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Neu an der Leuphana: Prof. Dr. Anke Karber – Ein ungeklärtes Verhältnis

26.11.2019 Die Erziehungswissenschaftlerin hat die Professur für Sozialpädagogik mit dem Schwerpunkt Berufsbildungsforschung und Didaktik übernommen. Mit ihrer Forschung möchte sie die Ausbildung sozialpädagogischer Fachkräfte verbessern.

Nach ihrem Studium der Erziehungswissenschaft unterrichte Anke Karber drei Jahre lang in der außerschulischen Jugendberufshilfe, welche ein Teil der Jugendsozialarbeit ist. „Das ist eine herausfordernde Aufgabe für Lehrkräfte, denn nicht nur Unterrichtsinhalte, sondern auch familiäre und soziale Hintergründe der Schüler*innen spielen eine sehr große Rolle.“ Damals merkte Anke Karber, wie wenig die Didaktik, also der Zusammenhang von Lehren und Lernen, in der Sozialpädagogik verankert ist: „Didaktik wird fast nur im Kontext allgemeinbildender Schulen thematisiert.“ Ihre Doktorarbeit schrieb Anke Karber deshalb zum Thema „Sozialpädagogik und Didaktik: Herausforderungen aus einem ungeklärten Verhältnis“. 

Die Wissenschaftlerin untersucht, wie in sozialpädagogischen Berufen ausgebildet wird. Das Forschungsfeld ist riesig und reicht von Universitäten über Fachhochschulen zu Berufsschulen. Aktuell beschäftigt sie sich im BMBF-geförderten Verbundprojekt „Gelingen!“ mit der Ausbildung von Erzieher*innen für die Arbeit in inklusiven Gruppen. Über das didaktische Prinzip des Forschenden Lernens sollen sich die Schüler*innen durch selbst gewählte Forschungsfragen mit dem Thema Inklusion auseinandersetzen. Die Bearbeitung erfolgt in Kooperation mit Kindertageseinrichtungen, in denen die Schüler*innen z.B. Fragen nach der Berücksichtigung unterschiedlicher Familienformen, alltagsintegrierten Sprachbildung oder der barrierefreien Raumgestaltung nachgehen. In der Studie „Gelingen!“ werden die angehenden Erzieher*innen und Lehrer*innen von Wissenschaftler*innen bei der Planung, Durchführung und Reflexion ihres Forschungsvorhabens begleitet. Die Lernenden sollen durch die Aufgabe eine breitere Sicht auf das Thema Inklusion erhalten, sowie u.a. Beobachtungs- und Reflexionsfähigkeit einüben.

Unterrichtsforschung in der Ausbildung und Bildung sozialpädagogischer Fachkräfte sei ein wenig beackertes Feld: „Dabei sind wir durch gesellschaftliche Veränderungen wie Inklusion und Migration in der Ausbildung der Sozialpädagogik stark gefordert“, sagt Anke Karber. Die Diplom-Pädagogin forschte unter anderem an der Karl-Franzens-Universität Graz im Bereich Elementarpädagogik und HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim. Dort wirkte sie an der Weiterentwicklung des Studiengangs Bildung und Erziehung im Kindesalter mit. Das Projekt „Gelingen!“ ist an der TU Dortmund angesiedelt, wo Anke Karber zuletzt forschte. Es wird gemeinsam mit Wissenschaftler*innen der Universität Dresden umgesetzt.


Autorin: Marietta Hülsmann