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Wissenschafts-Preis für David Loschelder

26.04.2019 Lüneburg/München. Beim 18. Mediations-Kongress an der Ludwig-Maximilians-Universität München ist Professor Dr. David Loschelder von der Leuphana Universität Lüneburg mit dem diesjährigen Mediations-Wissenschafts-Preis ausgezeichnet worden. Die von der Centrale für Mediation verliehene Auszeichnung wird für herausragende wissenschaftliche Arbeiten zu einem Thema aus dem Bereich Mediation und außergerichtliche Streitbeilegung vergeben. Sie ist mit 2.500 Euro dotiert.

Professor Loschelder erhielt den diesjährigen Mediations-Wissenschafts-Preis.

Der Wirtschaftspsychologe David Loschelder wurde für seine herausragende Forschungsarbeit "Intergroup Conflict and Third-Party Intervention - Social Identities at the Negotiation Table" ausgezeichnet. Die Arbeit setzt bei der Beobachtung an, dass Intergruppenverhandlungen regelmäßig sehr konflikthaltig sind und zu suboptimalen Ergebnissen führen. Zudem fehlt es an evaluierten Interventionsmethoden für diese Intergruppenkonflikte. Der Autor entwickelt in seinen Studien eine Methode, mit der Vermittler in Verhandlungen und Mediationen die gemeinsame, übergeordnete Identität der Gruppenvertreter fördern können, um dadurch zu konsens- und beziehungsorientierten Lösungen zu kommen.

Ausschlaggebend für die Vergabe des Wissenschaftspreises an Loschelder waren für die Jury Forschungsfrage und Vorgehensweise gleichermaßen: Der Autor habe sich, so die Begründung der Jury,  einem theoretisch wie praktisch sehr relevantem Thema gestellt. Ebenso beeindruckend aber sei seine ausgefeilte, multimethodische Wirkungsforschung. Loschelder‘s Studie sei so klug konzipiert und durchgeführt, dass tatsächlich eine Strukturähnlichkeit mit praktischen Verhandlungssituationen vorliege.

Zur Person:
David Loschelder ist seit März 2018 Professor für Wirtschafts-, Sozialpsychologie und Experimentelle Methoden am Institut für Management und Organisationen (IMO) der Fakultät Wirtschaftswissenschaften. In seiner Forschung beschäftigt er sich unter anderem mit der Wirkung von Einstiegsgeboten und Ankereffekten in Verhandlungen, mit Selbstkontrollerfolg und –misserfolg, sowie mit Medienkompetenzen in der digitalen Transformation. Seine Arbeit trägt zur Theoriebildung bei, bietet aber gleichzeitig auch praktische Anwendungsmöglichkeiten.

Hintergrund:
Initiator und Förderer des Preises ist die "Stiftung Apfelbaum - Partner für ein ZusammenWachsen von LebensWelten", die der langjährige geschäftsführende Gesellschafter des Verlages Dr. Otto Schmidt, Herr Dr. Hans-Martin Schmidt, vor mehr als 20 Jahren gegründet hat.
Ausgewählt werden die Preisträger von einer unabhängigen, interdisziplinär und international besetzten Jury. Sokrates-Preisträger 2018 waren Prof. Dr. William Ury von der Harvard Universität sowie der frühere Richter am Bundesgerichtshof Prof. Dr. Reinhard Greger.