Meldungen aus der Forschung

„Seeds of a good Anthropocene“: Studie zu nachhaltigen Initiativen ausgezeichnet

23.04.2019 „Positive Vorbilder machen Mut und motivieren“, sagt Berta Martín-López. Für die Professorin für Sustainability Science ist es Zeit, umzudenken.

Dystopien wurden genug beschworen – auch in der Wissenschaft, findet Berta Martín-López. „Mit unserer Publikation wollten wir zeigen, dass viele Menschen die Welt mit ihrer Initiative zum Besseren wenden.“ Das könne auch andere bewegen, sich mehr für Nachhaltigkeit zu engagieren. Deshalb sprechen die Wissenschaftler*innen von „Seeds of a good Anthropocene“. Für die Studie wurden rund 100 Initiativen in aller Welt untersucht: Wie lauten deren Ziele? Was hat sich durch die Arbeit der Menschen verändert? Herausgekommen ist eine Studie, die Mut macht, aber auch zeigt wie Menschen ihre Zukunft gestalten. Jetzt wurde die wissenschaftliche Arbeit mit dem „2019 Innovations in Sustainability Science Award“ der renommierten „Ecological Society of America“ ausgezeichnet. Jährlich werden herausragende Beiträge zur Nachhaltigkeit prämiert. 

Ein inter- und transdisziplinäres Autoren-Team aus Afrika, Amerika, Europa und Asien führte eine Online-Untersuchung durch, bei der Nachhaltigkeitsinitiativen beschrieben, wie sie auf eine nachhaltigere und gerechtere Zukunft hinarbeiten. Die Initiativen sollten sich und ihre Arbeit vorstellen, gleich ob es um ökologische, soziale, politische oder Bildungsthemen ging. Es beteiligten sich Aktive aus aller Welt. Für Berta Martín-López ein wichtiges Signal: „Wir dürfen nicht nur durch unsere westliche Brille auf die Probleme sehen. Lösung können nur gemeinschaftlich mit dem Globalen Süden gefunden werden“, erklärt die Wissenschaftlerin. 

Sie möchte demnächst mit einem ähnlichen Ansatz Initiativen Beachtung verschaffen, die von Mitgliedern indigener Völker ins Leben gerufen wurden. Diese Zusammenschlüsse setzen sich etwa für nachhaltige Landwirtschaft oder Sprachgerechtigkeit ein: „Es existieren im Globalen Süden bereits sehr viele Lösungsansätze für Probleme der Nachhaltigkeit. Wir fragen nur nicht danach.“
Die interdisziplinäre Forscherin Berta Martín-López kombiniert umweltwissenschaftliche Fragen mit sozialwissenschaftlichen Ansätzen. Die gebürtige Spanierin forschte und lehrte unter anderem an den Universitäten in Madrid, Oxford und Kopenhagen.



Autorin: Marietta Hülsmann