PoNa

Politiken der Naturgestaltung. Ländliche Entwicklung und Agro-Gentechnik zwischen Kritik und Vision

Die interdisziplinäre Nachwuchsgruppe „PoNa – Politiken der Naturgestaltung“ hat im November 2009 ihre Arbeit an der Leuphana Universität Lüneburg aufgenommen und wird bis Ende Oktober 2014 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. PoNa ist eine der insgesamt 12 Nachwuchsgruppen im Förderschwerpunkt Sozial-ökologische Forschung (SÖF), deren Ziel es ist, Strategien zur Lösung gesellschaftlicher Nachhaltigkeitsprobleme zu entwickeln. Dazu werden natur- und sozialwissenschaftliche Fragen interdisziplinär miteinander verknüpft und in engem Austausch mit der Praxis diskutiert und weiterentwickelt (www.sozial-oekologische-forschung.org).

Die Forschungsnachwuchsgruppe

Zum siebenköpfigen Team, das von der Politikwissenschaftlerin Dr. Daniela Gottschlich und der Umweltwissenschaftlerin Prof. Dr. Tanja Mölders geleitet wird, gehören die Umweltwissenschaftler/innen Beate Friedrich, Annemarie Linder und Jedrzej Sulmowski, die Landschaftsökologin Anna Szumelda als wissenschaftliche Mitarbeiter/innen sowie die Osteuropaexpertin Janina Paszkowska als Projektadministratorin.

Die Nachwuchsgruppe wird sich in den nächsten vier Jahren mit der Frage beschäftigen, wie Natur bzw. die vielfältigen Beziehen zwischen Natur und Gesellschaft in den Bereichen Ländliche Entwicklung und Agro-Gentechnik durch Politik gestaltet werden und inwiefern sich diese Gestaltung als nachhaltig bezeichnen lässt. Den Schwerpunkt der Analyse bildet die Situation in Deutschland und Polen.

Ziel | Problemaufriss | These | Methodik

Ziel von PoNa ist es, aus den Forschungsergebnissen Empfehlungen abzuleiten und dabei Inhalte, Strukturen und Prozesse zu beschreiben, die für eine nachhaltige Gestaltung gesellschaftlicher Naturverhältnisse geeignet sind.

Die spezifischen Ausgangspunkte der Nachwuchsgruppe sind Probleme, wie sie sich in den beiden Politikfeldern „Ländliche Entwicklung“ und „Agro-Gentechnik“ zeigen: die so genannte „Strukturschwäche“ ländlicher Räume, Lebens- und Futtermittelskandale, Pestizidbelastungen von Böden und Grundwasser, die Stilllegung von Höfen, der Preisverfall landwirtschaftlicher Produkte, der Verlust an Artenvielfalt wie auch die Kontamination gentechnikfreier Landwirtschaft durch gentechnisch veränderte Organismen und die daraus entstehenden Konflikte vor Ort.

All diese Phänomene sind für PoNa Beispiele dafür, dass trotz programmatischer Bekenntnisse zum Nachhaltigkeitsgedanken politische Strategien oftmals versagen und teilweise sogar selbst mitverantwortlich sind für sozial-ökologische Krisen.

Die Nachwuchswissenschaftler/innen von PoNa vertreten die These, dass eine Überwindung sozial-ökologischer Krisen eines Problemverständnisses bedarf, das Natur als mithergestelltes Resultat sozio-ökonomischer Entwicklungen begreift. Bisher stehen unterschiedliche Interessen in Bezug auf Naturgestaltung mehr oder weniger unverbunden nebeneinander. Das Ergebnis sind Widersprüche und ungelöste Zielkonflikte: Z. B. ist das Verhältnis einer industrialisierten und liberalisierten Landwirtschaft auf der einen und einer nachhaltigen ländlichen Entwicklung auf der anderen Seite bislang weitgehend unklar, obwohl beide Konzepte paradigmatische Richtschnur europäischer Agrarpolitik sind.

PoNa wird den Blick auf genau solche Konflikte lenken. Ausgehend von einer Aufarbeitung der im Nachhaltigkeitsdiskurs vertretenen Natur-, Ökonomie- und Politikverständnisse werden in mehreren Fallstudien in Deutschland und Polen Beispiele für Politiken der Naturgestaltung untersucht. Der Ländervergleich ermöglicht darüber hinaus, die Unterschiede in den politischen sowie sozio-ökonomischen (Transformations-)Prozessen in den beiden Ländern vergleichend zu analysieren.

Design des Forschungsvorhabens

Die thematischen Zugänge des Forschungsvorhabens erfolgen über die beiden Politikfelder Ländliche Entwicklung und Agro-Gentechnik sowie über den Ländervergleich Deutschland – Polen. Die Politikfelder werden durch Teilprojekte (TP1, TP2) repräsentiert, in denen jeweils drei Qualifizierungsarbeiten (eine Habilitation und zwei Dissertationen) entstehen. In der Zusammenarbeit aller Teammitglieder (in der Grafik: Projektbaustein „Q-PoNa“) und im Austausch mit Praxispartner/innen (Projektbaustein „Praxisdialoge“) wird ein gemeinsames System-, Ziel- und Transformationswissen erarbeitet und weiterentwickelt. Dafür werden auch die Ergebnisse aus den Länderstudien zusammengeführt.

Laufzeit:
11/2009 - 10/2014

Kooperationspartner*innen & Einrichtungen

Forschungsnachwuchsgruppe PoNa – Politiken der Naturgestaltung
Leuphana Universität Lüneburg, Fakultät Nachhaltigkeit
Institut für Nachhaltigkeitssteuerung (INSUGO), Lehr- und Forschungsgebiet Umweltplanung
Scharnhorststraße 1, D 21335 Lüneburg

Prof. Dr. Tanja Mölders
Fon +49.4131-677.1960
tanja.moelders@uni.leuphana.de

Dr. Daniela Gottschlich, M.A.
Fon +49.4131.677-1966
daniela.gottschlich@uni.leuphana.de

Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen:
Beate Friedrich, Annemarie Linder, Jedrzej Sulmowski, Anna Szumelda, Janina Paszkowska