Zukunftsdiskurse

ÖFFENTLICHKEITEN ZWISCHEN FAKT UND FIKTION. WISSENSPRODUKTION IN WISSENSCHAFT, LITERATUR, MEDIEN, KUNST

Das Forschungsvorhaben untersucht die gesellschaftliche Wissensproduktion zwischen Fiktionalität und Faktualität an der Schnittstelle von Wissenschaft, Kunst, Publizistik und allgemeiner Öffentlichkeit.

  • Wo wird welches Wissen produziert – und um welche Form des Wissens handelt es sich dabei? 
  • Wie wird Wirklichkeit wahrgenommen und in Wissenschaft, Journalismus, Literatur, Kunst und Populärkultur dargestellt?
  • Welche Verfahren der Übersetzung kommen in den Praktiken der Wissensproduktion- und vermittlung in den jeweiligen Feldern zum Einsatz, wo ähneln sie sich und wo unterscheiden sie sich? 

Die Frage nach der Bedeutung von Wissensproduktion gewinnt vor dem Hintergrund der Globalisierungs- und Transnationalisierungsprozesse und einem erstarkenden Populismus an Relevanz. Deshalb werden neben dem akademischen Wissen auch „öffentliche“ und „populäre“ Spielarten des Wissens untersucht und miteinander in Verbindung gebracht. Die Wissensproduktion folgt in den unterschiedlichen Bereichen wie Wissenschaft, Literatur, Journalismus oder den Künsten je eigenen Logiken und Verfahren. Während die Wissenschaften ihre Wissensproduktion methodologisch absichern und dem Ideal objektiver Wahrheitserkenntnis folgen, kann etwa die Literatur mit den Mitteln der Kunst fiktive Räume erzeugen, in denen mögliche Veränderungen vorstellbar und kulturell bearbeitbar wird. Diese Wissensformen, -ordnungen und -orte sowie ihre Herstellung, Zirkulation und ihre Effekte für den öffentlichen Diskurs werden im Rahmen des Projekts interdisziplinär befragt.

Zu diesem Zweck sind öffentliche Veranstaltungsformate geplant, wie etwa eine „Vorlesung für alle“, Salon-Gespräche, eine Podiumsdiskussion und ein Workshop. Die Ergebnisse der Untersuchungen und Veranstaltungen werden in einer interdisziplinären Fachveröffentlichung zusammengefasst. Ein Impuls-Papier sowie Beiträge in Medien ergänzen den Ergebnistransfer, um eine öffentliche Debatte mit breitem Publikum zu ermöglichen und die Universität als Ort der Aufklärung zu stärken.

Das Ziel des Projekts ist es, die heterogenen Stimmen der Wissensproduzent*innen aus Wissenschaft und Gesellschaft zu versammeln, Positionen kenntlich zu machen und für die Komplexität des Themas zu sensibilisieren. Theoretiker*innen und Praktiker*innen sollen in den Dialog gebracht und Fachgrenzen überschritten werden. Die durch das Projekt initiierte Debatte über das wichtige und hochaktuelle Thema fördert die Idee eines souveränen und kritischen Denkens, indem Unterschiede der Wissensproduktion in den unterschiedlichen Kontexten aufgezeigt und reflektiert werden.

 

Projektbeginn: 1. Februar 2021

Projektende: 30. April 2022

Förderung: Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK)

Ansprechpersonen: Dr. Steffi Hobuß , Dr. Simone Jung , Prof. Sven Kramer