Later Life Work Index

Wie sieht eine Organisation aus, in der Arbeiten im Alter und Arbeiten in altersdiversen Teams aus jüngeren und älteren Kolleginnen und Kollegen erfolgreich ist? Dieser Frage gehen wir bei der Entwicklung des Later Life Work Index (LLWI) auf den Grund. Ziel ist es, betriebliche Praktiken und Arbeitsbedingungen aufzuzeigen und messbar zu machen, um ArbeitsleistungMotivation und Gesundheit älterer Erwerbstätiger zu erhalten. 

Dabei kommen die meisten der identifizierten Praktiken nicht ausschließlich älteren Beschäftigten zu Gute, sondern sind für Beschäftigte aller Altersgruppen sinnvoll, d.h. sie sind altersinklusiv.

Personalarbeit kann in vielfacher Hinsicht positiv auf die Beschäftigung älterer Erwerbstätiger einwirken. Es ist bislang jedoch nicht hinreichend verstanden, wie dies aus organisationaler Perspektive im Detail erfolgreich gestaltet werden kann. Zahlreiche einzelne Hebel wurden identifiziert, wie z.B. eine altersgerechte Organisationskultur, ein respektvoller und individueller Führungsstil, flexible Arbeitszeiten, medizinische Angebote oder ein gezielter Wissenstransfer von und für ältere Erwerbstätige. Unternehmen mangelt es jedoch an fundierten Werkzeugen, um eine Selbsteinschätzung vorzunehmen und Handlungsoptionen abzuleiten. Daher schlagen Wöhrmann, Deller und Pundt (2018) einen Index vor, um erfolgreiche Arbeitsbedingungen für ältere Beschäftigte systematisch zu beschreiben und Organisationen hinsichtlich ihrer Praktiken für ältere Erwerbstätige zu vergleichen.

Erst durch die Messbarkeit und Vergleichbarkeit der Herangehensweisen unterschiedlicher Organisationen ist getreu der Erkenntnis "If you can't measure it, you can't improve it" (Peter Drucker) eine bessere Bewältigung des demografischen Wandels auf betrieblicher Ebene und damit ein positiveres Bild auf die Chancen und Möglichkeiten einer verlängerten Erwerbstätigkeit im Alter möglich.

Die Dimensionen des Later Life Work Index (LLWI) wurden auf Basis qualitativer Studien in Deutschland und den USA entwickelt (ursprünglicher Name: Silver Work Index). Die Dimensionen und Indikatoren sind folgender Abbildung zu entnehmen:

Ziele für den Later Life Work Index

Dieses Projekt wird zu einem validierten Index für organisationale Praktiken in Bezug auf die Beschäftigung älterer Erwerbstätiger führen, einschließlich zugänglicher Fragebögen zur Durchführung von Selbsteinschätzungen. Die Einschätzung erfolgt durch eine geringe Anzahl von Führungskräften und Beschäftigten des Unternehmens (je nach Größe des Unternehmens 5-11 Personen), die je ca. 20-30 Minuten für die Beantwortung des Online-Fragebogens benötigen. Dabei gilt es den Aufwand so gering wie möglich zu halten und dennoch wissenschaftlichen Kriterien an die Zuverlässigkeit der Ergebnisse zu genügen.

Durch die Bereitstellung von Benchmarks können Organisationen ihre Ergebnisse mit vergleichbaren Unternehmen in Bezug setzen und so eigene Potentiale identifizieren. Wir stellen allen teilnehmenden Organisationen sowohl einen detaillierten Bericht über ihre relativen Stärken und Schwächen als auch allgemeine Erkenntnisse über die Auswirkungen der identifizierten Praktiken auf die organisationalen Ergebnisse unter gegebenen Rahmenbedingungen zur Verfügung.

Iden­ti­fi­ka­ti­on von Po­ten­tia­len im or­ga­ni­sa­tio­na­len Um­gang zur...

  • Produktivitätssteigerung älterer Beschäftigter
  • Verbesserung der inter-generativen Zusammenarbeit
  • Reduktion von gesundheitsbedingten Einschränkungen / Ausfällen im Alter
  • Motivationserhalt bis ins hohe Alter
  • Verbesserung der Attraktivität als Arbeitgeber für Ältere und damit Linderung des Fachkräftemangels
  • Verständnis des relativen Einflusses organisationaler Praktiken auf Erfolg und Nachhaltigkeit von Beschäftigung älterer Erwerbstätiger

Zur quantitativen Validierung des Indexes und Aufbau einer Vergleichsdatenbank erfolgt eine erste Erhebung innerhalb von Unternehmen seit Herbst 2018. Ziel ist, die Einflüsse der einzelnen Indexdimensionen und Indikatoren auf den Zusammenhang zwischen einer alternden Belegschaft und organisationalen Ergebnissen (Leistung, Gesundheit, Motivation) zu bestimmen. Das Model ist folgender Abbildung zu entnehmen: