Leuphana Arts Program

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Das Leuphana Arts Program (LAP) fördert künstlerische Praxis an der Leuphana Universität Lüneburg. Es verfolgt drei Kernziele: die Förderung von Künstlerinnen und Künstlern, den Dialog zwischen Kunst und Wissenschaft sowie Innovation in der Lehre. In Künstlerresidenzen, Vortragsveranstaltungen, Ausstellungen, Workshops und Seminaren präsentiert und entwickelt das Lap die Arbeit zeitgenössischer Künstler_innen im Kontext der Universität und ermöglicht die Begegnung von Studierenden und Wissenschaftler_innen mit aktuellen künstlerischen Projekten und Arbeitsformen.

Das Leuphana Arts Program wurde 2011 als fakultätsübergreifende „Einheit für Forschung, Wissens- und Technologietransfer“ initiiert, die aus Drittmitteln finanziert wird. Seit 2012 wird das Residenzprogramm durch das niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur gefördert, weitere Projekte werden im Rahmen der Forschungsförderung durchgeführt. Bis Sommer 2015 konnten zudem zahlreiche Projekte in Kooperation mit dem Forschungsprojekt „Art and Civic Media“ des EU-Innovations-Inkubators durchgeführt werden, die sich mit dem Verhältnis von Kunst und Wissenschaft auseinandersetzten.

Die Leuphana Universität Lüneburg ist eine Universität mit ca. 8.000 Studierenden, die an vier Fakultäten (Wirtschaft, Nachhaltigkeit, Kultur und Bildung) ausgebildet werden. Es gibt keine explizit künstlerische Ausbildung, obwohl im Rahmen der Lehrer_innenausbildung an der Fakultät für Bildung und in der Fakultät für Kultur in praktisch orientierten Seminaren auch künstlerische Arbeitsformen vermittelt werden. Das Institut für Philosophie und Kunstwissenschaft an der Fakultät für Kultur hat wichtige Schwerpunkte im Bereich der modernen und zeitgenössischen Kunst, in Kunstsoziologie und Kulturtheorie. Sowohl in der Forschung als auch in der Lehre ist Interdisziplinarität an der Leuphana Universität strukturell angelegt, vor allem im einführenden, fakultätsübergreifenden „Leuphana-Semester“, in dem das Fachstudium begleitenden „Komplementärstudium“ und in Einrichtungen wie dem Methodenzentrum oder dem Centre for Digital Cultures, die als transdisziplinäre Forschungsplattformen fungieren. Der „Kunstraum der Leuphana Universität Lüneburg“ bietet seit gut 20 Jahren vor allem Studierenden der Fakultät für Kultur die Möglichkeit, im Rahmen von Projekten eng mit Künstler_innen zusammen zu arbeiten und in Praxisformen und Arbeitsbedingungen des Kunstfeldes eingeführt zu werden.


Kunst und Wissenschaft

Die Verbindung von Kunst und Wissenschaft hat in den letzten Jahrzehnten eine zunehmende Verbreitung  und  Diversifizierung  erlebt  (siehe  hierzu  auch  den  Text  von  Marie  Hoop  im  Anhang  dieser  Dokumentation).  Spätestens  seit  den  1960er  Jahren  existiert  unter  dem  Stichwort  „Art  &  Science“ ein intensiver Diskurs über die Beschäftigung von Künstler_innen mit unterschiedlichsten  Aspekten  (vor  allem  natur-)  wissenschaftlicher  Forschung;  entgegen  dem  modernistischen  Paradigma  einer  autonomen  Kunst  wird  hier  dem  Ideal  einer  Reintegration  künstlerischen  und  wissenschaftlichen Denkens nachgestrebt – stets darum bemüht, Anerkennung für künstlerische Arbeits-  und  Denkformen  im  Wissenschaftsfeld  zu  gewinnen.  Im  Rahmen  neuerer  Diskurse  zur  „Kreativität“ wird künstlerische Praxis zudem als potenziell innovativer Faktor wissenschaftlicher und gestalterischer Aufgaben in den Blick genommen. Die Frage der „künstlerischen Forschung“ spielt seit 20 Jahren vor allem im Rahmen der Kunstausbildung eine Rolle, nicht zuletzt in Hinsicht auf  die  Möglichkeiten  für  Künstler_innen,  durch  forschende  künstlerische  Arbeit  akademische  Qualifikationen wie die Promotion zu erwerben.

Konzept

Das Konzept des Leuphana Arts Program basiert auf der Annahme, dass künstlerische und wissenschaftliche Arbeit sich mit ihren je eigenen theoretischen, pragmatischen und epistemologischen Voraussetzungen kategorisch unterscheiden. An der Universität kann deshalb im Rahmen von Lehre und Forschung vor allem die offene Begegnung dieser unterschiedlichen Arbeits- und Denkformen organisiert werden – ob in persönlichen Gesprächen, Ausstellungen oder in Vortrags- und Seminarveranstaltungen. Hierin besteht die wesentlich kuratorische Aufgabe, die die Arbeit des  Leuphana  Arts  Program  prägt.  Mit Kooperationspartner_innen  innerhalb  und  außerhalb  der  Universität werden Veranstaltungs- und Arbeitsformate entwickelt, die die jeweilige künstlerische Praxis  mit  möglichen  Andockstellen  innerhalb  der  Universität  verbinden  –  zahlreiche  Beispiele  hierfür finden sich auf den folgenden Seiten. Nach  der  Pilot-  und  Anfangsphase  der  Jahre  2011  bis  2015  lassen  sich  einige  Merkmale  und  Bedingungen für die weitere Arbeit des Leuphana Arts Program bestimmen:


Von essenzieller Wichtigkeit ist die institutionelle Einbindung des Programms in die Strukturen der Universität; hierzu gehört vor allem die enge Kopplung an einen verantwortlichen Lehrstuhl – eine Bedingung, die seit Oktober 2014 durch die Assoziierung an die Professur für zeitgenössische Kunst an der Fakultät Kultur gegeben ist.


    1.    Voraussetzung für eine wirksame Arbeit ist zudem das Vorhandensein von Schnittstellen im Curriculum, die eine flexible Kooperation zwischen Gastkünstler_innen und Studierenden ermöglichen. Im Sinne der transdisziplinären Ausrichtung des Lap ist hierbei an der Leuphana vor allem das Komplementärstudium von Bedeutung.
    2.    Eine  verstärkte  Zusammenarbeit  von  Wissenschaftler_innen  der  Leuphana Universität  mit dem Lap kann unterstützt werden, indem die Auseinandersetzung mit künstlerischen Methoden und Inhalten in den Leitlinien der Universität ausdrücklich benannt und in den fakultätsübergreifenden Einrichtungen (Methodenzentrum, Forschungsservice, usw.) gefördert wird.
    3.    Während die Förderung von Projekten des Leuphana Arts Program in aller Regel durch Drittmittel erfolgt, ist es wichtig, dass die kontinuierliche Arbeit der Entwicklung und Betreuung dieser Projekte von der Universität aktiv unterstützt wird durch die Bereitstellung von Räumlichkeiten, finanziellen Mitteln sowie Stundenkontingenten von Mitarbeiter_innen.


Die fakultätsübergreifende Bedeutung, die künstlerische Praxis für das Selbstverständnis und die wissenschaftliche Arbeit der Leuphana Universität in Forschung und Lehre spielt, wird hierdurch zum Ausdruck gebracht.

 

Centre for Digital Cultures

Das Leuphana Arts Program ist Teil des Centre for Digital Cultures.


Das LAP wird gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft und Kultur