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3,7 Millionen Euro für Qualitätsoffensive Lehrerbildung

22.07.2019 Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert weitere 4,5 Jahre lang die Lehrentwicklung in der Bildung. Handlungsfelder sind Heterogenität und Inklusion, kompetenzorientierte Unterrichtsgestaltung, Coaching und Mentoring sowie Lehrkräftegesundheit. Die Förderung wurde im letzten Jahr beschlossen und ist im Juni 2019 angelaufen.

Die erste, dreieinhalbjährige Projektphase ist abgeschlossen. Sie wurde bereits mit 3,4 Millionen Euro vom Bund gefördert. Jetzt geht die Qualitätsoffensive Lehrerbildung in die zweite Runde. Insgesamt werden 49 deutsche Universitäten vom Bund gefördert, um die Qualität des Lehramtsstudiums zu erhöhen. „Wir freuen uns, die Lehrerbildung an der Leuphana mit innovativen Methoden weiter verbessern zu können“, sagt Timo Ehmke, Professor für Erziehungswissenschaft. Insgesamt sind zwölf Professor*innen in die „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ an der Leuphana eingebunden. Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem die Betreuung der zehn Doktorand*innen und drei Post-Docs, die jetzt starten. Teilweise haben Promovierende aus der ersten Projektlaufzeit ihre Promotion bereits abgeschlossen. 

Die Leuphana-Wissenschaftler*innen arbeiten mit sechs Schulen (Primar- und Sekundarstufe) intensiv zusammen, den so genannten Campusschulen. Dort findet Unterrichtsentwicklung statt verbunden mit Forschungsfragestellungen. Beteiligt sind auch Studierende aus den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch, Sachunterricht, Sport oder Musik. In dem Projekt wird zudem mit Unterrichtsvideos gearbeitet, die Unterricht aus mehreren Perspektiven aufzeichnen. Bisher waren Videoaufnahmen aus Klassenzimmern meist statisch. Mit der neuen Methode bekommen die Studierenden beispielsweise detaillierte Einblicke in die Gruppenarbeit, können aber auch zur Lehrerkraft-Perspektive wechseln. Zudem werden auch Videokonferenzsysteme genutzt. Studierenden sind dabei live in den Unterricht geschaltet und erleben wie Unterrichtsmethoden, die sie entwickelt haben, umgesetzt werden. Schüler*innen geben per Live-Schaltung Rückmeldung. 

Außerdem werden die Lehrer*innen, die die Studierenden während des Praktikums betreuen, zu Themen wie Feedback oder Leistungserwartung geschult. Zusätzlich gibt es Fortbildungen für alle Lehrer*innen, beispielsweise zu kompetenzorientiertem Unterricht, Inklusion oder beruflicher Gesundheit: „Bei der Qualitätsoffensive Lehrerbildung schaffen wir eine Verbindung zwischen Schule und Universität“, erklärt Ehmke. In der zweiten Phase der Projektlaufzeit wird u.a. auch mit den Studienseminaren in Lüneburg, Celle und Cuxhaven kooperiert. Damit endet die Qualitätsoffensive nicht mit dem Master of Education, sondern wird ins Referendariat hineingetragen. Dabei soll auch das digitale Portfolio helfen, eine Art öffentliches Lerntagebuch, das die Lernphase vom ersten Semester bis zum Referendariat abbilden soll. 

Das phasen- und institutionenübergreifende Entwicklungsprojekt „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ wird durch die Professor*innen Swantje Weinhold (Deutsch), Dominik Leiß (Mathematik), Torben Schmidt (Englisch) und Timo Ehmke (Evaluation) geleitet. Die Doktoranden werden betreut durch Professor*innen Michael Ahlers (Musik), Matthias Barth (Sachunterricht), Michael Besser (Mathematik), Marc Kleinknecht (Mentoring), Peter Paulus (Lehrkräftegesundheit), Stephan Schiemann (Sport) und Jessica Süßenbach (Inklusion). 
Eine weitere Förderung findet 2020 statt. 


Autorin: Marietta Hülsmann