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Offene Hochschule: Leuphana in Niedersachsen am stärksten gefragt

05.05.2015 Lüneburg. Für Studierende ohne Abitur ist die Leuphana Universität Lüneburg die attraktivste Hochschule in Niedersachsen. Das zeigt eine jetzt vorgelegte Studie des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) in Gütersloh. Danach haben sich 2013 89 Studienanfänger ohne Abitur oder Fachhochschulreife an der Lüneburger Uni eingeschrieben, das entspricht dem höchsten Anteil dieser Gruppe in ganz Niedersachsen. Auf den weiteren Plätzen folgen die Universitäten Hannover und Oldenburg.

Für Universitäts-Präsident Sascha Spoun ist das ein gutes Zeichen: „Auch für die Studienbewerber ohne Abitur bewährt sich unser außergewöhnliches Zulassungssystem, mit dem wir besonders engagierte Studierende für unsere Universität gewinnen wollen.“ Dafür dürfe man nicht nur Abiturnoten betrachten, sondern müsse auch danach fragen, mit welcher Einstellung und mit welchen Interessen Bewerber auf ihr Studium zugehen, so Spoun weiter.

Auch Niedersachsens Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajić bewertet das Ergebnis der Studie positiv: "Es ist erfreulich, dass sich unsere Hochschulen immer stärker für nicht-traditionelle Studieninteressierte mit und ohne Abitur öffnen. Das erhöht Chancengerechtigkeit im Bildungssystem und eröffnet beruflich qualifizierten Menschen neue Perspektiven." Niedersachsen ist ein Pionier beim Studium ohne Abitur oder Fachhochschulreife. Es gehört zu den wenigen Bundesländern, die bereits in den 1970er Jahren ihr Hochschulsystem für beruflich Qualifizierte öffneten. Über entsprechend viel Erfahrung verfügen die niedersächsischen Universitäten und Fachhochschulen in diesem Bereich.

Das CHE hatte die Daten für ganz Deutschland ermittelt und für jedes Bundesland die drei am stärksten nachgefragten Hochschulen benannt. Nach Angaben des Centrums hat sich die Anzahl der Studierenden ohne Abitur oder Fachhochschulreife seit 2007 insgesamt nahezu verdreifacht, von rund 15.500 auf 45.900 in 2013. Das entspricht einem Anteil an der gesamten Studierendenschaft von knapp 1,8 Prozent. Aktuelle Berechnungen des CHE zeigen ebenfalls eine positive Entwicklung bei den Hochschulabschlüssen. Mit 4.400 Absolvent(inn)en haben 2013 so viele Studierende ohne Abitur wie noch nie erfolgreich ihr Studium beendet.