Demographischer Wandel in der Arbeitswelt

Bereits heute ist der demographische Wandel in den Belegschaften deutlich spürbar. Gemäß Zahlen des statistischen Bundesamts hat sich die Zahl der Erwerbstätigen im Alter von über 55 Jahren von 5 Mio. in 2006 auf knapp 10 Mio. in 2016 fast verdoppelt. Während bei den 55-59-Jährigen die Zunahme durch Fortschreiten der Baby-Boomer Generation zurückzuführen ist, zeigt sich bei den über 60-Jährigen ein substanzieller Anstieg der Erwerbstätigkeit. Ein erhöhtes Rentenalter, die Reduktion von Frühverrentungen, aber auch der schnell wachsende Anteil der erwerbstätigen RentnerInnen, der sogenannten "Silver Workers", sind dafür ursächlich. Nicht zuletzt die wachsende gesundheitliche Fitness Älterer und die steigende Lebenserwartung erhöhen die Motivation, auch im Alter weiterhin einer sinnstiftenden und erfüllenden Erwerbstätigkeit nachzugehen. Machte die Gruppe der über 55-Jährigen 2006 noch 14% aller Erwerbstätigen aus, waren es 2016 bereits 22%. Die Anzahl der Erwerbstätigen hat sich im gleichen Zeitraum sogar mehr als verdoppelt (siehe folgende Abbildung):

​Was bedeutet dieser Wandel für Betriebe und Organisationen? Worauf müssen sich Management und Personalmanagement einstellen? Eine Reihe von Veränderungen gehen mit einer alternden Belegschaft einher, um auch mit mehr Älteren erfolgreich, d.h. effizient und innovativ zu sein:

  1. Höhere Anforderungen an die Nachfolgeplanung und den Wissenserhalt aufgrund von mehr Verrentungen in den kommenden Jahren.
  2. Veränderte Teamstrukturen mit einem höheren Anteil Älterer.
  3. Neue Herausforderungen für die Unternehmenskultur und Führung, um Arbeit generationsübergreifend erfolgreich zu gestalten. 
  4. Die Notwendigkeit, Arbeitsbedingungen an die Kapazitäten Älterer anzupassen und diese insbesondere im Zeitalter der Digitalisierung gezielt auszubauen.