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"Bewusst Seminare belegen, mit denen ich sonst nichts zu tun hätte" - Leuphana-Studierende über ihr Komplementärstudium

06.07.2015 Im Komplementärstudium des Leuphana College können sich Studierende mit Problemen jenseits ihrer bisherigen Denkweise auseinandersetzen. Drei Studierende erzählen, wie sie das Komplementärstudium im Bachelor nutzen.

Im Leuphana Komplementärstudium können sich Studierende unvoreingenommen mit Problemen jenseits ihrer bisherigen Denkweise auseinandersetzen, indem sie lernen, ihr eigenes Fach aus der Perspektive anderer Fächer zu reflektieren. BWL-Major-Studierende können sich mit Digitalisierung beschäftigen, Kulturwissenschafts-Major-Studierende mit Programmiersprachen, Studierende des Majors Digital Media mit Psychologie. Sie lernen dabei, "mit anderen Augen" zu sehen und ihr eigenes Fach neu zu verstehen. Sie probieren etwas anderes aus, um das eigene neu kennenzulernen.

Aktuell können Studierende dazu aus sechs Bereichen Kurse wählen: Kunst & Ästhetik, Methoden & Modelle, Natur &Technik, Projekte & Praxis, Sprache & Kultur sowie Verstehen & Verändern. Ab dem Wintersemester 2015/16 wird zwischen vier verschiedenen Perspektiven unterschieden: sozialwissenschaftlich, geisteswissenschaftlich, naturwissenschaftlich sowie inter- und transdisziplinär. Innerhalb der Perspektiven können die Veranstaltungen entweder methodenorientiert, praxisorientiert oder medialitätsorientiert vorgehen. Alle bislang im Komplementärstudium erworbenen CP bleiben bestehen und können in die neue Struktur übertragen werden.

Die Leuphana-Studierenden Lisanne (20), Andreas (25) und Anna (21) erzählen, wie sie ihr Komplementärstudium nutzen und was sie dabei lernen. 

Lisanne (20) studiert am College das Studium Individuale im 4. Semester:

Was denkst du allgemein über das Komplementärstudiums an der Leuphana?
Ich finde die Idee super! In meinen Studiengang ist das Komplementärstudium vielleicht etwas überflüssig, da wir ja sowieso oft „über den Tellerrand“ schauen und in verschiedenen Schwerpunkten studieren. Aber für alle anderen Major-Studierenden ist das eine gute Möglichkeit, außerhalb ihrer Fachdisziplin neue Erfahrungen zu sammeln. Ein Studium mit Scheuklappen, in dem man nur das eigene Fach sieht, halte ich für nicht sinnvoll. Es trägt nicht wirklich zur Persönlichkeitsentwicklung bei und ich finde, gerade das sollte das Bachelor-Studium leisten.

Welche Komplementär-Veranstaltung war für dich besonders interessant? 
Das Seminar „Berichterstattung von der Konferenzwoche“.

Inwieweit hat es dein Studium ergänzt?
Es hat meinen Schwerpunkt Medien in einem praktischen Teil ergänzt. Ich konnte meine Fähigkeiten austesten und sehen, ob mir Berichterstattung liegt und wie ich in einer Redaktion zur Produktion von Filmen zurechtkomme.

Nach welchen Kriterien wählst du deine Komplementär-Veranstaltungen aus?
Vor allem nach Interesse und um Praxis-Erfahrungen zu sammeln. Ich möchte in Zukunft bewusst Seminare belegen, mit deren Inhalten ich sonst nichts zu tun hätte, z.B. eine Veranstaltung zum Thema Programmieren. Ich fände es toll, wenn Veranstaltungen aus dem Komplementär in meinen Schwerpunkt eingerechnet werden würden! Aber so suche ich einfach nach Dingen, die meinen Schwerpunkten im Major entsprechen.

Andreas (25) studierte am College Rechtswissenschaften und BWL:

Aktuell studiert er an der Graduate School den Master Management & Financial Institutions im 2. Semester.

Welche Komplementär-Veranstaltung war für dich besonders interessant?
Die für mich interessanteste Komplementär-Veranstaltung – und außerdem die wahrscheinlich insgesamt prägendste Veranstaltung meines Bachelorstudiums – war das Transatlantic Sustainability Seminar (kurz TASS). Nach einigen organisatorischen Vorbereitungstreffen während des Sommersemesters, ging es in den Semesterferien für insgesamt 10 deutsche Teilnehmer nach Texas, wo dann an der University of Texas Pan-American das eigentliche Seminar stattgefunden hat. Amerikanische und deutsche Studierende haben dann in Gruppen jeweils ein nachhaltigkeitsbezogenes Thema (z.B. Corporate Social Responsibility) aus der texanischen/US-amerikanischen und deutschen/europäischen Perspektive beleuchtet, sodass am Ende des Seminars jede Gruppe Unterschiede, Gemeinsamkeiten und gegenseitige Lernpotentiale präsentieren konnte.

