Meldungen aus der Forschung

Kommunale Strategien für eine nachhaltige Wärmeversorgung

25.10.2019 Lüneburg. Das siebten Leuphana Energieforum führte jetzt rund 80 Experten aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft an der Leuphana Universität Lüneburg zusammen, um über das Thema „Kommunale Wärmestrategien“ zu diskutieren. Solche regionalen und lokalen Wärmestrategien gewinnen angesichts des Klimawandels eine immer größere Bedeutung und wirken sich etwa in der Bauleitplanung oder beim Ausbau von Wärmenetzen aus.

Lothar Nolte (l.) und Prof. Dr. Thomas Schomerus

In zahlreichen Vorträgen und Diskussionsrunden ging es um das geplante Gebäudeenergiegesetz, saisonale Wärmespeicher und andere Aspekte einer nachhaltigen Wärmeversorgung. Veranstalter Prof. Dr. Thomas Schomerus von der Leuphana und Lothar Nolte, Geschäftsführer der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen KEAN, waren sich einig: Eine Wärmewende ist dringend nötig. Dafür müssen Wärmenetze ausgebaut, der bisher viel zu geringe Anteil erneuerbarer Energien an der Wärmeversorgung erhöht und energieeffizientere Heizsysteme eingesetzt werden.

Die Wärmewende schreitet im Vergleich zum Klimawandel deutlich zu langsam voran, dessen ist sich Prof. Dr. Oliver Opel von der Fachhochschule Westküste in Heide sicher. Er sieht den Grund dafür nicht allein in einer zu geringen Sanierungsrate. Immer noch werde der Wärmebedarf zu 85 Prozent fossil gedeckt und das Abwärmepotential nicht genutzt. Wärmespeicher stellen aus seiner Sicht eine Schlüsseltechnologie dar, um die Wärme- und immer wichtiger werdende Kälteversorgung weg von Gas- und Ölkesseln zu führen. Wärmespeicherung im Untergrund ist eine besonders kosteneffiziente Option, die sich vor allem für größere Quartiersnetze eignet.

Die Kommunen sind da als Partner vor Ort besonders gefordert, die Entwicklung voranzubringen. Auch Markus Moßmann als zuständiger Dezernent bei der Hansestadt Lüneburg betonte die Vorbildfunktion von Städten und Gemeinden. Ein Vorreiter auf diesem Gebiet ist übrigens Dänemark. Dort hat man bereits in den 1980er Jahren mit einem Umbau der Wärmeversorgung begonnen. Heute können 60% der Gebäude über zentrale Wärmenetze effizient versorgt werden.