Meldungen aus der Forschung

Nachhaltige Nutzung von Tabakpflanzen

24.07.2018 Tabak wird hauptsächlich mit Rauchen in Verbindung gebracht. Doch die Pflanzen können nicht nur zur Herstellung von Zigaretten verwendet werden. Das Verbundprojekt „Sustainable Co-Production“ möchte ein Biopolymer in Tabakpflanzen herstellen, das fossile Rohstoffe nachhaltig ersetzen kann.

Das Projekt „Sustainable Co-Production“ verbindet Pflanzen- und industrielle Biotechnologie, um den Marktwert von kommerziell angebautem Tabak zu erhöhen und für den Anbau durch Kleinbauern in Argentinien attraktiv zu machen. Forscherinnen der Leuphana Universität Lüneburg übernehmen bei diesem Projekt Stakeholderanalysen und Kommunikationsaufgaben: Um mögliche Auswirkungen der Technologie vor Implementierung besser zu verstehen (z.B. Massenanbau als Monokultur, Mono-/Oligopolisierung des Technologieangebots, soziale Ablehnung und fehlende Adoption), bedarf es einer umfassenden Stakeholderanalyse möglichst vieler relevanter Anspruchsgruppen (Stakeholder).

Da die sozialen und ökologischen Dimensionen der grünen Biotechnologie schon lange kontrovers diskutiert werden, beschäftigen sich Dr. Ursula Weisenfeld, Professorin für BWL, insbesondere Innovationsmanagement, und die wissenschaftliche Mitarbeiterin Dr. Antoniya Hauerwaas mit einer kontinuierlichen Einbeziehung und Analyse der für diesen Produktionsprozess zentralen Stakeholdern. Sie betreuen die Kommunikation des Projekts und das damit verbundene Datenmanagement. Relevante Stakeholdergruppen werden in die Wissensgenerierung und den Wissensaustausch einbezogen, um reflexive Vorgehensweisen zu entwickeln, mit denen Anliegen wichtiger Stakeholder identifiziert, koordiniert und adressiert werden können.

Insgesamt arbeitet ein Konsortium von fünf Forschungszentren und Industriepartnern an der Umsetzung: Das Forschungszentrum Bioceres (Argentinien), in Deutschland die Universitäten Rostock und Leuphana sowie die Universität Wageningen und das Forschungszentrum Wageningen (Niederlande) und das Forschungsinstitut Idroedil (Italien). Das Projekt, welches im Rahmen des durch die EU-Kommission unter Horizon 2020 geföderten ERA-Net CoBioTech zur Förderung ausgewählt wurde, wird insgesamt mit 1.336.000 Euro unterstützt. Die Leuphana erhält etwa 325.500 Euro vom BMBF.



Autorin: Marietta Hülsmann