Warum hast du dieses Seminar gewählt?
Neben der Tatsache, dass bereits die Chance auf einen mehrwöchigen Auslandsaufenthalt ein Seminar in meinen Augen besonders macht, konnte ich durch das TASS üben, eine konkrete Thematik gleichzeitig in interdisziplinärem und auch interkulturellem Kontext zu bearbeiten.

Außerdem war es natürlich eine gute Gelegenheit, die eigenen Englischkenntnisse auszubauen. 

Nach welchen Kriterien wählst du deine Komplementär-Veranstaltungen aus?
Ich habe insbesondere versucht, meine akademische Ausbildung gezielt durch Zusatzqualifikationen zu erweitern. Neben dem TASS habe ich so beispielsweise einen Projektmanagement-Workshop und ein Börsenseminar belegt. Letzteres hat mir tatsächlich sehr bei der Bewerbung um ein Praktikum geholfen.

Anna (21) studiert am College Kulturwissenschaften und Digitale Medien im 6. Semester:

Was hältst du allgemein vom Komplementärstudium an der Leuphana? 
Man ist an der Leuphana so schon relativ frei, was die Wahl von Seminaren an geht, erst recht, wenn man Kuwi studiert. Aber das Komplementärstudium setzt da noch einmal eine Schippe drauf. Es gibt sowohl theoretisch ausgelegte als auch stark praxisorientierte Seminare. Und aus diesem bunten Strauß kann man eben ganz nach eigener Fasson frei wählen – und man findet immer irgendwas Abgefahrenes!

Welches Seminar war für dich besonders interessant?
Alle, die ich belegt habe. Jedes Seminar war anders und doch immer auf seine Art und Weise interessant. Von Japanisch über ein Psychologieseminar und eine Filmberichterstattung bis hin zu einem Praktikum, dass ich mir anrechnen lassen konnte, war ich immer sehr zufrieden mit meiner Wahl. Wenn ich jetzt ein Ranking machen müsste, wäre das Seminar „Psychiatrie im Film“ wohl mein Favorit.

Warum hast du dieses Seminar gewählt?
Ich kann mich zum einen sehr für Film- und Videoseminare begeistern und zum anderen, da ich den Aspekt der Psychiatrie extrem spannend fand. In dem Seminar ging es vor allem um Filme, die entweder über psychisch Erkrankte, psychische Störungen oder Psychiatrien selbst handelten.
Wir schauten beispielsweise „Black Swan“, „Das geheime Fenster“, „Fight Club“ und viele weitere Filme,

von denen man auf den ersten Blick gar nicht denken würde, dass sie im Zusammenhang mit psychischen Störungen stehen.

Inwieweit hat das Seminar dein Studium ergänzt?
Das Seminar hat mir eine andere Perspektive auf Filme vermittelt. In vielen Film-Seminaren haben wir sonst hauptsächlich die stilistischen Filmmittel analysiert, wohingegen es bei dem Seminar mehr um den Inhalt ging.

Wonach wählst du deine Komplementär-Veranstaltungen aus?
Wirklich nur nach dem Interesse. Wenn man im Komplementärstudium schon hierfür die Möglichkeit kriegt, sollte man das auch ausnutzen.

Die Interviews führte Carina Stelter (Universitätskommunikation).

Kristi studiert am College Ingenieurwissenschaften und E-Business:

Kristi studiert Ingenieurwissenschaften am Leuphana College und belegt im Komplementärstudium eine Veranstaltung zu Film: „Das nennt sich 'Kreativer Zwischenraum‘. Da geht es um die Schnittmengen zwischen Kameramann und Regisseur. Das hat rein gar nichts mit Ingenieurwissenschaften zu tun. Die Komplementäre bieten einem schon relativ viel Einblick in Fachbereiche, den man sonst so nicht bekommen würde. Das ist schon ziemlich cool!"


Weitere Informationen

Ausführliche Informationen zum Komplementärstudium im Leuphana College gibt es unter:
www.leuphana.de/komplementaerstudium

Informationen zur Neugliederung des Komplementärstudiums sind im
Amtsblatt 2015 – Gazette Nr. 22/15 vom 25. Juni (ab S. 19) zusammengefasst.

Kontakt

Team Komplementärstudium
Scharnhorststr. 1, C8.121
21335 Lüneburg
Fon +49.4131.677-2327
komplementaerstudium@leuphana.de