Meldungen aus der Forschung

Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Susanne Leeb

02.02.2016 Bereits im Oktober 2014 wurde Prof. Dr. Susanne Leeb als Professorin für zeitgenössische Kunst an das Institut für Philosophie und Kunstwissenschaft (IPK) der Leuphana Universität Lüneburg berufen. Vergangenen Mittwoch hielt sie ihre Antrittsvorlesung „Die Archäologie der Kunst der Gegenwart“.

Seit Oktober 2014 ist Prof. Dr. Susanne Leeb als Professorin für zeitgenössische Kunst an der Leuphana Universität Lüneburg tätig.

Sowohl die Vizepräsidentin der Leuphana und Professorin für Kunstgeschichte Prof. Dr. Beate Söntgen als auch Prof. Dr. Ulf Wuggenig, Dekan der Fakultät Kulturwissenschaften, hießen die neuberufene Professorin an der Leuphana Universität Lüneburg herzlich willkommen. „Wir hoffen, dass die Leuphana dir einen idealen Rahmen für dein ambitioniertes Projekt ‚Eine Archäologie der Gegenwartskunst‘ gibt und freuen uns, dich an der Leuphana Universität Lüneburg willkommen zu heißen“, so Söntgen.

Auch Prof. Dr. Wuggenig verlieh seiner Freude Ausdruck, dass es 2014 gelungen war, Susanne Leeb für eine Professur an der Leuphana  zu gewinnen. In seinem Grußwort hob er ihre herausragenden wissenschaftlichen Leistungen hervor. „Susanne Leeb ist eine vorbildlich kulturwissenschaftlich orientierte Kunsthistorikern, die die Fakultät mit ihrer Expertise hervorragend ergänzt“, fasste Wuggenig zusammen. Auch ihr Engagement als Prodekanin und Direktorin des Instituts für Philosophie und Kunstwissenschaft würdigte Wuggenig und wünschte Susanne Leeb für ihre Tätigkeit an der Leuphana auch weiterhin alles Gute.

In ihrer Vorlesung erklärte Leeb die Archäologie der Gegenwartskunst an drei Werken verschiedener Künstler, aus denen sie systematische Argumente zog. „Die Frage nach der Archäologie der Kunst der Gegenwart meint zunächst wörtlich verschiedene Weisen, in denen sich zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler mit Archäologie befassen“, erklärte Leeb. Gleichzeitig bleibe die Archäologie aufgrund ihres reichen metaphorischen Gehalts als Grabung nach immer tieferen Schichten und durch das „Hereinragen“ von Resten der Vergangenheit in die Gegenwart auch für künstlerische Verfahren immer wieder interessant. „Denn wo es vermeintlich immer nur um Bilder geht, geht es nie einfach nur um Bilder, sondern auch um das Imaginäre; genauso wenig wie Objekte einfach nur Objekte sind.“

Eine Arbeit, die Leeb vorstellte, waren die „Erschöpften Vasen“ der Berliner Künstlerin Judith Hopf. „Diese verkehrten Vasen verfügen über eine Reihe von Assoziationen: Einmal das Anthropomorphisieren der Vasen, also dass den Vasen menschliche Züge gegeben werden, um sich darin wiederzuerkennen. Die Vasen wurden außerdem nach griechisch-römischem und gotischem Vorbild von Büsten getöpfert.“ Auch vermitteln die Vasen in Anlehnung an den doppeldeutigen Titel das Bild eines „erschöpften Selbst“, das unter Depressionen leidet.

In ihrer Vorlesung zeigte Leeb auch anhand zwei weiterer Beispiele, dass Kunst nicht nur Bilder oder Objekte verfertigt, sondern im Ausstellungszusammenhang auch jeweils eine sehr spezifische Art und Weise ist, Bildern und Objekten zu begegnen. „Es kommt in der Kunst immer auch darauf an, und das wollte ich mit diesem Vortrag zeigen, mit welche Materialien, mit welchen Codes und Begehrensmustern Kunst operiert, um in die jeweils ideologischen Kreisläufe zu intervenieren“, schloss Leeb ihre Vorlesung.
_____________________________________________________________________________________________

Nach einem Studium der Kunstgeschichte, Philosophie sowie der deutschen Sprach- und Literaturwissenschaft an der Universität zu Köln war Prof. Dr. Susanne Leeb zunächst in verschiedenen Positionen im künstlerischen Feld tätig. Während ihrer anschließenden Promotion forschte sie als Stipendiatin am kulturwissenschaftlich ausgerichteten DFG-Graduiertenkolleg „Repräsentation - Rhetorik – Wissen“ an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder, wo sie im Mai 2007 in der Fakultät Kulturwissenschaften promoviert wurde (summa cum laude). Zwischen 2007 bis 2012 arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Sonderforschungsbereich „Ästhetische Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der Künste“ an der Freien Universität Berlin. Nach der Vertretung eines Lehrstuhls für Kunstgeschichte an der Akademie der Bildenden Künste, Nürnberg, wurde sie zum Herbstsemester 2012 auf die Laurenz-Assistenzprofessur für zeitgenössische Kunst an der Universität Basel berufen.

An der Leuphana Universität Lüneburg ist Prof. Dr. Susanne Leeb in vielfältiger Weise aktiv. Neben ihrer Einbindung in das Institut für Philosophie und Kunstwissenschaft sowie in den Kunstraum der Leuphana leitet sie auch das Leuphana Arts Programm. An der erfolgreichen Beantragung des DFG-Graduiertenkollegs „Kulturen der Kritik“, das im WS 2016/17 förmlich seine Arbeit aufnehmen wird, war sie bereits maßgeblich beteiligt. Seit April 2015 ist Leeb als Prodekanin für Forschung Mitglied des Dekanats der Fakultät Kulturwissenschaften und seit dem Wintersemester 2015/16 Geschäftsführende Direktorin des Instituts für Philosophie und Kunstwissenschaft.

Weitere Informationen

Personenhomepage von Prof. Dr. Susanne Leeb

Forschungsschwerpunkt Kulturen der Kritik


Autorin: Vivien Thais Valentiner (Universitätskommunikation). Neuigkeiten aus der Universität und rund um Forschung, Lehre und Studium können an
news@leuphana.de  geschickt werden.