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Nachruf Ludwig Huber

Nachruf
Ludwig Huber

geboren 24.4.1937, gestorben……… 11.5.2019

Ludwig Huber hat Hochschuldidaktik kontinuierlich und mit Tiefe theoretisch reflektiert.  Sie ist im Kern mit dem Selbstverständnis der Wissenschaft insgesamt verknüpft. Für diesen Gedanken argumentiert Ludwig Huber  in einer der ersten seiner vielen Publikationen 1969:  Hochschuldidaktik kann aus seiner Sicht nicht unabhängig davon sein, welche Ziele Wissenschaft definiert, welche Verfahren sie anwenden will und wie sie sich zwischen Freiheit und Verantwortung in der Gesellschaft definiert. In Ludwig Hubers Sicht ist Wissenschaft inhärent mit Kommunikation verbunden – Kommunikation zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, zwischen dieser Gruppe und der Gesellschaft und so auch Kommunikation in der Lehre. Hier hat er an mehr gedacht als nur Vermittlung, nämlich auch an das Entstehen von Gedanken in der Kommunikation, im Lehren. In den letzten Jahren hatte Ludwig Huber begonnen, mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gemeinsam genau diesen Zusammenhang zwischen Wissenschaft und Lehre im Zusammenhang mit der Beforschung der Lehre („SoTL“) zu reflektieren. Zu Recht hat er beharrlich betont, dass die Hochschuldidaktik auf keinen Fall auf Methoden und Werkzeuge reduziert werden darf, sondern dass sie in den Kontext der Wissenschaft und theoretischer Fragen gehört.

Neben diesem Weitblick war er gründlich. Er war deutschlandweit der Experte für dieses Themenfeld. Ihm war wichtig, dass Studentinnen und Studenten die Gelegenheit erhalten, den vollständigen Forschungsprozess selbst gestalten zu dürfen. Hierin war er genau. Auch dieses Thema ist früh auf seiner Agenda. 1970 wird seine Schrift »Forschendes Lernen – Wissenschaftliches Prüfen« veröffentlicht und 2008, fast 40 Jahre später, erneut aufgelegt, – schlicht weil sie noch aktuell war und ist. In der Zusammenarbeit mit ihm zeigte sich sein unfassbar großer Erfahrungsschatz auf diesem Gebiet.

Er war einer der Mitbegründer der Hochschuldidaktik in Deutschland. Auch an der Leuphana hat er seine Expertise hierzu und zum Forschenden Lernen wiederholt eingetragen, so z.B. im Modul »Wissenschaft trägt Verantwortung«, das durch ihn eine besondere Prägung erfuhr, und in Modulen des Lehr-Zertifikates.

Am 11. Mai 2019 ist Ludwig Huber gestorben.

Für seine Tiefe und Weitsicht einerseits und akademische Genauigkeit andererseits wird Ludwig Huber in der Hochschuldidaktik und darüber hinaus sehr schmerzlich vermisst werden. Nicht zuletzt wird er vermisst werden, weil er ein wunderbarer Mensch war. Es war immer eine besondere Freude, ihm zu begegnen oder mit ihm zusammen zu arbeiten. In Gedanken können wir das weiter tun, auch wenn der Mensch eine bleibende Lücke hinterlässt. Seine Fragen und Anregungen sind brandaktuell.

Gesche Keding
Referentin für Lehrentwicklung