichkeit in der Literaturdidaktik - Grundschule (Deu 350) (S)

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Christine Freifrau von Müller

Die Ambiguität des "Ich" in der deutschen Literatur (Deu 201) (S)
Mit dem Blick durch ein Kaleidoskop der literarischen Figurenrede (direkte, indirekte, erlebte Rede, Innerer Monolog und Bewusstseinsstrom, Stream of Consciousness) eröffnen sich auch unterschiedliche Blicke auf eine weit in die Vergangenheit und über die deutschsprachigen Grenzen hinaus reichende reale und fiktive Literatur.
Und um genauere Untersuchungen dieser Literatur der realen und fiktiven Selbstzeugnisse soll es gehen:
Da wir mit dem „Ich“ direkte fortwährende Erfahrungen haben – unsere Wahrnehmung wird dominant vom Ich geprägt - befragen wir zunächst die vorliterarischen, realen Ich-Schriften(Tagebuch, Brief, Autobiographie, Erinnerungen), um dann in die Analyse der deutschsprachigen fiktional- literarischen Beispiele zu gehen.

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Prof. Dr. Dr.h.c. Eveline Goodman-Thau

Poetik & Hermeneutik - Paul Celan: Dichtung als poetische Hermeneutik von verlorener Zeit und Ort (Deu 201) (S)
„Wer zeugt für die Zeugen“ - Paul Celan
Paul Celan (1920-1970), ein preisgekrönter jüdischer deutschsprachiger Lyriker, wurde in Czernowitz (Bukowina, damals Rumänien) geboren und ist leider im Alter von 49 Jahren aus dem Leben ausgeschieden.
Anlässlich seines 100. Geburtstag und 50. Todestag wollen wir unser Seminar seiner Dichtung widmen, die unter den Zeichen einer Poetik von verlorener Zeit und verlorenem Ort steht. Die Lektüre seiner Gedichte erlaubt uns eine Zeitreise in die zerstörte jüdische Heimat in Rumänien, die Celan in eine poetische Hermeneutik der Erinnerung von Zeit und Ort verarbeitet. In seiner Dichtung befinden wir uns in einer Textlandschaft wo Steine Grabsteine sind, ein Sprachgelände in dem Tod und Trauer aufgehoben sind aber zugleich wieder zum Leben erweckt werden. Zeit und Ort gewinnen so nicht nur ihre Sprache wieder zurück, sondern sind auch Erinnerungsweisungen, die der Dichter uns als Leser auf den Weg gibt. In unserer Lektüre entfaltet sich eine poetische Realität die keiner Wirklichkeit mehr folgt, sondern sich selbst als Realität entwirft und begründet. „Der Jetztpunkt hat für das Bewusstsein wieder einen Zeithof, der sich in einer Kontinuität von Erinnerungsauffassungen vollzieht“ Edmund Husserl. Zum weiteren Verständnis von Paul Celan dienen uns auch die Lektüre seiner bekannten Reden anlässlich der Entgegennahme zahlreicher Literaturpreise. Im Seminar werden wir Gelegenheit haben, Paul Celans Stimme bei Lesungen zu hören und einen Dokumentarfilm ansehen „Dichter ist, wer menschlich spricht“ 2014

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Nadine Wisotzki

Geschichte(n) der Zukunft (Deu 201) (S)
Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft: Ein Dreiklang unserer alltäglichen Zeitstruktur, aber was passiert wenn in der Literatur über Zeit nachgedacht wird? Während die Vergangenheit als Vorgeschichte der Gegenwart und die Gegenwart als Augenblick der Umarbeitung gesehen wird, dominiert die Vorstellung, dass die Zukunft sich qualitativ von Vergangenheit und Gegenwart unterscheidet. Die Zukunft trägt den besonderen Reiz des Ungewissen, der Imagination und Fantasie herausfordert. In diesem Seminar wollen wir uns der Frage widmen, wie in der Literatur über die Zukunft nachgedacht wird. Welche Geschichten der Zukunft wurden und werden in der Literatur erzählt? Und wo pendeln sich die literarischen Fiktionen zwischen Prophezeiung und Vorhersagen ein? Wir werden in den Sitzungen darauf eingehen, wie sich das Narrativ der nahen Zukunft zum Genre der klassischen Utopie bzw. Dystopie verhält und welches Wissen Literatur über die Komplexität der Zukunft zu konstruieren vermag.

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Dr. Ulrich Pfarr

Bildgeschichte des Waldes: historische Kontexte und aktuelle Fragen (Deu 350) (S)
In einer Zeit, in der dramatische Veränderungen der globalen und lokalen Umwelt unübersehbar werden, wandelt sich unser Blick auf den Wald, der durch die Klimaerwärmung akut gefährdet scheint. Gibt es "Wald“ ohne die Menschen, die sich einen Begriff davon machen? Müssen tradierte Vorstellungsbilder von „Wald“ revidiert oder modifiziert werden? Die Kunst- und Bildgeschichte des Waldes zeigt Wälder als Ressourcen der mentalen, symbolischen und ökonomischen Selbstvergewisserung, aber auch als Ort von Konflikten; dies gilt schon für das ausgehende Mittelalter, und mehr noch für die Gegenwart. Indem Texte unterschiedliche Kontexte des Sprechens über den Wald und des Erlebens im Wald öffnen, erfordern sie eine multiperspektivische Annäherung. Zentral sein wird das Spannungsfeld zwischen Sprachbildern und künstlerischen Darstellungen sowie modernen Medienbildern. Deren Ästhetik und Programmatik gilt es zu erschließen, aber auch durch im Seminar entwickelte aktuelle Fragen neu zu verstehen. Mit Schwerpunkten in der Epoche der Romantik um 1800 und im 20. Jahrhundert wird die Bildgeschichte exemplarisch behandelt. Ob Timothy Morton 2016: Ökologie ohne Natur, als methodische Orientierung dienen kann, solll kritisch überprüft werden.

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Jessica Grosser

außer|ordentlich - populäre Repräsentationen von Außenseiter*innen in Fernsehserien (Deu 201) (S)
Außenseiter*innenfiguren in Fernsehserien waren und sind ein Hinweis darauf, wie eine Gesellschaft die Relationen von Dazugehören und Nicht-Dazugehören innerhalb bestimmter sozialer Kontexte reproduziert und mitbestimmt. Die im Serienformat selbst angelegte Unabgeschlossenheit bietet sich an, um Geschichten weiter- und auszuerzählen und dabei immer wieder auf aktuelle gesellschaftliche Themen Bezug zu nehmen.
Wir sehen uns entlang verschiedener Themenschwerpunkte Serienformate an, die sowohl einen Querschnitt der Geschichte des (deutschen) TV-Serienformats abbilden, sowie die Möglichkeit bieten, die Darstellungen von Außenseiter*innen kritisch zu reflexieren.

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Valerie Ahlfeld

Weibliche Literaturgeschichten des 19. Jahrhunderts (Deu 201) (S)
Deutschsprachige, von Männern verfasste Werke sind als Pflichtlektüren in universitären und schulischen Leselisten, Curricula oder auch einem mehr oder minder festgeschriebenen Kanon zahlreich vertreten. Erinnern wir uns an unsere eigenen Erfahrungen mit solchen Zusammenstellungen (zum Beispiel in der Schulzeit) zurück, könnte nahezu der Eindruck entstehen, Frauen hätten (fast) keine Literatur produziert.
In diesem Seminar werden wir für den Zeitraum des 19. Jahrhunderts gemeinsam zeigen, dass dieser Eindruck ein gänzlicher Trugschluss wäre.
Wir lernen ausgewählte weibliche Literaturgeschichten gemeinsam kennen und untersuchen, unter welchen Bedingungen und worüber die Frauen schrieben. Darüber hinaus wagen wir einen Blick auf systemische Fragen und versuchen zu erklären, weshalb wir nur wenige bis gar keine weiblichen Literaturgeschichten des 19. Jahrhunderts kennen.

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