Forschungsprojekte

Gender Greenstreaming – Geschlechtergerechtigkeit im Natur- und Umweltschutz

Projekt des Deutschen Naturschutzring e.V. (DNR)

Förderung: BMU/UBA
Laufzeit: Juli 2004 bis Juni 2006D

as Projekt baut auf Ergebnissen der Vorstudie „Gender Mainstreaming – Relevanz und Herausforderung für Naturschutz- und Umweltverbände“ (Laufzeit Oktober 2002 bis Februar 2003) auf, welche die Universität Lüneburg im Auftrag des DNR durchgeführt hat. Im Rahmen eines Gender Mainstreaming Prozesses werden gemeinsam mit den Verbandsmitgliedern des DNR Ansätze und Möglichkeiten erarbeitet, Genderaspekte in die tägliche Arbeit zu integrieren. Zentrales Anliegen des Projektes ist der Anstoß bzw. die Begleitung von verbandseigenen und Verbände übergreifenden Aktivitäten sowie von Modellprojekten, in denen es um ein Sichtbarmachen von Genderaspekten und ihr Zusammendenken mit Umweltthemen geht. Die Sensibilisierung für die Geschlechterbezüge in der täglichen Arbeitsorganisation eröffnet strukturelle Innovationen und alternative Handlungsoptionen, die für die Entscheidungsprozesse der jeweiligen Organisation fruchtbar gemacht werden können. Auf diese Weise wird Gender zu einer Art Prüfkategorie, nach der die verbandsspezifischen Handlungsabläufe begutachtet und gestaltet werden können. Um den heterogenen Strukturen der Mitgliedsverbände und ihrer häufig basisdemokratischen Tradition gerecht werden zu können, geht es in dem Vorhaben auch um eine Ergänzung des Top-Down-Instrumentes durch Bottom-Up-Prinzipien.

Das Konzept Gender Mainstreaming wurde 1997 auf europäischer Ebene im Amsterdamer Vertrag verankert, in dem alle Staaten der Europäischen Union sich verpflichteten, das Prinzip anzuwenden. Die Bundesrepublik Deutschland hat 1999 einen Kabinettsbeschluss verabschiedet, mit dem die Aufforderung an alle öffentlichen Organisationen und Institutionen erging, in jegliche Entscheidungsprozesse die Perspektive der Geschlechterverhältnisse zu integrieren. Gender Mainstreaming ist zunächst eine Strategie der Organisations- und Personalentwicklung für alle gesellschaftlichen Bereiche. Sie soll eine gleichberechtigte Teilhabe der Geschlechter in allen Phasen der Planung und Umsetzung von Projekten sichern und gleichzeitig die unterschiedlichen Fähigkeiten der Geschlechter für den Prozess verfügbar machen.

Neben rechtlichen und politischen Vorgaben wird das Prinzip Gender Mainstreaming auch in die Mittelvergabe einbezogen. Bedeutende öffentliche Geldgeber prüfen inwieweit beantragte Projekt- und Forschungsvorhaben Themen mit einbinden, die auf Geschlechterverhältnisse fokussieren. Die Arbeit der Verbände erfolgt in einigen Bereichen in enger Anbindung an finanzielle Förderungen durch öffentliche Institutionen. Dies unterstreicht die Relevanz, die dem begonnenen Prozess zukommt: der Sensibilisierung für verbandsspezifischen Hindernisse und Chancengleichheit verhindernde Strukturen, die Erarbeitung ihrer Lösungsmöglichkeiten sowie das Eröffnen neuer Inhalte, in dem Umweltthemen und Geschlechterfragen in Modellprojekten zusammengedacht und reflektiert werden.

Neben der Begleitung und Unterstützung durch externe Experten/innen baut das Projekt vor allem auf eine aktive Beteiligung und Mitgestaltung seitens der unter dem Dachverband des DNR versammelten Verbände. Sie sind explizit dazu aufgefordert, sich aktiv in dem gemeinsamen Prozess einzubringen.

Wissenschaftliche Bearbeitung, Begleitung und Evaluation

Karin Fischer, Dr. Christine Katz, Marion Mayer, Anja Thiem
(in Kooperation mit dem Institut für Unweltstrategien, Umweltplanung, Prof. Dr. Sabine Hofmeister, Universität Lüneburg)

Kontakt DNR

Kontakt Universität Lüneburg

    Karin Fischer, Dr. Christine Katz, Marion Mayer, Anja Thiem
    04131/677-2966 oder -2967
    gendergreen@uni-lueneburg.de